Krankengeld aufgrund MDK-Gutachten eingestellt

      Krankengeld aufgrund MDK-Gutachten eingestellt

      Hallo liebe Forumsgemeinde,
      ich bin neu hier und bräuchte dringend Rat da mir die Krankengeldzahlung eingestellt wurde.
      Ich muss vorausschicken, dass ich im Juni 2014 -aufgrund familiärer Probleme und Stress/teilw. Mobbing durch Vorgesetzte am Arbeitsplatz- an starken Depressionen erkrankt bin und mich in
      psychotherapeutische Behandlung begeben musste. Es folgten insgesamt 3 Aufenthalte in verschiedenen Rehakliniken mit tiefenpsychologischer Behandlung.
      Aufgrund dieser Geschichte war ich bis Anfang Dez. 2015 nicht arbeitsfähig und bezog Krankengeld bzw. Übergangsgeld vom Rententräger.
      Nach dem letzten -achtwöchigen- Rehaaufenthalt (wurde als arbeitsfähig entlassen) hatte ich noch Resturlaub genommen, sodass ich Anfang Januar 2016 meine Arbeit wieder aufnahm.
      Meine behandelnde Ärztin stellte mir -aufgrund der Empfehlungen der Rehaärzte und Psychologen- ein Attest aus, das meinem Arbeitgeber nahe legte, mich innerhalb des Betriebes umzusetzen.
      Das hat mein Arbeitgeber auch befolgt; leider aber nur ziemlich halbherzig.
      Ich musste mir ein kleines Büro mit einer Arbeitskollegin teilen. Da ich zudem unter einem schweren Wirbelsäulenschaden und Arthrose in beiden Kniegelenken leide, sollte man mir einen
      leidensgerechten Arbeitsplatz einrichten. Dies hat mein Arbeitgeber allerdings sehr schleifen lassen, sodass ich Ende Februar 2016 einen Antrag auf Reduzierung der täglichen Arbeitszeit stellen musste,
      da ich nicht mehr in der Lage war 8 Std. täglich meine Arbeit zu verrichten. Ich litt unter starken Schmerzen, sodass ich täglich 3 Stck. Ibuprofen 800 einnehmen musste um wenigstens noch 6 Stunden
      arbeiten zu können. Mehrere Anträge auf Einrichtung eines leidensgerechten AP wurden ignoriert und selbst der Arbeitsschutz kümmerte sich nicht um mich.
      So kam es, dass ich im Okt. 2016 nicht mehr arbeitsfähig war und aufgrund meiner Schmerzen in der Wirbelsäule und Knien arbeitsunfähig geschrieben wurde.
      Es folgten Behandlungen bei div. Ärzten mit bspw. Akupunktur und Cortison. Leider hat das alles nur bedingt geholfen.
      Im Januar 2017 hat mich mein Arbeitgeber zu unserem Betriebsarzt einbestellt, der aufgrund der vorliegenden Befunde und seiner Einschätzung meine AU bestätigte.
      Er empfahl meinem AG eindringlichst, mir einen leidensgerechten Arbeitsplatz einzurichten und mich weniger Stress auszusetzen da ich -mittlerweile- wegen der Einnahme einer hohen Dosis an Schmerzmitteln nun auch noch unter vermehrter Konzentrationsschwäche und Auffassungsgabe litt. Der Betriebsarzt fragte mich, ob ich nach Beendigung der z. Zt. vorliegenden AU wieder arbeiten werde oder ob diese evtl. verlängert wird. Ich antwortete ihm, dass ich vorhätte danach wieder arbeiten zu gehen.
      Kurz vor Ablauf der AU erkrankte ich an einer schweren Influenza (Ende Feb. als die Grippewelle in Deutschland unterwegs war). Meine Frau, die mich offensichtlich angesteckt hatte war zu diesem Zeitpunkt schon einige Tage wg. dieser Krankheit krank geschrieben.
      Dementsprechend konnte ich meinen Dienst nicht wie geplant aufnehmen und musste mich erneut in ärztliche Behandlung begeben.
      Jetzt wurde ich wegen dieser Erkrankung arbeitsunfähig geschrieben. Da nach mehreren Wochen die Grippesymptome so langsam verschwanden aber immer noch ein starker Husten blieb, überwies mich
      meine Ärztin um Radiologen. Der sollte meine Lunge röntgen um eine evtl. Lungenentzündung abzuklären.
      Der Radiologe stellte eine starke Bronchitis fest und als Nebenbefund ein vergrößertes Herz, dass ich dringend kardiologisch abklären lassen sollte.
      Bis zu diesem Zeitpunkt war alles soweit noch in Ordnung, was die Zahlung von Krankengeld bzw. Lohnfortzahlung betrifft.
      Mein AG zahlt mir bei einer neuen Diagnose immer 6 Wo. Lohnfortzahlung und danach für ein halbes Jahr einen Aufstockungsbetrag zum Krankengeld.
      Meine AU Bescheinigungen habe ich immer stets lückenlos und unmittelbar an die Krankenkasse und den AG weitergeleitet.
      Als die Krankenkasse mir für den Zeitraum vom 10.4.17 bis einschl. 2.5.17 kein Krankengeld mehr zahlte habe ich dort den Grund nachgefragt. Die Sachbearbeiterin hat mir geantwortet, dass da
      noch etwas zu klären sei und sie mir das Geld in den nächsten 3 Tagen überweisen wird. Da dies nicht geschah, hakte ich erneut nach (insgesamt noch 2mal) und bekam jedesmal die gleiche Antwort.
      Am 28.4.17 wurde ich dann von der Krankenkasse informiert, dass ich mich am 03.05.17 beim MDK vorstellen soll.
      Das habe ich getan und der Arzt vom MDK hat aufgrund meiner Befunde und seiner Untersuchung, meine AU´s bestätigt. Für mich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass es keine Zweifel an meinen
      Erkrankungen und der Arbeitsunfähigkeit gibt. Was mir der liebe Arzt aber nicht erzählt hat ist die Tatsache, dass er mir zwei Sätze in das Gutachten schreiben wird, die die Krankenkasse dazu
      veranlasst, mir die Krankengeldzahlung einzustellen.
      Diese 2 Sätze lauten (Zitat): "Dennoch sind auch während der primär und durch andere Krankheiten ausgelösten AU-Zeiten, alle Erkrankungen des Versicherten mehr oder weniger AU-relevant verschlimmert
      gewesen. Da auch im vorliegenden Einzelfall sowohl die kardiologischen Beschwerden als auch die Rückenbeschwerden erheblich durch die psychische Erkrankung des Versicherten überlagert sind, ist ein innerer Zusammenhang auch hier gegeben."
      Die Arbeitgeberzweifel an meiner AU wurden vom MDK bereits im Vorfeld ausgeräumt ohne dass eine Untersuchung stattgefunden hat, das heißt: Der AG wurde bereits vor meiner Vorstellung beim MDK
      -aufgrund der Aktenlage- darüber informiert, dass keine Zweifel an meiner AU bestehen.
      Die Krankenkasse fühlt sich nun aber bestätigt und hat mir einen Ablehnungsbescheid bezüglich meiner noch ausstehenden Krankengeldzahlung f. den Zeitraum 10.4. - 02.05.17 zugestellt.
      Darüberhinaus macht sie mich darauf aufmerksam, dass ich eigentlich überhaupt kein Krankengeldanspruch gehabt hätte da sämtliche Erkrankungen durch die psych. Erkrankung aus dem Jahr 2014 überlagert sind und somit gar keine Zahlung an mich erfolgen durfte da ich bereits 78 Wochen im Krankengeldbezug war (2014 - 2015) und die Blockfrist für diese Erkrankung am 3. Juni 2017 endet.
      Einen Rückforderungsbescheid gab es aber nicht. Eine Anhörung vor der Einstellung der Krankengeldzahlung hat auch nicht stattgefunden. Stattdessen hat die Sachbearbeiterin mich solange vertröstet bis sie das entsprechende MDK Gutachten mit den vorgenannten Sätzen in Händen hielt. Für mich sieht das ganz nach einem Deal mit dem MDK aus!!!
      Aufgrund der Tatsache, dass die Krankenkasse davon ausgeht, dass ich gar keinen Anspruch mehr auf KG hatte befürchte ich nun auch, dass mein Arbeitgeber evtl. Rückforderungsansprüche wegen zu viel gezahltem Arbeitsentgelt gegen mich stellt.
      Bis gestern befand ich mich übrigens in der Wiedereingliederung mit Lohnfortzahlung und ab heute bin ich wieder arbeitsfähig.
      Ehrlich gesagt bin ich zur Zeit ziemlich fertig und hab keine Ahnung was ich nun tun soll.
      Ich bin Mitglied im VDK und habe über diesen bereits Widerspruch gegen den Bescheid der KK eingelegt. Meine Ärztin hat mir auch ein entsprechendes Attest ausgestellt indem sie die entsprechenden AU´s begründet und darauf hinweist, dass ich mich zum Zeitpunkt der Erkrankungen nicht in psychologischer Behandlung befand und mein psychischer Gesundheitszustand stabil war.
      Meine Angst ist nun die, dass der VDK kein allzu großes Interesse an meinem Fall hat. Die Juristin hat mir beim Widerspruch jedenfalls schon signalisiert, dass es ziemlich aussichtslos ist dagegen vorzugehen.
      Am 21. Juli habe ich nun einen Termin bei dem das weitere Vorgehen nach dem bereits fristgerecht eingelegten Widerspruch erörtert werden soll.
      Da ich hier im Forum jetzt schon einiges, negatives über den VDK gelesen habe, habe ich natürlich Angst, dass diese Organisation meine Angelegenheit nicht richtig vertreten wird.

      Kann mir irgendjemand einen guten Rat oder Tipps geben wie ich weiterverfahren soll? ?(
      Ich wäre euch wirklich sehr, sehr dankbar.

      Verwaltungsakt mit Dauerwirkung - VdK

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      Hallo Coach110,

      leider konnte ich deine Geschichte erst jetzt einigermaßen nachvollziehen.

      Medizinisch kann ich dazu nichts beitragen. Aber dass MDK und Krankenkassen vieles sehr einseitig
      sehen, ist nicht neu. Hier ein unglaubliches Beispiel zu einem von ihnen konstruierten „Zusammenhang
      von Herzkranzgefäßerkrankung und Handverletzung“:

      openjur.de/u/599614.html

      Rechtlich ist es ein Unding, dass der Krankengeld-Anspruch rückwirkend verneint wurde. Deswegen würde
      ich hier gerne den Original-Bescheid – ohne deine persönlichen Daten – sehen.

      Wer – wenn nicht der VdK – sollte hier Veranlassung haben, einen Beitrag zur grundsätzlichen Klärung zu
      leisten:

      „VERWALTUNGSAKT MIT DAUERWIRKUNG“ auf dem Weg zum BSG?

      Schönen Gruß
      Machts Sinn

      Neu

      Hallo Anton,

      zunächst einmal Dankeschön für Deine Antwort. Ich konnte bis dato nicht zurück schreiben, da ich über`s Wochenende verreist war.
      Da ich ab Freitag Urlaub habe und dann wieder unterwegs bin, werde ich versuchen Dir den Bescheid der BIG-direkt Gesund sowie
      das Gutachten des MDK (mit der Stelle wo die 2 entscheidenden Sätze die zum Einstellen der Krankengeldzahlung geführt haben) und
      das Attest meiner Ärztin (für den Widerspruch) noch vorher zukommen zu lassen.
      Wie funktioniert denn das hier im Forum? Kann ich Dir die Schriftstücke in ein persönliches Postfach schicken oder wie ist ansonsten
      die Vorgehensweise?

      LG

      Stefan

      Neu

      Hallo Stefan,

      hier im Forum sollen ALLE was davon haben; außerdem
      tausche ich mich nur öffentlich aus, um dem Vorwurf der
      unerlaubten Rechtsberatung vorzubeugen.

      Wenn du auf "erweiterte Antwort" gehst, hast du die Mög-
      lichkeit, Dateianhänge hochzuladen.

      Sonst melde dich nochmals.

      Schönen Gruß
      Anton

      Krankengeld aufgrund MDK Gutachten eingestellt

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      Hallo Anton,

      hier nun der Bescheid der KK sowie einen Auszug aus dem MDK-Gutachten sowie die Stellungnahme meiner Ärztin zum MDK-Gutachten.
      Zu erwähnen sei hier noch, dass der erste Satz im Ablehnungsbescheid der KK schon falsch ist, da ich damals nicht aktuell aufgrund einer
      psych. Erkrankung arbeitsunfähig war.
      Vielmehr handelte es sich zu diesem Zeitpunkt um eine AU wegen eines grippalen Infekts und dabei wurde aufgrund einer Röntgenaufnahme
      wegen Verdacht auf Lungenentzündung ein vergrößertes Herz festgestellt (linksseitige Hypertrophie).
      Im Januar 2016 (nach dem letzten Rehaaufenthalt aufgrund psych. Erkrankung aus 2014) nahm ich meine Arbeit wieder auf und arbeitete
      bis Okt. 2016. Dadurch, dass mein Arbeitgeber mir keinen leidensgerechten Arbeitsplatz -wie von den Ärzten per Attest empfohlen- eingerichtet
      hat, verschlimmerte sich meine Wirbelsäulenerkrankung derart, dass auch eine erhöhte Dosis Schmerzmittel sowie die freiwillige Reduzierung der
      tägl. Arbeitszeit nicht ausreichten um meine Arbeit ordnungsgemäß ausüben zu können.
      Mein Arzt stellte mir daraufhin im Okt. eine AU-Bescheinigung aus und ich begab mich in orthopädische Behandlung (Akupunktur Reizstrom und Cortisontherapie).
      Im Februar wurde ich von meinem AG zum Betriebsarzt einbestellt, der meine Erkrankungen und entsprechenden Befunde bestätigte und daraufhin
      meinen AG nochmals auf die dringende Einrichtung eines leidensgerechten AP hinwies.
      Am 28.2. wollte ich meine Arbeit erneut aufnehmen aber erkrankte dann an einem schweren grippalen Infekt, sodass ich mit einer neuen Diagnose
      arbeitsunfähig geschrieben wurde. Im Laufe dieser Erkrankung wurde dann -wie bereits erwähnt- die Herzgeschichte festgestellt.
      Seit Anfang Mai habe ich eine Wiedereingliederung begonnen, die ich mittlerweile abgeschlossen habe. Nun bin ich wieder vollzeitig beschäftigt.
      Ich hoffe, Du kannst die Geschichte einigermaßen nachvollziehen.

      Schöne Grüße

      Stefan
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      Hallo Stefan,

      nur mal kurz vorab:

      Das ist ein prima Fall für die weitere "streitige" Auseinandersetzung -
      jetzt mal durch den VdK, nachdem in einem Parallelfall, vertreten durch
      eine Sozialrechts-Fachanwältin und namhaftes Mitglied der Arge Sozial-
      recht
      das Recht unglaublich versagt hat:

      Fehlzeiten in der Krankmeldung

      Wenn die Widerspruchsfrist gewahrt ist und der Termin beim VdK am
      21.07.2017 stattfindet, kannst du dich erstmal auf den Urlaub freuen:
      du hast nichts zu verlieren, kannst allenfalls gewinnen, und mit dir
      auch andere Versicherte.

      In der Zwischenzeit reift das hier gedanklich etwas weiter ...

      Schönen Gruß
      Anton

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      Hallo Anton,

      vielen Dank für Deine beruhigenden Worte. Du gehst also davon aus, dass ich gute Karten habe?
      Ja, der Widerspruch ist fristgerecht eingereicht worden und der Termin am 21.7. bei der Juristin des VDK ist fest.
      Ich hoffe, dass die KK mit ihrer Begründung nicht durchkommt, denn diese stimmt ja überhaupt nicht mit den Tatsachen
      überein.
      Wenn der MDK-Arzt nicht diese psych. Überlagerung ins Gutachten geschrieben hätte, wäre mir auch für den einen Monat
      noch Krankgengeld gezahlt worden.
      Stutzig macht mich halt (und darum glaube ich auch, dass die KK und der MDK gemeinsame Sache machen), dass die KK mich mit fadenscheinigen
      Argumenten vertröstet hat, bis das MDK Gutachten vorlag. Normalerweise hätte sie mir das Krankengeld schon längstens auszahlen müssen.
      Ich gehe davon aus, dass der MDK und die KK sich abgesprochen haben und daher wurde die Zahlung bewusst zurück gehalten.
      Naja, schauen wir einmal wie der VDK die Sache sieht und wie die weiter vorgehen.
      Meine Ärztin jedenfalls hat -so wie ich finde- eine gute Stellungnahme verfasst.

      Lieber Anton, vielen Dank auch für die Urlaubswünsche. Morgen geht es für 14 Tage mit Frau und Hund nach Südfrankreich.
      Ruhe pur auf dem Land, da freue ich mich wirklich drauf und hoffe, dass ich diese leidige Geschichte für ein paar Tage verdrängen kann.

      Danke und sonnige Grüße

      Stefan