Angepinnt Sblue´s Krankengeld-Aussteuerungs- und Renten-Story

      Sblue´s Krankengeld-Aussteuerungs- und Renten-Story

      .
      Hallo Krankengeld-Bezieher !

      Die Praxis der Krankengeld-Bewilligung ist bei den ca. 130 Krankenkassen sehr unterschiedlich. Das Bundesversicherungsamt, die Rechtsaufsichtsbehörde der bundesunmittelbaren Krankenkassen, ist mit dem Versuch, da eine einheitliche Linie rein zu bekommen vor über zwei Jahren kläglich gescheitert. Kein Wunder, denn mit – formal rechtswidrigen – Krankengeld-Bewilligungen schafft so manche Krankenkasse die Voraussetzungen für später einfachere – wieder rechtswidrige – Krankengeld-Beendigungen.

      Also Leute: nicht nur freuen, wenn das Krankengeld tatsächlich kommt, sondern schon in diesem Stadium genau hinschauen und ggf. Widerspruch einlegen!

      Wer davon bisher keine Ahnung hatte, sollte mal seine Krankengeldbewilligung herauskramen und prüfen, ob da noch was zu machen ist, denn da gibt es mehrere Möglichkeiten – insbesondere innerhalb eines Jahres.

      Aber dazu später.

      Gruß!
      Machts Sinn

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Machts Sinn“ () aus folgendem Grund: Überschrift ergänzt

      Hallo Sblue,

      nach 78 Wochen ist zwar die gesetzliche Anspruchsdauer abgelaufen -
      aber ob die Krankenkasse dann die Zahlungen einfach einstellen kann, ist
      eine ganz andere Frage. Nach meiner Einschätzung geht das bei weitem
      nicht in jedem Fall, insbesondere nicht ohne weiteres, wenn "Krankengeld
      ab ... "
      bewilligt aber kein Ablaufdatum angegeben wurde.

      Die damit zusammenhängenden Rechtsfragen werden derzeit geklärt - aber
      das kann dauern. Und solange die Krankenkassen etwas nicht müssen, tun sie
      es auch nicht freiwillig. Wer da auf der sicheren Seite sein will, beachte den Spruch
      "Holzauge sei wachsam"!

      Das gilt aber nicht nur im Zusammenhang mit der Beendigung des Krankengeldes
      am Ende der Höchstbezugsdauer, sondern auch in jedem anderen Fall, in dem die
      Krankenkasse trotz weiterer AUB kein Krankengeld mehr zahlen will.

      Wenn du deinen letzten (Bewilligungs-) Bescheid und den Krankenkassenbrief
      zur "Aussteuerung" - anonymisiert - hier einstellst, schreibe ich dazu, wie ich
      das meine.

      Gruß!
      Machts Sinn
      Hallo @ all,
      ich kann MachtsSinn da nur Recht geben...Krankengeld kann schneller eingestellt werden, als man denkt. Und nichts mit 78 Wochen.
      Und bei mir stand im Krankengeld -Bewilligungsbescheid: Wir zahlen ihnen KG ab 09.08.2011 ohne Erwähnung einer Vorerkrankung. Am 07.07.2012 wurde eingestellt, auf Grund einer Vorerkrankung.
      Viele von euch kennen meine Geschichte aus dem Krankenkassenforum wo die Antwort erst einmal lapidar lautete: Die dürfen das.
      Mein Rechtsanwalt (über DGB Rechtsschutz) knabbert noch an MachtsSinn's Klageentwurf und hat sich aus Überlastungsgründen leider bisher noch nicht bei mir gemeldet. Ich wünschte, ich könnte mehr dazu sagen, aber leider herrscht da " :cursing: :cursing: :cursing: Schweigen."
      LG
      ReallyAngry
      Hallo Machts Sinn,

      hier mal die beiden Bescheide.
      Dateien
      • KG Bewilligung 1.jpg

        (131,2 kB, 121 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • KG Bewilligung 2.jpg

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      • KG Ende 1.jpg

        (299,25 kB, 104 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • KG Ende 2.jpg

        (83,75 kB, 61 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Freundliche Grüße

      Sblue56 :huhu:

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „sblue56“ ()

      Hallo Sblue,

      ja da steht "Krankengeld ab ..." ohne Enddatum - auch wenn das nach meiner Überzeugung kein
      Krankengeld-Bewilligungsbescheid ist.

      Wenn du nichts anderes hast, kannst du parallel zum Arbeitslosengeld ab Ende März - quasi spielerisch -
      auch den weiteren Krankengeld-Anspruch geltend machen und im Widerspruchs- / Klageverfahren verfolgen.
      Lass dir ggf. von deiner Rechtsvertretung weiterhin helfen und mache geltend, dass es sich in deinem Fall
      um eine unbefristete Krankengeld-Bewilligung durch einen unbefristeten Verwaltungsakt mit Dauerwirkung
      handelt. Die Bewilligung mit Dauerwirkung könne zwar bei Änderung der tatsächlichen oder rechtlichen
      Verhältnisse durch Aufhebungsbescheid beendet werden. Da aber bereits bei der Bewilligung des Kranken-
      geldes festgestanden habe, wann die 78 Wochen (1 1/2 Jahre) spätestens vorbei sind, sei später keine
      derartige Änderung eingetreten und deshalb auch keine Aufhebungsentscheidung (nach § 48 SGB X) möglich.

      Du kannst das gelassen und cool durchziehen, denn du hast "Netz und doppelten Boden" - und nicht zu
      vergessen: schon 3 Widersprüche erfolgreich eingelegt. Und falls du diesmal auch zum Sozialgericht müsstest,
      empfehlen sich Hinweise auf verfassungsrechtliche Gesichtspunkte.

      Wenn du damit wieder (auch nur teilweise) Erfolg hast, verschiebt sich der Arbeitslosengeld-Anspruch, womit du
      länger abgesichert bist. Die Einzelheiten dazu aber erst später, wenn es soweit ist oder bevor das Alg endet.

      Gruß!
      Machts Sinn
      Hallo Machts Sinn,

      kannst Du mir so einen Widerspruch formulieren, dann könnte ich den Widerspruch meinem Rechtsbeistand vorlegen und alle weiteren Schritte einleiten. Einen anderen Bewilligungsbescheid habe ich nicht!
      Freundliche Grüße

      Sblue56 :huhu:
      Hallo Sblue,

      wie wäre es mit einem Deal? Im beiderseitigen Interesse – mal ein Vorschlag:

      Ich formuliere demnächst so einen Widerspruch, wenn auch nicht speziell „dir“, sondern für das Forum und seine Zwecke hier rein – aber natürlich ausgehend von deinem konkreten Beispiel. Wenn ich das richtig sehe, ist der „Aussteuerungsbescheid“ vom 07.02. so dass die Widerspruchs-Frist bis zum 10.03. läuft und Stress nicht entstehen sollte?

      Und du legst (durch deinen Rechtsvertreter) den Widerspruch rechtzeitig bei der Krankenkasse ein und beantragst dort ausdrücklich, dir innerhalb einer Woche die Berücksichtigung der aufschiebenden Wirkung schriftlich zuzusagen. Falls die Zusage nicht fristgemäß kommt, stellst du einen Antrag beim zuständigen Sozialgericht auf Feststellung, dass der Widerspruch aufschiebende Wirkung hat. Auch dafür gibt´s von mir hier im Forum einen (dir wohl nicht mehr ganz neuen) Textvorschlag. Und wenn die erste Instanz nicht helfen will, sehen wir unter Berücksichtigung ihrer Gründe hier weiter.

      Was meinst du dazu – insbesondere wenn du auch die unerfreulich bis schlimmen Erfahrungen von Wurmie und Jamihost mit ihren Sozialgerichten und die Kritik der Kassenfraktion in diesem Zusammenhang an mir in deine Überlegungen einbeziehst?

      Wenn du das angehen willst, brauchst du natürlich weiterhin überschneidende bzw. unbefristete AUB´s (am besten bis a. w. = bis auf weiteres). Und keinesfalls darfst du vernachlässigen, die Weichen mit der Arbeitsagentur rechtzeitig und richtig zu stellen, denn die Krankenkasse wird deinem Widerspruch diesmal aller Voraussicht nach nicht abhelfen bzw. erst die rechtliche Klärung in bereits laufenden Fällen abwarten und auch keine aufschiebende Wirkung des Widerspruchs berücksichtigen.

      Du musst also Alg beziehen. Deswegen wird es wohl keinen Grund geben, beim Sozialgericht eine einstweilige Anordnung zu beantragen.

      Gruß!
      Machts Sinn
      Hallo Machts Sinn,



      den Deal nehme ich an.


      Seit August 2012 erhalte ich ALG I, nach dem ersten erfolgreichen Widerspruch hat die KK mit der AfA verrechnet, das wird jetzt auch so werden hoffe ich doch. Ob das so Üblich ist weiß ich leider nicht. Da frage ich sicherheitshalber nochmal bei der KK nach. Das wäre Eigentlich die beste Lösung zumal mir der AfA Sachbearbeiter im Dezember nahegelegt hat ich solle doch einen Rentenantrag stellen.

      Meine AU sind immer a.w. und seit 29. September 2011 durchgehend.

      Jetzt habe ich doch noch eine Frage: Wie läuft das mit den Krankmeldungen nach der Aussteuerung, was für eine Krankmeldung kann mir der Arzt dann ausstellen?

      Anmerkung: Meine KK hat mich geärgert, das kann ich auch!
      Freundliche Grüße

      Sblue56 :huhu:
      Gut Sblue,

      ich bin dann mal am Forumulieren ...

      Achte darauf, dass die Arbeitsagentur für Arbeitslosengeld verbrauchte
      Anspruchsdauer
      wieder gut schreibt, denn du hast letztlich ja Krankengeld
      bezogen, nicht Arbeitslosengeld. Im Übrigen hast du durch den weiteren Kranken-
      geld-Bezug beim Arbeitslosengeld eine längere Anfangs-Anspruchsdauer ...

      Was die Rente anbelangt, kannst du das wohl selbst gestalten (ob und wann du
      einen Antrag stellst), solange du von der KK oder AA keine offizielle Aufforderung
      hast, je nachdem, was da günstiger für dich wäre, nicht zuletzt von der Höhe her …
      Auch da dürfte eine Beratung erforderlich sein.

      Dabei spielt auch die Höhe des Arbeitslosengeldes eine Rolle und die kann
      anders (niedriger) sein, wenn du länger Krankengeld beziehst und der Arbeitslosen-
      geld-Anspruch eigentlich erst später beginnt. Auch bei der AA hast du das Recht
      auf Beratung.

      Dieses Recht auf Beratung gegenüber Sozialversicherungsträgern sollte übrigens viel, viel
      häufiger in Anspruch genommen werden – am besten unter Zeugen! Wenn durch die Beratung
      Nachteile entstehen, müssen die Behörden dafür einstehen.

      Zur Frage mit den weiteren AUB´s: du lässt dir wie bisher Auszahlscheine geben. An
      deinem Gesundheitszustand ändert sich allein wegen des Datums der Aussteuerung
      Ende März ja gar nichts.

      Gruß!
      Machts Sinn

      Widerspruch (Vorschlag)

      Hallo Sblue,

      wie versprochen hier der Textvorschlag für den Widerspruch in solchen Fällen:



      Krankengeld, Aktenzeichen …. – W i d e r s p r u c h



      Sehr geehrte Damen und Herren,


      gegen Ihren Bescheid vom 07.02.2013 erhebe ich


      W i d e r s p r u c h.



      Das Gesetz vollzieht sich auch zum Krankengeld-Recht nicht selbst. Für das Verwaltungsverfahren und die Details im Zusammenhang mit Verwaltungsakten gelten die Vorschriften des SGB X. Nebenbestimmungen (Befristungen … ) sind in § 32 SGB X geregelt und müssen dem Bestimmtheitserfordernis des § 33 SGB X entsprechen. Der Inhalt des Verwaltungsaktes wird durch Auslegung ermittelt, § 133 BGB.

      Nach diesen rechtlichen Maßstäben haben Sie mir Krankengeld von Anfang an unbefristet auf Dauer bewilligt, denn aus der Entscheidung ergibt sich lediglich ein Beginn-Datum (ab …), aber keine zeitliche Begrenzung. Die Bewilligung kann auch nicht entsprechend der Dauer der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit befristet sein, denn die AUB´s sind immer unbefristet „bis auf weiteres“ ausgestellt worden.

      Da die Krankengeld-Bewilligung somit einen unbefristeten Verwaltungsakt mit Dauerwirkung darstellt, könnte die Entscheidung zwar nach § 48 SGB X aufgehoben werden. Das würde aber voraussetzen, dass in den tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist. Daran fehlt es hier, denn wann die 78 Wochen bei unveränderten Verhältnissen ablaufen, stand bereits bei der Bewilligung des Krankengeldes fest. Da somit kein Änderung der wesentlichen Verhältnisse eingetreten ist, kommt die Anwendung des § 48 SGB X nicht in Betracht.

      Im Übrigen haben Sie eine für die Krankengeldbeendigung formal erforderliche Aufhebungsentscheidung bisher gar nicht getroffen. Allein die Mitteilung, dass der Anspruch auf Krankengeld auf längstens 78 Wochen (546 Tage) begrenzt ist und die Höchstanspruchsdauer in der Zeit vom 29.09.2011 bis 27.03.2013 erschöpft wurde, rechtfertigt nach den Verfahrensvorschriften des SGB X nicht die Folgerung, dass darüber hinaus Krankengeld nicht weiter zu zahlen ist.

      Der fehlerhafte Verwaltungsakt der Krankengeldeinstellung ohne Aufhebung der Bewilligungsentscheidung kann auch nicht durch Umdeutung nach § 43 SGB X in einen Aufhebungsbescheid geheilt werden. Die Mitteilung über den Verbrauch der Höchstanspruchsdauer verfolgt im Sinne eines gemeinsamen Regelungsinteresses nämlich nicht dasselbe Ziel wie die Aufhebung einer Krankengeldbewilligung, die zudem von weiteren – wie bereits erwähnt – hier nicht vorliegenden Voraussetzungen abhängig wäre.

      Bevor ein Verwaltungsakt erlassen wird, der in Rechte eines Beteiligten eingreift, ist diesem nach § 24 SGB X Gelegenheit zu geben, sich zu den für die Entscheidung erheblichen Tatsachen zu äußern. Auch die zwingend vorgeschriebene vorherige Anhörung ist nicht erfolgt.

      Damit ergeben sich auf Antrag Auswirkungen nach § 42 SGB X. Danach kann die Aufhebung eines Verwaltungsaktes nicht allein deshalb beansprucht werden, weil er unter Verletzung von Vorschriften über das Verfahren und die Form zustande gekommen ist. Dies gilt jedoch ausdrücklich nicht, wenn die erforderliche Anhörung unterblieben oder nicht wirksam nachgeholt ist. Mangels bisheriger Anhörung beanspruche ich daher die Aufhebung der angefochtenen Entscheidung.

      Nach allem ist das Krankengeld über den 27.03.2013 hinaus weiterhin zu zahlen, jedenfalls solange die rechtzeitig ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen fristgemäß vorgelegt werden und die nach wie vor wirksame Leistungsbewilligung nicht rechtmäßig beendet ist.

      Dieser Widerspruch schiebt – auch nach Auffassung des Bundesversicherungsamtes lt. Rundschreiben vom 12.11.2010 und 16.03.2012 – nach § 86a Abs. 1 Satz 1 SGG die Wirkung des Aussteuerungsbescheides auf, womit die Bewilligungsentscheidung weiterhin wirksam ist und Krankengeld laufend zusteht.

      Bitte teilen Sie mir innerhalb von drei Tagen verbindlich schriftlich mit, dass Sie die aufschiebende Wirkung berücksichtigen. Andernfalls sehe ich mich veranlasst, eine entsprechende Entscheidung des Sozialgerichtes zu beantragen.

      Vorsorglich lege ich wegen Form-, Verfahrens- und materiellrechtlichen Fehlern gleichzeitig auch W i d e r s p r u c h gegen die Krankengeld-Bewilligung ein; falls Sie geltend machen, dass mehrere Krankengeldbewilligungen ergangen seien, richtet sich dieser weitere Widerspruch gegen alle Krankengeld-Bewilligungen.

      Da es sich bei Krankengeld-Bewilligungen nicht um Ermessensentscheidungen, sondern um gebundene Verwaltungsakte mit Rechtsanspruch handelt, ist eine Begrenzung („Befristung“) nur zulässig, wenn sie durch Rechtsvorschrift ausdrücklich zugelassen ist oder wenn sie sicherstellen soll, dass die gesetzlichen Voraussetzungen des Verwaltungsaktes erfüllt werden.

      Keine dieser Voraussetzungen liegt vor, denn für das Krankengeld sind Begrenzungen („Befristungen“) vom Gesetz nicht vorgesehen und sie sind auch nicht erforderlich um bei nicht abschließenden Entscheidungen sicherzustellen, dass die Voraussetzungen erfüllt werden, insbesondere nicht bei nachträglichen Krankengeld-Zahlungen.


      Mit freundlichen Grüßen


      Bin mal gespannt, was dein Rechtsvertreter dazu meint.

      Gruß!
      Machts Sinn

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Machts Sinn“ () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler

      Hallo Machts Sinn,

      super Textvorschlag. Meinst Du nicht die 3 Tage Frist ist zu kurz bemessen oder doch eher 7 Tage Frist ? Habe erst am Mittwoch den 27.02.2013 einen Termin beim Anwalt bekommen, aber das reicht ja noch!
      Freundliche Grüße

      Sblue56 :huhu:
      Natürlich Sblue,

      kann auch eine längere Frist gesetzt werden, 1 Woche oder 10 Tage wären ebenfalls o. K. – ich lasse mich halt immer wieder von der Schnelligkeit der Krankenkassen leiten, wenn sie noch am Tage der MDK-Untersuchung das Krankengeld einstellen und denke, die könnten auch mal schnell sein, wenn ihre Kunden etwas von ihnen wollen.

      @all - Themenwechsel: unverbindlich und ohne jede Garantie zum "Widerspruch bereits gegen den Bewilligungsbescheid"

      Warum es wichtig ist, ggf. schon gegen Bewilligungsbescheide Widerspruch einzulegen, soweit sie Nachteiliges wie Befristungen (oder auch Auflagen, Bedingungen = Nebenbestimmungen) enthalten, ergibt sich aus der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes. Werden diese nachteiligen Inhalte nicht mit einem Widerspruch angefochten, werden sie „bindend“. Dann kann der Anspruchsberechtigte in einem späteren Verfahren z. B. um die Beendigung des Krankengeldes womöglich nicht mehr mit dem Einwand gehört werden, die ursprüngliche Regelung hätte nicht befristet oder mit einer anderen Nebenbestimmung ergehen dürfen.

      Da es sich bei Krankengeld-Bewilligungen nicht um Ermessensentscheidungen, sondern um gebundene Verwaltungsakte mit Rechtsanspruch handelt, ist – nach dem Gesetz – eine Begrenzung („Befristung“) nur zulässig, wenn sie durch Rechtsvorschrift ausdrücklich zugelassen ist oder wenn sie sicherstellen soll, dass die gesetzlichen Voraussetzungen des Verwaltungsaktes erfüllt werden.

      Diese Voraussetzungen sind im Normalfall nicht erfüllt, denn für das Krankengeld sind Begrenzungen („Befristungen“) vom Gesetz nicht vorgesehen und sie sind allermeist auch nicht erforderlich, um bei nicht abschließenden Entscheidungen sicherzustellen, dass die Voraussetzungen erfüllt werden, insbesondere nicht bei nachträglichen Krankengeld-Zahlungen.

      Allerdings ist die Sozialrechtsprechung in diesen Fragen bisher nicht ausreichend eindeutig und insoweit nicht nachvollziehbar.

      Mal soweit – und im nächsten Beitrag näheres zur Jahresfrist.

      Gruß!
      Machts Sinn
      Hallo,

      zunächst zu der externen Diskussion (ab) hier:

      krankenkassenforum.de/krankeng…816.html?highlight=#53816

      Dass Krankenkassen-Mitarbeiter als selbsternannte Experten gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Arbeitgeber da „nicht mitkommen" (wollen, dürfen), ist zwangsläufig.

      Umso erfreulicher ist, wenn Rossi (Fallmanager in der Sozialhilfe / Dozent Problemfeld Krankenversicherung in der GKV und Moderator im „forum krankenversicherung“) aber ein kleines Vermögen darauf wettet, schriftliche Krankengeld-Bewilligungen mit der Formulierung "sie erhalten Krankengeld ab dem XX.XX.XXXX" seien unbefristete Verwaltungsakte mit Dauerwirkung. Er vertritt damit ebenfalls überzeugt und nach eigener Behörden-Erfahrung die Meinung, dass Krankengeld-Zahlungen bei weiterer Arbeitsunfähigkeit dann nicht ohne ausdrückliche Aufhebungsentscheidungen beendet werden können.

