Kein Anspruch auf Kostenübernahme für Behandlung bei einer nicht approbierten Diplom-Psychologin

      Kein Anspruch auf Kostenübernahme für Behandlung bei einer nicht approbierten Diplom-Psychologin

      Mindest­voraussetzung für Anspruch auf Behandlung
      durch nichtärztlichen Psychotherapeuten ist Approbation nach dem
      Psycho­therapeuten­gesetz
      Das Bundessozialgericht hat entschieden,
      dass die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Versicherten
      bei einer nicht approbierten Diplom-Psychologin nicht übernehmen muss.


      Die bei der beklagten Krankenkasse versicherte Klägerin des
      zugrunde liegenden Verfahrens erkrankte nach schweren, in der Kindheit
      durch das familiäre Umfeld zugefügten Traumata unter anderem an
      dissoziativer Störung in der Form einer Multiplen
      Persönlichkeit(störung). Eine Vertragspsychotherapeutin behandelte sie
      deshalb unter anderem von 2007 bis Mai 2013. Sie empfahl der Klägerin
      eine nicht approbierte, als Heilpraktikerin zugelassene Diplom
      Psychologin zur Weiterbehandlung. Die Beklagte lehnte den Antrag der
      Klägerin ab, eine Psychotherapie bei besagter Diplom Psychologin zu
      übernehmen. Die Klägerin ließ sich nach Klageerhebung ab Oktober 2014
      dennoch von der Frau behandeln.

      Kostenübernahmebegehren bleibt erfolglos.
      Das Kostenerstattungs- und Kostenübernahmebegehren der Klägerin blieb in
      den Vorinstanzen erfolglos, da es nach Auffassung der Gerichte durch die
      fehlende Approbation der vorgesehenen Therapeutin an der
      Mindestvoraussetzung eines Anspruchs auf psychotherapeutische Behandlung
      fehle. Mit ihrer Revision rügte die Klägerin sinngemäß eine Verletzung
      von § 13 Abs. 3 und § 28 Abs. 3 SGB V.

      BSG verneint psychotherapeutische Behandlung durch nicht approbierte, nur als Heilpraktiker zugelassene Diplom-Psychologen.
      Das Bundessozialgericht wies die Revision der Klägerin zurück. Versicherte
      haben in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Anspruch auf
      psychotherapeutische Behandlung durch nicht approbierte, nur als
      Heilpraktiker zugelassene Diplom-Psychologen. Zwingende
      Mindestvoraussetzung eines Anspruchs auf Behandlung durch einen
      nichtärztlichen Psychotherapeuten ist dessen Approbation nach dem
      Psychotherapeutengesetz. Das auf einen behaupteten Systemmangel
      gestützte Kostenerstattungs- und Kostenübernahmebegehren der Klägerin
      für die Behandlung bei einer nicht approbierten Diplom-Psychologin
      musste deshalb erfolglos bleiben.


      BSG, Urteil vom 13.12.2016 - B 1 KR 4/16 R -

      Quelle: Bundessozialgericht/ra-online
      Es grüßt Basti :hi: