Eigenkündigung bei Krankheit

      Eigenkündigung bei Krankheit

      Einen schönen guten Tag,ich hab zum 10.4.2017 meinen Job gekündigt. Da ich ihn nicht mehr ausüben kann. Ich habe ab 1.5.2017 einen neuen Job der sich auf mein krankheitsfall nicht nachteilig auswirkt und ich wieder teilzeit arbeiten kann. Ich bin auf dieser Krankheit seit 15.3.2017 krankgeschrieben nun sagt das Arbeitsamt das für mich die AOK zuständig ist und ich dort für die knapp 3 Wochen Krankengeld bekomme doch die AOK sagt nein da ich die 3 Wochen noch beim alten AG beschäftigt bleiben hätte können. Was kann ich jetzt tun?
      Am 10. 4. 2017 sind 2 Wochen Kündigungsfrist und ich wollte den Platz frei machen für neue bewerber. Gekündigt habe ich weil ich riesenzellen arteriitis habe. Und ich immer wenn ich schnell und schwer anpacken musste also mein Blutdruck höher wurde so starke Kopfschmerzen habe das ich nicht mehr arbeiten konnte. Hört sich blöd an Ich weiß. Nun habe ihren Job gefunden der körperlich nicht so anstrengend ist. Und die kortisontabketten hab ich nicht vertragen.
      hallo,
      hättest du zum 30.04. gekündigt wäre alles okay, meiner Meinung nach. Die sechs Wochen für den Arbeitgeber wären am 25.4. vorbei gewesen. So soll nun die Krankenkasse, nur aufgrund deiner Kündigung vom 11.4. bis 25.04. Krankengeld zahlen, immerhin 14 Tage und es gibt bereits heute schon eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum
      30.04.2017, d.h,. dein Arzt kann heute schon sagen, dass du bis 30.04. arbeitsunfähig bist und ab dem 01.05. wieder arbeitsfähig - gut, der Mann.
      Ich kann die Kasse verstehen, ist ja auch kein Wunder, als ehemaliger Mitarbeiter einer Krankenkasse.
      Ich kann mir aber auch vorstellen. dass es hier jemanden gibt, der die Kasse in der Pflicht sieht.
      Gruss
      Czauderna
      Ich verstehe das jetzt nicht ganz. Also würde ich jetzt von der Krankenkasse krankengeld für 14 Tage erhalten? Aber warum nur 14 Tage weil der AG hätte bis dorthin gezahlt hätte? Oh man war das jetzt einfehler zu kündigen? Ja die krankmeldung wurde bis jetzt immer alle 2 Wochen erneuert. Da ich am 7 nochmals ein Termin zum Ultraschall habe dort wird überprüft ob es operativ entfernt werden muss. Deswegen hat der artz mich bis auf weiteres krankgeschrieben. Lieben Dank für die schnellen Antworten

      lini0206 schrieb:


      ... nun sagt das Arbeitsamt das für mich die AOK
      zuständig ist ...

      Dazu fällt mir - und wahrscheinlich auch Czauderna - nach dem
      bisherigen Erkenntnisstand kein Gegen-Argument ein. Jedenfalls
      ist die Arbeitsagentur nachrangig und du wirst dich vorrangig an
      die AOK halten müssen, falls dein Arbeitgeber da raus ist.

      Bleib dran - diesen Fall hatten wir hier noch nie. Wird sicher sehr
      interessant!
      .

      lini0206 schrieb:

      Ich verstehe das jetzt nicht ganz. Also würde ich jetzt von der Krankenkasse krankengeld für 14 Tage erhalten? Aber warum nur 14 Tage weil der AG hätte bis dorthin gezahlt hätte? Oh man war das jetzt einfehler zu kündigen? Ja die krankmeldung wurde bis jetzt immer alle 2 Wochen erneuert. Da ich am 7 nochmals ein Termin zum Ultraschall habe dort wird überprüft ob es operativ entfernt werden muss. Deswegen hat der artz mich bis auf weiteres krankgeschrieben. Lieben Dank für die schnellen Antworten


      Hallo,
      darum geht es doch - wenn du nicht gekündigt hättest, dann müsste der Arbeitgeber bis zum 25.4. die Entgeltfortzahlung vornehmen und die Kasse wäre erst ab dem 26.4. mit dem Krankengeld an der Reihe, was auch finanziell besser für dich gewesen wäre. So hast du aber zum 10.04. gekündigt und der Arbeitgeber freut sich, spart er doch 14 Tage Entgeltfortzahlung. Jetzt kommt die Krankenkasse ins Spiel - die fragt sich natürlich zu Recht, warum sollen wir 14 Tage früher mit der Zahlung beginnen, nur weil der Versicherte selbst auf die sechs Wochen Lohnfortzahlung verzichtet hat und nun will, dass die Kasse, also die Versichertengemeinschaft ihm Krankengeld zahlt - ja, meiner Meinung nach war es ein Fehler zu kündigen, jedenfalls zum 10.04.2017.
      Dass das Arbeitsamt nicht für dich zuständig ist, das sehe ich genau so wie Anton - was sollen die auch machen - du bist arbeitsunfähig und sitzt in der Zwickmühle.
      Einerseits hast du einen Anspruch auf Krankengeld ab dem 15.3., der allerdings wegen Entgeltfortzahlung ruht bis zum Beschäftigungsende am 10.04., andererseits hast diesen Anspruch aber durch deine Eigenkündigung (ohne direkten Grund) ab dem 11.4. - 25.4.2017 gefährdet bzw. verwirkt, so sieht das die Kasse, wie ich deiner Schilderung entnommen habe.
      und die Kasse wird sich auf den §49 Abs. 3 SGB V beziehen , was ich bei dieser Fallkonstellation (Kündigung erfolgte nach Beginn AU) für wahrscheinlich halte. Ich persönlich sehe deine Chance nur darin, dass die Kasse deinen Gründen, die zur Kündigung führten Folge leistet und die trotzdem das Krankengeld gewährt - ansonsten bleibt die wahrscheinlich nur der Rechtsweg und den sehe ich hier eher, als das die Kasse zahlen wird.
      Gruss
      Czauderna

      Czauderna schrieb:


      ... die Kasse wird sich auf den § 49 Abs. 3 SGB V beziehen


      Hallo Guenter,

      mit § 49 Abs. 3 SGB V
      dejure.org/gesetze/SGB_V/49.html
      kann ich in diesem Zusammenhang nichts
      anfangen. Der Entgelt(fortzahlugs)anspruch
      ist doch nicht durch gesetzliche Bestimmungen
      gesenkt, sondern durch die eigene Beendigung
      des Vertragsverhältnisses.

      Schönen Gruß
      Anton

      Machts Sinn schrieb:

      Czauderna schrieb:


      ... die Kasse wird sich auf den § 49 Abs. 3 SGB V beziehen


      Hallo Guenter,

      mit § 49 Abs. 3 SGB V
      dejure.org/gesetze/SGB_V/49.html
      kann ich in diesem Zusammenhang nichts
      anfangen. Der Entgelt(fortzahlugs)anspruch
      ist doch nicht durch gesetzliche Bestimmungen
      gesenkt, sondern durch die eigene Beendigung
      des Vertragsverhältnisses.

      Schönen Gruß
      Anton


      Hallo Anton,
      na, kommt dir das Thema nicht in einem anderen Zusammenhang bekannt vor ? - Er war beim Arbeitsamt und die haben sich für nichtzuständig erklärt, aber auch vom Arbeitsamt hätte er auf jeden Fall ab dem 11.4. eine Sperrzeit bekommen oder irre ich mich da ?.
      Ich halte, wie geschrieben, das für eine Möglichkeit, welche die Kasse in Betracht ziehen wird, ob es so kommt - wait and see.
      @lini0206
      Auf die Schnelle haben ich noch das gefunden -
      3. Besteht ein Krankengeldanspruch bei Kündigung durch den Arbeitnehmer?
      Kündigt der Arbeitnehmer bevor er erkrankt, hat dies grundsätzlich keine Auswirkungen auf seine Entgeltfortzahlungs- und Krankengeldansprüche, sollte er sodann erkranken.

      Anders liegt der Fall
      aber, wenn der Arbeitnehmer erkrankt und dann während der fortlaufenden
      Erkrankung die Eigenkündigung folgt. Denn die Kündigung während einer
      Krankheit wird rechtlich als Verzicht auf die dem Mitarbeiter zustehende
      Vergütung in Form der Entgeltfortzahlung gewertet. Das führt dazu, dass
      ab diesem Zeitpunkt vorzeitig Krankengeld bezogen wird. Solch eine
      Kündigung kann ein Ruhen des Krankengeldes zur Folge haben. Dies
      ist aber nach der Rechtsprechung im Einzelfall zu prüfen und nur dann zu
      bejahen, wenn dem Kündigenden ein schuldhafter Verzicht
      vorgeworfen werden kann. Dies kann der Fall sein, wenn der Arbeitnehmer
      vor Ablauf der Entgeltfortzahlung mit dem Arbeitgeber einen Vergleich
      abschließt. Nicht zum Ruhen des Krankengeldanspruchs führt es, wenn klar
      ist, dass der Arbeitnehmer die Krankenkasse nicht schädigen wollte,
      sondern erhebliche Gründe für die Kündigung hatte. Das ist zu
      bejahen, wenn eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für den
      Versicherten unzumutbar ist, beispielsweise wenn er gemobbt oder sexuell
      belästigt wird. - hier noch die Quelle : http://www.kanzleiwehner.de/magazin/krankengeld-bei-kuendigung-abfindung-aufhebungsvertrag/#eigenkuendigung

      Gruss
      Guenter


      Ah okay, das heißt hätte ich eine Krankschreibung bis z.b 8.3 und gehe wieder zum 15 zum Arzt da dieses nicht besser geworden ist dann bekämm ich krankengeld ohne Probleme? Ohman da möchte man ehrlich sein und ein kleinen Familienbetrieb nicht schaden. Das ist schon arg gemein als ehrlicher Bürger kommt mal halt nicht weiter. Ich geb euch aufjedefall Informationen wenn ich welche bekomme

      Czauderna schrieb:


      na, kommt dir das Thema nicht in einem anderen Zusammenhang bekannt vor ?
      Er war beim Arbeitsamt und die haben sich für nicht zuständig erklärt, aber auch
      vom Arbeitsamt hätte er auf jeden Fall ab dem 11.4. eine Sperrzeit bekommen
      oder irre ich mich da ?

      Doch Guenter,

      das mit der Sperrzeit beim Alg 1 sehe ich auch so, denn einem kleinen Familienbetrieb nicht schaden
      zu wollen, dürfte aus der Sicht der Versichertengemeinschaft nicht als "wichtiger Grund" anerkannt sein.

      Aber was wäre die Rechtsgrundlage für die Ankündigung der AOK? Meinst du statt § 49 Abs. 3 SGB V
      evtl. § 49 Abs. 1 Nr. 3a SGB V? Wird diese Regelung von den Krankenkassen also doch angewandt?

      Schönen Gruß
      Anton

      Machts Sinn schrieb:

      Czauderna schrieb:


      na, kommt dir das Thema nicht in einem anderen Zusammenhang bekannt vor ?
      Er war beim Arbeitsamt und die haben sich für nicht zuständig erklärt, aber auch
      vom Arbeitsamt hätte er auf jeden Fall ab dem 11.4. eine Sperrzeit bekommen
      oder irre ich mich da ?

      Doch Guenter,

      das mit der Sperrzeit beim Alg 1 sehe ich auch so, denn einem kleinen Familienbetrieb nicht schaden
      zu wollen, dürfte aus der Sicht der Versichertengemeinschaft nicht als "wichtiger Grund" anerkannt sein.

      Aber was wäre die Rechtsgrundlage für die Ankündigung der AOK? Meinst du statt § 49 Abs. 3 SGB V
      evtl. § 49 Abs. 1 Nr. 3a SGB V? Wird diese Regelung von den Krankenkassen also doch angewandt?

      Schönen Gruß
      Anton

      Hallo Anton,
      das weiss ich nicht, könnte es mir aber bei dieser Fallkonstellation
      vorstellen


      Gruss
      Guenter