Hartz IV und wirtschaftlich? Jobcenter leistet sich neue Mercedes Flotte

      Während in Deutschland viele Hartz IV Empfänger nicht wissen, wie sie
      zum Monatsende mit ihrem Geld auskommen sollen oder sich gar erst eine
      Monatsfahrkarte leisten können, rüstet das Jobcenter Pinneberg ihren
      Fuhrpark auf. Und da darf es nicht irgendetwas sein – gleich fünf neue
      Mercedes Benz Kombi Modelle schmücken nun die hauseigenen Parkplätze.
      Der Bund der Steuerzahler zweifelt an der Wirtschaftlichkeit dieser
      Anschaffungen.

      Seit Juni dieses Jahres verfügt das Jobcenter Pinneberg über fünf
      neue Kombis von Mercedes. Bereits im Juli ist selbige Behörde in den
      Fokus geraten, nachdem sie eine lächerliche Comic-Broschüre
      herausgebracht hat, um das System “Hartz IV” in bunten Bildchen zu
      erklären (wir haben berichtet Hartz IV durch die rosarote Brille).

      Der Bund der Steuerzahler (BdSt) sieht die Investition in den
      Fuhrpark kritisch. Rainer Kersten, Chef des BdSt zweifelt an der
      Wirtschaftlichkeit des Jobcenters, zumal der Listenpreis eines Fahrzeugs
      bei etwa 36.000 Euro liegt.

      Jobcenter will Kosten nicht preisgeben

      Über die Kosten schweigt das Jobcenter, behauptet lediglich, dass es
      das günstigste Angebot sei und die Fahrzeuge geleast werden. Die neuen
      Fahrzeuge begleiten die Mitarbeiter des Ermittlungsdienstes sowie
      Vertriebsdienstes bei ihrer täglichen Arbeit. Auch für Schulungen und
      Seminare werden die Dienstfahrezuge eingesetzt. Dass es Kombis handelt,
      ist reiner Zufall, so der Sprecher des Amtes, Jörg Kregel. Ebenfalls
      werden keine Angaben zu den Kosten gemacht, dies sei Vertragsgeheimnis.
      Ein paar hundert Euro Leasingrate monatlich werden aber sicherlich pro
      Fahrzeug fällig.

      Kreisverwaltung ist kleiner unterwegs

      Die Kreisverwaltung ist nicht so mit Fahrzeugen der Oberklasse
      ausgestattet wie das Jobcenter. Insgesamt verfügt sie über 17 Fahrzeuge,
      darunter Smarts sowie Focus und Fiesta Modelle von Ford. Lediglich der
      Landrat fährt einen BMW der 5er Reihe. Zudem werden den Mitarbeitern
      Fahrräder zur Verfügung gestellt.

      Zu Recht fragt sich der BdSt, ob es nicht auch eine Nummer kleiner
      ging. Bei Kunden der Behörde kommen Dienstfahrzeuge dieser Klasse nicht
      sonderlich gut an und außerdem müsse man hier auch die Steuergelder und
      nicht zuletzt das Image des Jobcenters im Auge behalten, so Kersten.



      Unserer Meinung nach ist das ein Unding. Bei Leistungsempfängern wird
      jeder Cent eingespart und bei kleinsten Fehlern sanktioniert und an
      anderer Stelle wird das Geld für “dekadente Kutschen” ausgegeben. Den
      Unmut von Betroffenen hat die Behörde jedenfalls sicher, zumal Fahrzeuge
      dieser Klasse bei einem Jobcenter völlig unverständlich sind.
      Mit freundlichen Grüßen Idefix -------------------------------------------------------------------
      Ich bin nicht die Signatur, ich putze hier nur. :putzen: