Widerspruch gegen ablehnenden Reha-Bescheid bei eingeschränktem Dispositionsrecht erlaubt?

      Widerspruch gegen ablehnenden Reha-Bescheid bei eingeschränktem Dispositionsrecht erlaubt?

      Liebe Community,

      ich wende mich mit meinem Anliegen an Euch mit der Bitte um einen Ratschlag in dem nachfolgend geschilderten Fall.

      Ich beziehe bereits seit einigen Monaten Krankengeld. Meine Krankenkasse hat mich in diesem Kontext dazu aufgefordert, bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu stellen. Diesen Antrag habe ich fristgerecht gestellt. Die Rehabilitationsmaßnahme wurde allerdings nicht bewilligt. Mir steht laut Rechtsbehelfsbelehrung 1 Monat zur Verfügung, um gegen den Ablehnungsbescheid Widerspruch zu erheben.

      Als Grund für die Ablehnung des Reha-Antrags teilt mir die Rentenversicherung Folgendes mit:

      Die Voraussetzungen für die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation seien nicht erfüllt, weil meine Erwerbsfähigkeit durch die Reha-Maßnahme nicht wesentlich gebessert oder wiederhergestellt werden würde.

      Tatsächlich wurde die Reha-Maßnahme aber deshalb abgelehnt, weil ich erst vor Kurzem (vor etwa 2 Jahren) an solch einer Maßnahme teilgenommen habe. Dieser Umstand war der Krankenkasse bekannt, als diese mich
      neulich dazu aufgefordert hat, den Reha-Antrag zu stellen. Das bedeutet, es war für die Krankenkasse abzusehen, dass der aktuelle Reha-Antrag abgelehnt werden würde.

      Für die Krankenversicherung und für mich stand demnach von vornherein fest, dass die Rehabilitationsmaßnahme nicht bewilligt wird. Es geht der Krankenversicherung nur darum, mich in die Altersrente abzuschieben. Dagegen möchte ich mich durch den Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid wehren, und auf diese Weise ein wenig Zeit gewinnen.

      Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich in meinem Dispositionsrecht eingeschränkt bin. Das bedeutet, ich darf den Antrag z.B. nicht ohne Zustimmung der Krankenversicherung zurücknehmen.

      Meine Frage lautet: Wie weit reicht die Einschränkung des Dispositionsrechts?

      Konkret gefragt: Darf ich ohne Zustimmung der Krankenversicherung einen Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid der Rentenversicherung erheben, ohne von der Krankenversicherung dafür sanktioniert zu werden?

      Durch den Widerspruch nehme ich den Reha-Antrag nicht zurück. Es werden auch keine Änderungen am Rehaantrag vorgenommen. Ich widerspreche lediglich der ablehnenden Entscheidung der Rentenversicherung und
      bekunde damit offiziell, dass ich die Rehabilitationsmaßnahme will.

      Ich habe bisher keine belastbaren Aussagen / Gerichtsurteile / gesetzlichen Regelungen zu dieser Fragestellung gefunden. Deshalb bitte ich Sie um Mithilfe bei der Beantwortung der oben genannten Frage.

      Herzlichen Dank für Eure Antworten!

      Dispositionsrecht

      .
      Tut mir leid, ich kenne mich da nicht genügend aus
      und frage deswegen: Was könnte falsch daran sein,
      das Ziel mit dem Widerspruch zu verfolgen, das an-
      zustreben du von der Kasse aufgefordert wurdest.

      Schau mal bei Finkenbusch, der hat einiges dazu ge-
      schrieben:

      finkenbusch.de/?tag=dispositionsrecht

      finkenbusch.de/wp-content/uploads/2014/07/Aufforderung.pdf

      finkenbusch.de/wp-content/uplo…istungen-zur-Teilhabe.pdf

      finkenbusch.de/?p=918


      oder hier:

      ihre-vorsorge.de/drv-forum.htm…mforum_pi1%5Btid%5D=24464
      .
      Hallo " Machts Sinn",

      danke für Deine Antwort und die Links, die du genannt hast. Die bereitgestellten Informationen werde ich mir ansehen.

      Du fragst, was daran falsch sein könnte, den Widerspruch zu erheben. Im ersten Augenblick sieht es ja auch so aus, als ob ich mich für die Sache der Krankenkasse einsetzen würde, indem ich dem Ablehnungsbescheid der Rentenversicherung widersprechen würde.

      Ich möchte den Widerspruch gegen den Ablehnungebescheid gerne freiwillig stellen, nicht etwa, um die Reha bewilligt zu bekommen (diese bekomme ich ohnehin nicht bewilligt: das
      stand schon von vornherein fest), sondern um durch den Widerspruch Zeit zu gewinnen. Tatsache ist: der Krankenkasse war schon von vornherein klar, dass mir die Reha nicht genehmigt wird. Dies hat mir ein Krankenkassenmitarbeiter zu Beginn der Krankengeldzahlung auch so kommuniziert. Ein paar Monate später wurde ich dann dennoch dazu aufgefordert, den Reha-Antrag zu stellen. Die Absicht der Krankenkasse besteht darin, mich loszuwerden, indem der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet wird.

      Meine Frage stelle ich deshalb mit Nachdruck, weil ich die Befürchtung habe, dass die Krankenkasse meinen Widerspruch als Verletzung des eingeschränkten Dispositionsrechts deuten könnte.
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      Ich würde mich von der Krankenkasse zu dieser Frage beraten lassen:

      dejure.org/gesetze/SGB_I/14.html

      Die Krankenkasse kann durch angemessene Organisation, Schulung der
      eigenen Mitarbeiter und durch den Betroffenen mitgeteilte Dokumentation
      sachlich richtiger Beratung vermeiden, dass dich unzutreffende Beratung
      davon abhält, deine Rechte zu realisieren (weitgehend zitiert).

      Und wenn das Beratungsergebnis nicht zu meiner Zufriedenheit ausfällt
      würde ich weiter aktiv werden.
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