      Für Krankengeld-Bewilligungen ohne schriftliche Mitteilung ausschließlich durch Überweisungen gehen unsere Meinungen zwar (noch) auseinander. Aber ich bleibe dabei: wenn Befristungen sogar in schriftlichen Bescheiden – wie im letzten Beitrag dargelegt – rechtlich unzureichend sind, gilt das erst recht für zeitliche Begrenzungen des Überweisungszeitraumes lt. Kontoauszug.

      Gruß!
      Machts Sinn
      Hallo Forum,

      bei mir scheint es ähnlich zunsein. Ich stelle mal die Bescheide ein und bitte um Meinungen dazu !

      Nicht wundern, ich hatte wärend dem Bezug von Krankengeld die Kasse gewechselt.
      Dateien
      • IKK.pdf

        (318,46 kB, 35 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • TK.pdf

        (364,63 kB, 38 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • Merkblatt.pdf

        (929,2 kB, 23 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • TK Neuberechnung 2013.pdf

        (397,9 kB, 23 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • Aufhebungsbescheid.pdf

        (528,52 kB, 57 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Hallo IceAngel,

      du hast einen wirklich schönen Bewilligungsbescheid von der TK,
      noch eine Nummer besser als Sblue von seiner Kasse.

      Aber der letzte Bescheid ist entgegen deiner Bezeichnung kein
      Aufhebungsbescheid und ich würde die Zahlungseinstellungsentscheidung
      bzw. Aussteuerungsentscheidung jedenfalls nicht akzeptieren.

      Also du kannst den bereits eingestellten Text - ohne die letzten 3 Absätze! -
      übernehmen.

      Falls aber nicht nur formale oder Verfahrensgründe geltend zu machen wären,
      etwa dass die 78 Wochen noch gar nicht abgelaufen sind, müsste das mit
      untergebracht werden.

      Falls Fragen sind - gerne!

      Gruß!
      Machts Sinn
      Danke das Du dir das ansiehst.Das ist natürlich erst mal der Bescheid das die Zahlungen eingestellt werden.

      Leider verstehe ich hier nur Bahnhof.


      Mit welcher Begründung sollte ich dagegen in Wiederspruch gehn ? Weil in den bewilligungsbescheiden kein vermerk ist: Wird bis max. Datum gezahlt...???

      Kannst du mir das bitte mal kurz erläutern, wieso, und auf welcher Grundlage das vielleicht Erfolg haben könnte ? Was meinst du mit formale oder Verfahrensgründe ???

      Ich werde von der Gewerkschaft vertreten und würde denen das dann in die Hand geben. Aber ich sehe hier nur das ich 78 Wochen Krankengeld bekommen habe und damit dann Ende ist ... :S

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „IceAngel79“ ()

      Hallo IceAngel,

      kann dir leider nichts anderes sagen als dass ich es mit dem Widerspruch
      unbedingt versuchen würde und zwar auf der Basis dieses Textes ohne die lezten 3 Absätze:

      Krankengeld – Bewilligung – Beendigung - Bescheid - prüfen - aktiv werden !

      Das ist aber nur zusätzlich zu dem, was du sowieso tun musst, weil das Krankengeld
      nach jetzigem Stand ja ausläuft (Alg, Alg II .. ).

      Dass du von der Gewerkschaft vertreten wirst finde ich super - am besten du
      druckst dir den Textvorschlag aus und gehst möglichst bald damit zu deinem Bevollmächtigten
      damit er das vollends auf die Reihe zieht. Dass Laien das nicht verstehen, ist mir
      nicht neu, verstehe ich.

      Aber wenn dein Rechtsvertreter noch nie was vom SGB X, vom Verwaltungsakt
      und seiner Aufhebung nach § 48 SGB X (beispielsweise wegen Ende des Anspruchs)
      gehört hat, solltest du stutzig werden ...

      Jedenfalls viel Erfolg!

      Gruß!
      Machts Sinn
      Die letzten 3 Absätze betreffen nicht die Beendigung, sondern die Bewilligung.
      Ich habe aber noch keinen "schöneren" Bewilliungsbescheid gesehen als deinen
      mit der Bewilligung von "Krankengeld ab ..." - schriftlich und ohne jegliche Befristung.
      Dazu kann man nicht meckern und braucht daher dagegen auch keinen Widerspruch einzulegen.