Techniker Krankenkasse stellt die Krankengeldzahlung ein

      Techniker Krankenkasse stellt die Krankengeldzahlung ein

      Liebe Forumsmitglieder,

      die Techniker Krankenkasse hat die Zahlung des Krankengeldes eingestellt.

      Diesen Beitrag erstelle ich zunächst als Platzhalter.

      Meine Geschichte werde ich hier in den nächsten Tagen veröffentlichen.
      Danke für Eure herzlichen Willkommensgrüße!

      Die Techniker Krankenkasse hat im vergangenen Monat die Krankengeldzahlung mit dem folgenden Schreiben eingestellt:

      "Ihre Arbeitsunfähigkeit.

      Sehr geehrte/r xxx,

      Sie sind seit dem xxx arbeitsunfähig erkrankt und haben vom xxx bis xxx eine medizinische Rehabilitation durchgeführt. Diese Massnahme haben Sie nach Gutachten der Rehabilitationsklinik arbeitsfähig beendet. Trotz der Einschätzung der Klinik haben wir eine weitere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen der gleichen Diagnose erhalten.

      Der Entlassungsbericht der Rehabiliationsklinik ist für uns bindend. Daher wird die Arbeitsunfähigkeit zum xxx enden. Ihren behandelden Arzt haben wir darüber informiert.

      Grundsätzlich endet der Anspruch auf Krankengeld mit dem Tag, an dem nach Aussage der Klinik die Entlassung als arbeitsfähig erfolgt. Da Sie jedoch jetzt erst Kenntnis über unsere Entscheidung erlangt haben, werden wir das Krankengeld zum xxx einstellen. (Bekanntgabe Verwaltungsakt)

      Diese Entscheidung ist verbindlich, Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, informieren Sie uns bitte innerhalb einer Woche darüber und legen Sie innerhalb dieser Frist gemeinsam mit Ihrem Arzt die medizinischen Gründe ausführlich dar.

      Zudem ist es dann erforderlich, dass Sie Ihre Einverständniserklärung zur Anforderung des Entlassungsberichtes durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) einreichen. Wir lassen dann Ihre Arbeitsunfähigkeit vom MDK prüfen."

      Ich habe Widerspruch gegen die mutwillige Einstellung des Krankengeldes eingelegt

      - da die Einstellung des Krankengeldes mutwillig und rechtswidrig erfolgte,
      - die Arbeitsunfähigkeit durch fachärztliches Attest zweifelsfrei nachgewiesen ist,
      - der Krankenkasse ein Gutachten nicht vorliegt, da dieses zum Zeitpunkt der Krankengeldeinstellung laut Rentenversicherung noch gar nicht erstellt war,
      - da gemäß dem Leitfaden der Deutschen Rentenversicherung "Der ärztliche Reha-Entlassungsbericht" die Angabe der Arbeitsunfähigkeit keine rechtlich bindende Wirkung hat. Die Krankenkasse hat sich an den "Arbeitsunfähligkeits-Richtlinien" des G-BA zu orientieren. Danach liegt die Zuständigkeit für diese Feststellung bei den ambulant behandelnden Vertragsärzten." DIe DRV hat die Gültigkeit dieser Aussage mir gegenüber nochmals bestätigt,
      - da keinerlei Rechtsgrundlagen angegeben wurden.

      Darüber hinaus habe ich vorläufige Leistungen nach §43 Abs. 1 SGB I beantragt.

      Meine behandelnde Ärztin war entsetzt über diesen Vorfall. Sie sieht die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente gegeben.

      Die Krankengeldeinstellung hat mich in eine Notlage gebracht und mittellos gemacht, zumal die Techniker Krankenkasse aktuell trotz Aufforderung auch die letzte, unstrittige Krankengeldzahlung einfach nicht vornimmt.

      Die damit verbundene, hilfsweise Beantragung von ALG I, ALG II und Grundsicherung hat mich vierzehn Tage in absoluten Dauerstress versetzt. Noch ist keine dieser Leistungen bewilligt, es kann durchaus sein, dass die Leistungsvoraussetzungen für ALG I und ALG II nicht gegeben sind.

      Die gesamte Situation hat dafür gesorgt, dass sich mein Gesundheitszustand rapide erheblich verschlechtert hat und ich mit den Ärzten über einen stationären Klinikaufenthalt sprechen muss.

      Da die Techniker Krankenkasse meinem Widerspruch trotz Fristsetzung nicht abgeholfen hat, möchte ich nun einen Eilantrag beim Sozialgericht stellen und Euch herzlich um Formulierungshilfe bitten. Vielen Dank und herzliche Grüße!

      -
      Hallo Schorschi,

      1. die Empfehlung der Reha-Klinik ob arbeitsfähig oder nicht gilt nur
      für den Tag der Entlassung. Somit kann dich den behandelter Arzt
      weiter krankschreiben.

      2. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um den Rehabericht sondern um die Kurzform
      des Entlassscheines.

      Kannst Du die Schreiben der Krankenkasse ins Forum einstellen?

      Gruß
      Ancyst



      Hallo Ancyst,

      vielen Dank für Deine Antwort!

      1. Genau das war auch die Aussage der Rehaklinik. Es handele sich lediglich um eine unverbindliche Empfehlung.

      Ich war während des Aufenthaltes in der Rehaklinik durchgehend weiter in Behandlung meiner Ärzte und habe am Entlassungstag (!) aus der Reha eine Folgebescheinigung meiner behandelnden Fachärztin erhalten, die die Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Die Bescheinigungen sind lückenlos.

      2. Dass es sich um den Entlassschein handelt, wäre durchaus möglich. Die Krankenkasse behauptet aber, diese Aussage einem "Gutachten" bzw. einem "Entlassungsbericht" entnommen zu haben.

      Einer Übermittlung von Daten an die Krankenkasse habe ich im Übrigen nicht zugestimmt. Von der Rentenversicherung hat die Krankenkasse jedenfalls keine Daten erhalten.
      :ola: Hallo Schorschi
      kann gut nachvollziehen wie es dir im moment wohl geht . Auch mir wurde von einem tag au dem anderen mein KG gestrichen. Rennerei zum Arzt ,Amt ect. War nach meiner Krebserkrankung und anschl. Psychtherapie auf einem ganz guten Weg . Durch den Stress der letzten Wochen aber ist vieles wieder hochgekommen , so das mein HA.mir dringenst empfohlen hat einen Psychtherapeuten aufzusuchen. Aber auch ich kleines Licht werde es der KK nicht so einfach machen. "Also Kopf hoch , sprach der Henker " Schorschi hier im Forum sind echt trolle Leute die einem mit Rat zu Seite stehen.

      Gruß Querdental
      Hallo Schorschi,

      Anmerkung es kann durchaus sein, dass die Leistungsvoraussetzungen für ALG I ​ nicht gegeben sind.


      Hast du im Antrag für ALG I angekreuzt, dass du dich mit deinem Restleistungsvermögen dem Arbeitsmarkt
      zur Verfügung stellst, oder geschrieben, dass du nicht arbeitsfähig bist?
      Sieh mal, dein Arzt sagt, dass du AU bist, die Krankenkasse ( MDK) hält dich für gesund.
      Du hast sicher dem MA der AfA gesagt, dass du Widerspruch eingelegt hast, oder?
      Solange nicht geklärt ist, ob du AU bist, oder doch nicht - sollte dir ALG I zustehen, wenn du noch Ansprüche hast.
      Die AfA kann dich ja zu ihrem Arzt schicken, um festzustellen, inwieweit du arbeitsfähig bist.
      Gruss
      daggi58 :rolleyes:
      @daggi58

      Danke für Deinen Beitrag!

      Ich habe bei der Agentur für Arbeit angegeben, dass ich mich im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten zur Verfügung stelle. Diese Möglichkeiten auszuloten liegt nun im Verantwortungsbereich der Agentur.

      Natürlich habe ich die Agentur für Arbeit über den Widerspruch informiert. Ich war nicht der einzige Antragsteller in der Woche, der von der Krankenkasse aus dem Krankengeld geworfen wurde. Die Sachbearbeiterin wirkte sehr verärgert über das Vorgehen der Techniker Krankenkasse.

      Ich bin gar nicht vom MDK begutachtet worden. Die Krankenkasse hat das Krankengeld widerrechtlich eingestellt, nämlich aufgrund einer Reha-Entlassmitteilung.

      Es gibt Streitigkeiten mit der Agentur für Arbeit über die Beitragszahlung. Angeblich sollen die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung durch die Krankenkasse nicht gezahlt worden sein, was ich allerdings nicht glaube.

      Diese Sache liegt schon beim Sozialgericht.
      @Ancyst

      Sorry, ich hatte Deinen letzten Satz überlesen.

      Das passiert mir, seit ich krank bin, ständig.

      Ich habe das einzige Schreiben, dass ich von der Techniker Krankenkasse in dieser Angelegenheit erhalten habe, bereits in meinem oben genannten Beitrag (#3) ins Forum eingestellt.

      Ausser einer zynisch klingenden Schlussformel ist das Schreiben vollständig zitiert.
      Also, ich formuliere jetzt hier mal eine konkrete Frage:

      Darf die Krankenkasse aufgrund einer Aussage über die Arbeitsfähigkeit im Entlassschein bei gleichzeitiger Vorlage einer gültigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung die Krankengeldzahlung ohne Angabe einer Rechtsgrundlage einstellen?
      Hallo Schorschi,
      die Krankenkassen können bei Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit
      eine gutachterliche Stellungnahme des MDK einholen (§ 275 SGB V).
      Gutachten des MDK sind für den behandelnden Arzt grundsätzlich
      verbindlich [§ 7 Abs. 2 Satz 1 der Richtlinien des Gemeinsamen
      Bundesausschusses über die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
      (Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie)]. Allerdings kann der Arzt unter
      schriftlicher Darlegung seiner Gründe bei der Krankenkasse eine
      erneute Entscheidung auf der Basis eines Zweitgutachtens beantragen.

      Gruß
      Ancyst
      Tja Schorschi,

      die Krankenkasse hat ja erst einmal das Krankengeld eingestellt.
      Du kannst versuchen, über einen Eilantrag beim SG weiterhin Krankengeld
      zu bekommen - aber das geht nicht von heute auf morgen.

      Dein behandelnder Arzt muss so schnell wie möglich ein Zweitgutachten nach
      § 7 Abs. 2 AU-RL bei der Krankenkasse beantragen, da er dich ja weiterhin für AU hält.
      Da über deinen Widerspruch noch nicht entschieden ist, würde ich umgehend die
      Krankenkasse in Kenntnis setzen, dass dein Arzt ein Zweitgutachten beantragt, dass diese
      Unterlagen zum Widerspruch dazu genommen werden.
      Gruss
      daggi58 :rolleyes:
      Ich weiss leider nicht, welche Infos Euch noch fehlen. Vielleicht könntet Ihr mir einen Hinweis geben?

      Das Krankengeld wurde nach einem Reha-Aufenthalt, vermutlich aufgrund einer Entlassmitteilung, eingestellt. Die Krankenkasse hat dazu den oben zitierten Brief geschickt. Mehr ist nicht passiert.

      EINE BEGUTACHTUNG DURCH DEN MDK HAT NICHT, WEDER PERSÖNLICH NOCH NACH AKTENLAGE, STATTGEFUNDEN.

      Die Entlassmitteilung der Reha-Klinik gilt nur für den Tag der Entlassung gilt und ist eine Empfehlung. Der Empfehlung sind meine behandelnden Ärzte nicht gefolgt. Für den Tag der Entlassung - und die Zeiträume davor und danach - liegt eine gültige, überlappende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor.

      Die Krankenkasse hat somit m.E. überhaupt keine Rechtsgrundlage, das Krankengeld mit sofortiger Wirkung einzustellen!

      Sie hätte mich dem MDK vorstellen dürfen.

      Erst wenn der MDK die Rechmäßigkeit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anzweifelt, hätte die Krankenkasse die Zahlungen einstellen und mein Arzt ein Zweitgutachten fordern können.

      Richtig?
      Hallo Schorschi,

      woher weist Du dass es kein MdK-Gutachten nach
      Aktenlage gibt.

      Was hat dein Arzt unternommen?

      Daggi hat Dir einen weiteren Hinweis gegeben.
      Stelle bitte das Schreiben der Krankenkasse ein-

      Gruß
      Ancyst
      Hallo Ancyst,

      die Krankenkasse hat mitgeteilt, dass es kein MDK-Gutachten gibt, sondern dass man sich auf den Reha-Aufenthalt bezieht. Da es kein MDK-Gutachten gibt, gibt es auch kein Recht auf ein Zweitgutachten. Bitte geht bei der Beurteilung des Falls davon aus, dass der MDK noch nicht involviert ist.

      Mein Arzt hat das von der Krankenkasse angeforderte Schreiben erstellt, dass die medizinischen Gründe darlegt - obwohl er dazu meiner Meinung nach nicht verpflichtet ist.

      Hier das Schreiben der Techniker Krankenkasse noch einmal:

      "Ihre Arbeitsunfähigkeit.

      Sehr geehrte/r xxx,

      Sie sind seit dem xxx arbeitsunfähig erkrankt und haben vom xxx bis xxx eine medizinische Rehabilitation durchgeführt. Diese Massnahme haben Sie nach Gutachten der Rehabilitationsklinik arbeitsfähig beendet. Trotz der Einschätzung der Klinik haben wir eine weitere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen der gleichen Diagnose erhalten.

      Der Entlassungsbericht der Rehabiliationsklinik ist für uns bindend. Daher wird die Arbeitsunfähigkeit zum xxx enden. Ihren behandelden Arzt haben wir darüber informiert.

      Grundsätzlich endet der Anspruch auf Krankengeld mit dem Tag, an dem nach Aussage der Klinik die Entlassung als arbeitsfähig erfolgt. Da Sie jedoch jetzt erst Kenntnis über unsere Entscheidung erlangt haben, werden wir das Krankengeld zum xxx einstellen. (Bekanntgabe Verwaltungsakt)

      Diese Entscheidung ist verbindlich, Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, informieren Sie uns bitte innerhalb einer Woche darüber und legen Sie innerhalb dieser Frist gemeinsam mit Ihrem Arzt die medizinischen Gründe ausführlich dar.

      Zudem ist es dann erforderlich, dass Sie Ihre Einverständniserklärung zur Anforderung des Entlassungsberichtes durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) einreichen. Wir lassen dann Ihre Arbeitsunfähigkeit vom MDK prüfen."
      Hallo Schorschi,

      dann musst Du abwarten, wie der Widerspruch ausgeht.

      Die Empfehlung von Daggi noch bitte beachten.
      Ansonsten kannst Du hier das Vorgehen des MdK nachlesen:


      Begutachtungsanleitung
      MdK

      mdk.de/media/pdf/BGA-AU_2011-12-12.pdf


      Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie:

      g-ba.de/downloads/62-492-1140/…5-12-17_iK-2016-03-17.pdf

      Als weiteres kannst Du den Vorfall dem Bundesversicherungsamt in Bonn melden.
      Nach deiner Aussage ist das Krankengeld bereits eingestellt und das bleibt so, bis
      der Widerspruch bearbeitet ist.
      Falls keine Abhilfe erfolgt, dann die Klage vor dem SG
      Gruß
      Ancyst
      @Ancyst

      soll das also heissen, die Krankenkasse darf, ohne eine Rechtsgrundlage zu nennen und ohne den MDK einzuschalten, einfach so über fachärztliche AU-Bescheinigungen hinwegsetzen und die Zahlungen einstellen, ohne dass man Möglichkeiten hat, sich dagegen zu wehren?

      Das kann ich mir nicht vorstellen...