Krankengeldfalle

      Xelina schrieb:


      Tatsächlich steht ja auf einer Folgebescheinigung auch immer "arbeitsunfähig seit" (was die Ärzte
      aber aus Bequemlichkeit gerne mal offen lassen). Wenn es also am 5.10. eine Folgebescheinigung
      gibt, ist doch die Nahtlosigkeit gegeben.

      Wenn ich einen Tag arbeite und dann am selben Tag wieder zum Arzt gehe, der mich dann wieder
      auf die selbe Krankheit krank schreibt, dann bekomme ich Krankengeld. Ebenso, wenn ich einen Tag
      gearbeitet habe und erst am nächsten Tag zum Arzt gehe. … Wieso ist das jetzt anders, wenn die
      Krankmeldung 1 Werktag zu spät erfolgt?

      Dann könnte die KK doch eigentlich nur sagen, dass für den einen Tag, für den keine AU vorlag
      (was ja eigentlich auch nicht stimmt), kein Krankengeld gezahlt wird. Wieso wird aber in solchen
      Fällen die Krankengeldzahlung komplett eingestellt.


      Moin Xelina,

      bei Folgebescheinigungen hilft das rückschauende „arbeitsunfähig seit“ zumindest bisher nicht, obwohl
      auch dies ein Indiz dafür ist, dass die vorausgehende Bescheinigung kein "Ende bescheinigte" - was aber
      bei fehlenden Kreuzchen zu "Endbescheinigung" schon eindeutig ist.

      Stattdessen kommt es darauf an, wann die Arbeitsunfähigkeit festgestellt und bescheinigt (sowie der
      Krankenkasse gemeldet) wurde. Diese lt. BSG notwendige Unterscheidung wird aber auch von den Gerichten
      unterlassen bzw. - sogar vom BSG durch den "Tatbestands-Trick" - umgangen.

      Im Übrigen sind die Auswirkungen unterschiedlich, je nachdem ob man (du) im Beschäftigungsverhältnis
      (b)ist oder (Lisa) nicht.

      Unser Gerechtigkeitsgefühl ist identisch, dass in solchen Fällen Krankengeld nur für die „Lücke“ nicht
      gezahlt werden sollte, statt ganz eingestellt zu werden.

      Schönen Gruß
      Machts Sinn
      Hallo Lisa,

      langsam wird es Zeit für eine Antwort an die BARMER GEK, vielleicht etwa so:



      Sehr geehrte …

      zu Ihrem Schreiben vom … teile ich mit, dass ich kein Verständnis für
      Ihre Entscheidung habe und den Widerspruch nicht zurücknehme.

      Zur weiteren Begründung verweise ich auf die Urteile der Sozialgerichte

      Speyer vom 30.11.2015 , S 19 KR 160/15:
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…4D51-890A-8F29286A92FA%7d
      Mainz vom 21.03.2016, S 3 KR 255/14:
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…408B-A160-DFC31976559C%7d
      Speyer vom 11.07.2016, S 19 KR 599/14:
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…443C-BB58-5082AABAD587%7d
      Mainz vom 25.07.2016, S 3 KR 428/15:
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…426F-AEF4-0DA7E4CCFF61%7d

      Nach geltendem Recht steht mir das Krankengeld weiterhin zu.

      Da der Widerspruch nach § 86a SGG aufschiebende Wirkung hat, bitte
      ich um sofortige Weiterzahlung ab 01.10.2016 und schriftliche
      Bestätigung innerhalb einer Woche.

      Mit freundlichen Grüßen



      Unabhängig davon solltest alles Erforderliche tun um ersatzweise Ansprüche
      (z. B. auf Alg II … ) zu sichern.

      Viel Erfolg und schönen Gruß!
      Machts Sinn
      Hallo Daggi
      Hallo Machts Sinn,

      was Machts Sinn schreibt ist richtig.Mein Anspruch war erschöpft.Somit hätten es 12 Monate Krankengeldbezug gebraucht um neue Anwartschaft zu haben.
      Diese Antwort habe ich von der Sachbearbeiterin der Arbeitsagentur bekommen, die mich dann ins Jobcenter schickte.
      Meine AU war bis Freitag den 30.09 ausgestellt als Folgebescheinigung. Der 1.10 war ein Samstag, der 2.10 ein Sonntag und der 3.10 war hier in Baden Württemberg ein Feiertag.
      Am 4.10 war meine Ärztin während der Sprechzeit wegen eines Notfalls nicht mehr in der Praxis. Am 5.10 war ich dann dort und die AU war vom 5.10 bis 29.10 festgestellt am 5.10 ausgestellt.Und damit ist der 4.10 nicht bescheinigt, zumindest nicht auf dem gelben Zettel.Nach dem Schreiben der Kasse vom 14.10 hat meine Ärztin ein Schreiben an die Kasse geschickt, indem sie ausdrücklich erklärt dass ich auch am 4.10 krank war.
      Der auf den letzt bescheinigten Tag war der 30.09 der nächste war der 4.10.
      Von daher ist der 4.10 tatsächlich nicht auf einer AU bescheinigt.NUR ist das nicht mein Verschulden, da ich die Praxis ja am 4.10 aufgesucht habe.
      Ebenso hat mir die Hausärztin den 4.10 formlos bescheinigt.
      Es gibt ein Urteil, dass den Wegfall des KG wegen Lücke bestätigt aber auch folgendes:
      Etwas anderes kann nach den Ausführungen des Gerichts nur dann gelten, wenn der Arzt im Rahmen seiner (schriftlichen) Prognoseentscheidung davon ausgeht, dass AU dauerhaft oder zumindest für einen längeren Zeitraum gegeben ist.Sozialgericht Detmold, Urteil vom 15.10.2014 - S 5 KR 518/12 -
      Vielleicht ist das auch ein Ansatz

      lg Lisa
      weitere Ansätze:

      LSG Baden-Württemberg*
      lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_…nt.py?Gericht=bw&nr=18889
      und dazu:
      rechtsportal.de/Rechtsportal/R…liche-Feststellung-der-AU

      sowie LSG Rheinland-Pfalz
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…6-4DF2-B82F-811A3A0FCDBA}


      Eine ärztliche Feststellung der Fortdauer der Arbeitsunfähigkeit erst am Folgetag ist
      jedoch unschädlich, wenn der Versicherte die Arztpraxis rechtzeitig zur Feststellung
      weiterer Arbeitsunfähigkeit aufsucht, dort aber wegen überfüllter Praxis auf den
      nächsten Tag einbestellt wird und die ärztliche Feststellung erst an diesem Tag
      erfolgt.

      *Anmerkung:
      damals war die Folge-AUB noch "überschneidend" erforderlich. Ein Tag zu spät sollte
      auch nach der neuen Rechtslage vergleichbare Auswirkungen haben.


      Hallo Machts Sinn,und
      hallo an Daggi und Xenia

      vielen Dank für die Mühe die ihr euch meinetwegen gemacht habt.
      Ich werde versuchen einen Brief an die Barmer aufzusetzen mit den Gerichtsurteilen als Begründung für meinen Widerspruch.
      Zur Zeit gehts mit gesundheitlich sehr schlecht, und es fällt mir schwer meine Gedanken zu ordnen und auf Papier festzuhalten.Meine Psychologin und meine Hausärztin raten mir dringend zur stationären Behandlung.
      Falls ihr nichts mehr von mir hört, dann bin ich dem Rat der Ärzte gefolgt.
      Ich finde es großartig, wie ihr hier Menschen helft, die oft auch unverschuldet, zwischen die Mühlräder aus Unmenschlichkeit und menschenverachtende Paragraphen und Vorschriften geraten sind.
      Vielen Dank
      Lisa
      Liebe Lisa,

      da ich selber an einer Depression erkrankt bin, weiß ich, wie schwer Dir das alles im Moment fällt und wie Dich die Nachricht Deiner Kasse aus der Bahn geworfen hat. Der Weg zurück in ein "normales" Leben ist ein täglicher Kampf und dann bekommt man von der KK auch noch Knüppel zwischen die Beine geworfen. Und dann muss man einen Kampf führen, obwohl man dafür überhaupt keine Kraft hat.

      Egal, wie Du Dich entscheidest, wünsche ich Dir auf jeden Fall, dass Du bald wieder ein Licht am Ende des Tunnels siehst, damit es für Dich auch mal wieder hellere Tage gibt!!
      Es grüßt Xelina :z1:
      Hallo Lisa,
      auch ich kann aus eigener Erfahrung schreiben, wie schnell man mit "Hilfe"
      der Krankenkassen und "kompetenten" Ärzten an sich und seinem Geisteszustand
      zweifelt und was solche Vorgehensweisen anrichten können.
      Es lohnt sich - auch wenn es Einem schlecht geht - mit kompetenter Hilfe weiter zu kämpfen.
      In meinem Fall hat es sich gelohnt und darüber bin ich sehr dankbar, wenn man nicht alleine
      da steht.
      Gruss
      daggi58 :rolleyes:

      gesetzliche Krankengeld-Falle - ergänzende Widerspruchsbegründung

      Bisher keine Antwort - also warum nicht:




      Sehr geehrte …


      zu Ihrem Schreiben vom … teile ich mit, dass ich kein Verständnis für Ihre
      Entscheidung habe und den Widerspruch nicht zurücknehme.


      Begründung:

      Nach § 46 Satz 2 SGB V in der Fassung ab 23.07.2015 bleibt der Anspruch
      auf Krankengeld jeweils bis zu dem Tag bestehen, an dem die weitere Arbeits-
      unfähigkeit wegen derselben Krankheit ärztlich festgestellt wird, wenn diese
      ärztliche Feststellung spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt be-
      scheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit erfolgt; Samstage gelten insoweit
      nicht als Werktage. dejure.org/gesetze/SGB_V/46.html


      Da der Gesetzeswortlaut auf das bescheinigte Ende der Arbeitsunfähigkeit ab-
      stellt, kann damit kaum ein „voraussichtlich-arbeitsunfähig-bis-Datum“ gemeint
      sein. Stattdessen liegt durch den Zusammenhang von Gesetz und Formular nahe,
      dass es für die Anwendung der Bestimmung auf den „letzten Tag der Arbeitsun-
      fähigkeit“ per „Endbescheinigung“ ankommt und die gesetzliche Krankengeld-
      Falle sonst nicht zuschnappen kann bzw. gar keine Falle ist:
      aok-gesundheitspartner.de/impe…ap_verordnung_muster1.pdf

      Darauf gehen Sie in Ihrem Bescheid mit keinem Wort ein. Dies gilt ebenso für die
      besonderen Umstände des Falles:

      Tatsache ist, dass weitere Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich bis Freitag, den 30.09.
      2016 bescheinigt war. Wegen des Feiertags am Montag, 03.10.2016, war Dienstag,
      der 04.10.2016 der nächste Werktag, an dem die weitere AU-Bescheinigung (frühes-
      tens) erforderlich war.

      Als ich mich am 26.09.2016 bei meiner Ärztin mit den Worten „bis Freitag“ verab-
      schiedete und sie sagte „das reicht auch noch am Dienstag“, konnte ich darauf ver-
      trauen, denn sie kennt sich damit besser aus und macht das ja tagtäglich. Deswegen
      habe ich meine Obliegenheiten am Dienstag, 04.10.2016, vormittags, erfüllt und die
      Praxis meiner Ärztin aufgesucht. Zur weiteren AU-Bescheinigung kam es jedoch nicht,
      weil sie wegen eines Notfalls während der Sprechzeit weg musste und nicht mehr in
      die Praxis kam; mittags ist keine Sprechstunde.

      Damit habe ich meine Obliegenheit erfüllt, zur Aufrechterhaltung meines Anspruchs
      auf Krankengeld die weitere Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig ärztlich bescheinigen zu
      lassen. Dass es dazu nicht kam, ist nicht von mir zu vertreten.

      Diese Umstände sind mit dem vom Landessozialgericht Mainz durch Urteil vom
      04.02.2016, L 5 KR 65/15, entschiedenen Fall vergleichbar. Danach ist die ärztliche
      Feststellung / Bescheinigung der Fortdauer der Arbeitsunfähigkeit am Folgetag un-
      schädlich, wenn der Versicherte die Arztpraxis rechtzeitig zur Feststellung weiterer
      Arbeitsunfähigkeit aufsucht, dort aber wegen überfüllter Praxis auf den nächsten
      Tag einbestellt wird und die ärztliche Feststellung erst an diesem Tag erfolgt. In
      diese Richtung urteilte auch das Landessozialgericht Stuttgart am 21.10.2014,
      L 11 KR 1242/14.

      Jedenfalls ist die weitere Arbeitsunfähigkeit am 05.10.2016 festgestellt und bis
      29.10.2016 bescheinigt worden. Dass dabei vom 05.10.2016 als Beginn der AU
      ausgegangen wurde, ist ein offensichtlicher formaler Fehler, für den ich nichts
      kann und der mir deswegen auch nicht anzulasten ist, zumal dies nicht hätte
      passieren können, wenn die Verlängerung bereits am Tag zuvor bescheinigt
      worden wäre.

      Da die Arbeitsunfähigkeit unstreitig nicht unterbrochen war, wäre es un-
      verhältnismäßig, den völligen Verlust des Krankengeld-Anspruchs darauf zu
      stützen. Dafür muss die Krankenkasse einstehen. Dazu wird auf das Urteil des
      LSG Baden-Württemberg vom 25.5.2016, L 5 KR 1063/15, verwiesen. Nach dem
      Leitsatz dazu dürfen wegen der Eigenart der gesetzlichen Krankenversicherung als
      staatliche Pflichtversicherung mit Beitragszwang im Hinblick auf den Verhältnismäßig-
      keitsgrundsatz (Art. 2 Abs. 1 GG) überzogene formale Anforderungen an Arbeitsun-
      fähigkeitsbescheinigungen (§ 46 Satz 1 Nr. 2 SGB V) nicht gestellt werden, erst Recht
      nicht, wenn sich dadurch der Versicherungsstatus des (Pflicht-) Versicherten ändern
      und durch Zahlung der (Pflicht-)Beiträge erworbene Leistungsansprüche verloren
      gehen können. Jede voraussichtlich-bis-Bescheinigung ist unabhängig von der
      Prognose zur Dauer der Arbeitsunfähigkeit, sondern von Zufälligkeiten und
      administrativ bestimmt (§ 5 Abs. 4 AU-RL und Erläuterungen zur Verein-
      barung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung
      zum voraussichtlich-bis-Datum in der AUB).

      Im Übrigen werden die rechtlichen Argumente aus den Urteilen der Sozial-
      gerichte

      Speyer vom 30.11.2015 , S 19 KR 160/15
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…4D51-890A-8F29286A92FA%7d
      Mainz vom 21.03.2016, S 3 KR 255/14:
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…408B-A160-DFC31976559C%7d
      Speyer vom 11.07.2016, S 19 KR 599/14:
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…443C-BB58-5082AABAD587%7d
      Mainz vom 25.07.2016, S 3 KR 428/15:
      www3.mjv.rlp.de/rechtspr/Displ…426F-AEF4-0DA7E4CCFF61%7d

      zum Gegenstand des Widerspruchsverfahrens gemacht. Sie sind zutreffend,
      auch wenn sie von den Krankenkassen und von der Sozialgerichtsbarkeit ins-
      gesamt ignoriert werden. Jedenfalls ist ihnen bisher nicht nachvollziehbar
      widersprochen.

      Nach geltendem Recht steht mir das Krankengeld somit weiterhin zu.

      Da der Widerspruch nach § 86a SGG aufschiebende Wirkung hat, bitte ich
      um sofortige Weiterzahlung ab 01.10.2016 und schriftliche Bestätigung
      innerhalb einer Woche.


      Mit freundlichen Grüßen


      Hallo Machts Sinn
      Hallo Daggi,

      seit meinem letzten Beitrag ist einige Zeit vergangen. In Sachen Krankenkasse hat sich nichts getan. Aber nachdem ich alle Ämter abgeklappert hatte (Sozialamt, Arbeitsamt, Jobcenter) habe ich auch eine Anlaufstelle für den Bezug von Leistungen gefunden. Schließlich ist es mir sogar gelungen, die Formulare auszufüllen und einen Abgabetermin zu bekommen.
      Den Brief an die Krankenkasse mit der Aufforderung das Krankengeld weiterzuzahlen und den von dir aufgeführten Urteile verschiedener Sozialgerichte habe ich geschrieben.
      Deine wesentlich längere Ausführung eines Briefes an die KK hier im Forum habe ich erst danach gesehen.
      Die Antwort der Kasse hat sich auf 2 Sätze beschränkt:
      Meinem Widerspruch konnten sie nicht abhelfen, daher haben sie am 14.11.16 alle unterlagen an den Widerspruchsausschuss weitergeleitet.
      Ich erhalte dort eine abschließende Entscheidung.
      Seitdem habe ich nichts mehr gehört.
      Es gibt auch was positives: Immerhin hat die KK mir Rehasport genehmigt.

      Als nächstes steht der amtsärztliche Termin an. Je mehr ich darüber im Internet lese, desto größer wird die Angst davor. Was mache ich wenn mich der Arzt für "Leistungsfähig" befindet?

      Ich habe auch Beiträge gelesen, bei denen nicht nur der Krankengeldbezug weggefallen ist, sondern auch die Mitgliedschaft in der KK. Hatte ich da bei allem Unglück tatsächlich ein wenig Glück, dass meine Mitgliedschaft nicht beendet wurde?

      Macht weiter so, es gibt viele Menschen in Not, die eure Hilfe brauchen.

      lg Lisa
      Hallo Lisa,

      dachte schon, diese Sache sei nicht mehr aktuell, werde
      nun aber im Sammel-Thread auch einen Link hierher setzen.

      Vorschlag:
      Schicke die Langfassung noch an die Krankenkasse nach und
      bitte ausdrücklich darum, dass die Ausführungen durch den Wider-
      spruchsausschuss berücksichtigt und beantwortet werden.

      Schönen Gruß
      Machts Sinn
      Hallo Machts Sinn,

      ich werde die "Langfassung"an die KK schicken und an den Widerspruchsausschuss adressieren.
      Diese ganze Geschichte hat mich gesundheitlich doch mehr belastet als ich dachte.Im November/Dezember sah es zunächst so aus, als ob ich wieder in die Klinik muss.
      Ich war einfach nicht in der Lage mich hier zu äußern.Aber die Hilfe die ich damals von euch hier erhalten habe, habe ich nicht vergessen.
      Jetzt da es mir wieder etwas besser geht wollte ich euch den aktuellen Stand der Dinge mitteilen.
      Egal wie die Sache ausgeht werde ich es euch wissen lassen.
      lg Lisa
      .
      Ja gut so Lisa und danke für die Zwischennachricht und die Zusage!

      Gemeinsam sind wir etwas stärker - in diesem Sinne alles Gute für die
      Gesundheit und mach´dir nicht allzuviel Gedanken im Voraus. Wir
      sind ja da, auch wenn das nur ein sehr kleiner Trost sein kann.

      Ebenfalls LG
      Machts Sinn

      .
      Hallo Machts Sinn,

      hallo Daggi
      und Hallo an alle die mich in dieser Sache mit Rat, Tat und Trost unterstützt haben.

      Zuerst die gute Nachricht! Gesundheitlich geht es mir trotz allen Widerstandes der KK etwas besser. Mit Hilfe von Spritzen und Infusionen sind meine teuflischen Rückenschmerzen besser geworden. Die Zeitspanne der Belastung ist von 2-3 Min auf ca. 15 Min gestiegen, sodass es mir möglich ist einfache Tätigkeiten wie Duschen, Haare waschen anziehen oder Geschirr spülen schmerzfrei zu erledigen. Auch die Schmerzintensität ist nicht mehr so hoch und nach Entlastung sofort weg.
      Natürlich hat das auch positive Auswirkung auf meine Depressionen.Mir ist zwar immer noch nicht nach jubeln, aber auch nicht mehr nur noch nach heulen. Ihr wisst was ich damit meine ;)

      Jetzt das was euch mehr interessiert.
      Der Widerspruchsausschuss der KK hat meinen Widerspruch natürlich abgelehnt. Da sich diese Ausschuss zu 50% aus Angestellten der Barmer als Vorsitzender u Stellvertreter und 2 Mitgliedern zusammensetzt ist das nicht wirklich überraschend.
      Als Begründung wird im wesentlichen erklärt, dass die ärztliche Bescheinigung nicht ununterbrochen bescheinigt wurde. Daher bestand am 1.10.16 kein Versicherungsverhältnis und damit auch kein Anspruch auf Krankengeld.
      Auf die formlose Bescheinigung der Ärztin und den darin enthaltenen Hinweis, dass ich wohl am 4.10 vorstellig war, sie aber wegen eines Notfalls nicht in der Praxis war, wird mit keinem Wort erwähnt. Ebenso wenig ging der Ausschuss darauf ein, dass meine Ärztin die Krankheit in ihrem Schreiben formlos ununterbrochen bescheinigt hat.
      Ich habe jetzt die Möglichkeit beim Sozialgericht Mannheim Klage zu erheben.
      Da mir aber mein Gesundheitszustand wichtiger ist, und eine Klage mit einer schweren psychischen Belastung einhergehen würde, werde ich keine Klage erheben.
      Ich brauche meine Kraft für die Arbeitssuche, das Schreiben von Bewerbungen, event. Vorstellungsgespräche aber vor allem für die Absagen.

      Damit sind wir beim nächsten Thema, dass ich etwas kürzer halten will.
      Die amtsärztlich Untersuchung ergab, dass ich vollschichtig leistungsfähig bin, für leichte bis mittelschwere Arbeit für über 6 std. und mehr.
      Auszuschließen sind:
      Hohe Anforderung an Konzentrations - Reaktions - Umstellungs - und Anpassungsvermögen
      Hohe Verantwortung
      Publikumsverkehr
      Zeitdruck
      Nachtschicht
      Häufiges bücken, heben und tragen, knien und Hocken
      anhaltende Zwangshaltung der Wirbelsäule sowie einseitige Körperhaltung
      Belastungen durch Nässe, Kälte, Zugluft Temperaturschwankung u inhalative Belastungen wie Staub, Rauch, Gas oder Dämpfe
      Psychische Minderbelastbarkeit (keine Zeitarbeit)

      Den Rest erspare ich mir.

      Diese Ergebnis habe ich erst gestern erhalten und muss es erst noch schlucken und verdauen.

      Der Wunsch wieder berufstätig zu werden ist vorhanden möglichst irgendwann auch wieder Vollzeit. Sonst hätte ich von Anfang an Erwerbsunfähigkeit fokussiert.
      Nach meiner Vorstellung wollte ich allerdings erst zu 90 % schmerzfrei sein, wodurch zumindest ein Teil der vielen Einschränkungen wegfallen würde.
      Mit einer nahezu vollständigen Genesung der Körperlichen Beschwerden wird es auch automatisch mit der Depression besser.
      Und jetzt wo man endlich auch Behandlungsansätze gefunden hat bin ich zuversichtlich, dass eine Genesung möglich ist.

      Bis ich eine Tätigkeit finde, die all diese Kriterien erfüllt wird es viele Bewerbungen brauchen....
      Das Einzigste was mir noch Kopfzerbrechen macht, sind die 8 Std täglich. Nach so langer Krankheit von 0 auf 100 traue ich mir ehrlich gesagt nicht zu....

      So das ist das vorläufige Ende meiner Geschichte zur Krankengeldfalle und den Folgen.

      Das Fazit: In Deutschland Recht zu haben heißt nicht auch Recht zu bekommen.
      Und damit das so bleibt werden die Gesetze so formuliert, das es im Zweifel fast immer von der Seite der "Mächtigeren" gebeugt werden kann.

      Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

      An dieser Stelle bleibt mir nur noch ein herzlichstes Dankeschön, Zu wissen, dass es irgendwo Menschen gibt, die ich nicht mal persönlich kenne, die sich die Zeit nehmen mir zuzuhören und mich zu unterstützen hat mir in meiner verzweifelten Situation sehr geholfen.
      Danke dass es euch gibt

      liebe Grüße
      Lisa Simpson
      Hallo,
      Da sich diese Ausschuss zu 50% aus Angestellten der Barmer als Vorsitzender u Stellvertreter und 2 Mitgliedern zusammensetzt ist das nicht wirklich überraschend.

      Hast du diese Information von der Barmer erhalten - es sollte doch so sein, dass die Widerspruchsausschüsse der Krankenkasse sich aus Mitgliedern des Verwaltungsrates
      zusammensetzen und da dürfen keine Arbeitnehmer der Kasse drinnen sein
      .
      Hier ist mal die Zusammensetzung des Ausschusses Nr. 11 der Barmer -
      https://www.barmer.de/ueberuns/verwaltungsrat/organisation/widerspruchsausschuss-11-79824
      Gruss
      Czauderna
      Hallo Czauderna

      möglicherweise habe ich das falsch interpretiert.
      Der Ausschuss setzt sich zusammen aus....Vorsitzender...stellv. Vorsitzender... Mitglied...Mitglied

      Mitglied habe ich als Mitglied bei der Barmer verstanden.
      Die Zusammensetzung des Ausschusses 11 auf der Webseite von dir entspricht nicht der Zusammensetzung die in dem Schreiben genannt wird.

      Wenn du mir jetzt sagst, dass dieser Verwaltungsrat nicht mit Mitteln der Barmer finanziert wird, sonder unabhängig und neutral agiert, ähnlich einem Sozialgericht,
      und mir noch erklären kannst woher die Bezüge der Mitglieder des Verwaltungsrates sowie die Betriebskosten kommen, würde ich mich vielleicht besser fühlen.

      Danke für die Aufklärung

      lg lisa
      .
      Hallo Lisa Simpson,

      freut mich, dass es dir gesundheitlich besser geht!

      Schade, dass ich dich nicht bei einer Klage vor dem Sozialgericht Mannheim unterstützen
      kann, gerade jetzt wo das Thema „ganz heiß“ ist und sich die Programmkommission der SPD
      im aktuellen Programmprozess mit den Möglichkeiten für mehr soziale Gerechtigkeit und
      Sicherheit damit befassen wird.

      Außerdem müsste sich demnächst – was immer das auch heißt – das Bundessozialgericht
      nochmals zu diesem Thema äußern. Vielleicht sieht dann manches etwas anders aus:
      bsg.bund.de/DE/07_Anhaengige_R…_Senat_03.html?nn=3461716

      Also falls du dir das noch anders überlegen solltest: du kannst mit meiner Hilfe rechnen.
      Ansonsten respektieren alle deine Entscheidung, dich von der Krankenkasse nicht wieder
      kränker machen lassen zu wollen.


      P.S.:

      Widerspruchsausschuss: da kann zumindest ich nichts beitragen, dich besser zu fühlen.

      Und weil der Thread sicher noch häufig gelesen wird, hier noch eine aktuelle Darstellung:





      Schönen Gruß
      Machts Sinn

      Lisa Simpson schrieb:

      Hallo Czauderna

      möglicherweise habe ich das falsch interpretiert.
      Der Ausschuss setzt sich zusammen aus....Vorsitzender...stellv. Vorsitzender... Mitglied...Mitglied

      Mitglied habe ich als Mitglied bei der Barmer verstanden.
      Die Zusammensetzung des Ausschusses 11 auf der Webseite von dir entspricht nicht der Zusammensetzung die in dem Schreiben genannt wird.

      Wenn du mir jetzt sagst, dass dieser Verwaltungsrat nicht mit Mitteln der Barmer finanziert wird, sonder unabhängig und neutral agiert, ähnlich einem Sozialgericht,
      und mir noch erklären kannst woher die Bezüge der Mitglieder des Verwaltungsrates sowie die Betriebskosten kommen, würde ich mich vielleicht besser fühlen.

      Danke für die Aufklärung

      lg lisa


      Hallo Lisa,
      leider kann ich nichts dazu beitragen damit du dich besser fühlst. Die Finanzierung der Arbeit der Verwaltungsräte erfolgt aus den Haushaltsmitteln der jeweiligen Kassen
      und was die Neutralität angeht, die ist offiziell damit begründet dass es eben keine Mitarbeiter der Kassen sind, die entscheiden ob einem Widerspruch abgeholfen wird oder nicht, sondern eben Mitgliedern dieser Kasse, also theoretisch Menschen wie du und ich, wenn wir uns denn da hätten wählen lassen von den anderen Mitgliedern (Sozialwahlen).
      Was nun die Entscheidung als solches betrifft, so verhält es sich in der Praxis meiner Meinung nach meistens schon so, wie es z.B. bei Leistungsablehnungen oder Krankengeldeinstellungen die Regel ist, wo die Kasse sich am MDK-Gutachten in hohem Maße orientiert, dass sich die Mitglieder der Widerspruchausschuesse auch in gleich hohem Maße an den "Empfehlungen" und Stellungnahmen der jeweiligen Fachabteilungen orientieren. Damit ist auch erklärbar, dass nur wenigen Widersprüchen in der Praxis eben durch diese Ausschüsse abgeholfen wird.
      Man kann nun über den Sinn und Zweck solcher Ausschuesse trefflich streiten, aber sie sind nunmal im Gesetz vorgeschrieben.
      Wenn Du die Nr. deines Widerspruchsausschusses weisst, es war also nicht die Nr. 11 - kannst du nochmal nachschauen, was die Zusammensetzung angeht.
      Gruss
      Czauderna

      Ancyst schrieb:

      Hallo Czauderna,


      es ist ungünstig, wenn der Widerspruch
      dem Widerspruchsauschuss vorgelegt wird.

      Ein Mitarbeiter der Krankenkasse trägt
      den Fall vor.

      Widerspruchsausschuss = Abnickgremium

      Und damit ist alles gesagt.


      Hallo,
      na ja, das sehen diejenigen deren Widerspruch durch einen Widerspruchsausschuss abgeholfen wurde allerdings etwas anders, waren doch deren Fälle von den Fachabteilungen abgelehnt wurden - also nix mit "blindem" abnicken.
      Aber da verhält es sich genau so wie mit den Sozialgerichten - entscheiden sie im Sinne der Kläger (Versicherten), dann geht nichts über unseren vorbildlichen Rechtsstaat,
      entscheiden sie gegen den Kläger (Versicherten), dann ist der Rechtsstaat in Gefahr und es werden Verschwörungstheorien aufgebaut ohne Ende.
      Ja, ja der Grad ist schmal.
      Gruss
      Czauderna