Unverschämter Antrag der KK auf Leistungen zur Rehabilitation

      Unverschämter Antrag der KK auf Leistungen zur Rehabilitation

      Moin Moin,
      nachdem ich Stunden in diesem Forum verbracht habe, komme ich nun doch leider nicht weiter. Dieses Forum hat mir aber schon viel geholfen, als es um Widersprüche gegen die Einstellung meines KG ging.

      Kurz zu mir: weiblich, 52 Jahre, krank seit 12/2016 durchgehend bis im Moment zum 1.12.2017.

      2x musste ich gegen die Gesundschreibung der KK Widerspruch einlegen, das erste Mal nach Aktenlage, das zweite Mal war ich zum Gutachter des MDK. Daraufhin weiterhin Zahlung des KG.

      Nun erhielt ich am 4.11. von meiner Krankenkasse ein Schreiben betr. Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation. So weit so gut. Bin ja auch grundsätzlich bereit, eine Reha anzutreten, allerdings stimmen bei diesem Schreiben so einige Sachen nicht oder fehlen. Hier der Text:

      Sehr geehrte...

      Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. :behead:
      Damit ihre Erwerbsfähigkeit wiederhergestellt werden kann, halten wir für Sie zurzeit besondere Rehabilitationsmaßnahmen für ratsam. Diese Leistungen erbringt der zuständige Rentenversicherungsträger.

      Wir bitten Sie, den Antrag auf diese Leistungen in Ihrem eigenen Interesse so frühzeitig wir möglich zu stellen.

      Mit diesem Schreiben erhalten Sie die Antragsunterlagen.

      Bitte senden Sie uns diese zusammen mit den ärztlichen Unterlagen spätestens bis zum 23.11.2017 ausgefüllt zurück.

      Ihr behandelnder Arzt hat von uns bereits die entsprechenden Unterlagen erhalten und wird diese bis zum 16.11.2017 ausfüllen und Ihnen übergeben. Holen Sie die Unterlagen also bitte bis spätestens am 16.11.2017 dort ab.

      Wir ergänzen Ihre Angaben durch unsere Unterlagen und senden den kompletten Antrag anschließend an den zuständigen Rentenversicherungsträger.

      Ihre Mitwirkung bei der Wiederherstellung Ihrer Arbeitsfähigkeit ist wichtig. Aus diesem Grund regelt der Gesetzgeber, dass Ihr Krankengeld ganz oder teilweise versagt werden kann, wenn Ihre Mitwirkung fehlt. Der weitere Krankengeldanspruch über den 23.11.2017 hinaus aknn erst nach entsprechender Zusendung Ihrer Unterlagen durch uns geprüft werden.
      Vielen Dank.
      Mit freundlichen Grüßen


      Also mal ganz ehrlich, das geht doch gar nicht.

      Mir ist aufgefallen:
      1. zu kurze Frist, 10 Wochen müssten eingeräumt werden
      2. kein Hinweis auf eine Rechtsgrundlage für diesen Antrag
      3. kein Hinweis auf das eingeschränkte Dispositionsrecht
      4. keine Rechtsbehelfsbelehrung, obwohl es ein Verwaltungsakt ist.
      5. Ich empfinde es fast als Nötigung, darauf hinzuweisen, dass der Krankengeldanspruch über den 23.11. erst nach Einreichung der Unterlagen entschieden werden kann, obwohl ich bis 1.12. krank geschrieben bin und diese Frist jeglicher rechtlichen Grundlage entbehrt.

      Wie seht ihr das? Dass ich dagegen Widerspruch einlege, ist ja wohl klar, die haben mich genug geärgert mit den Einstellungen des Krankengeldes. Aber da sind ja mehrere Verfehlungen drin, weshalb ich Widerspruch einlegen kann...bin echt am überlegen ob ich da gegen eine Verfehlung nach der anderen einzelne Widersprüche einlegen, wenn dem jeweiligen abgeholfen wurde.

      Fallen euch noch mehr Böcke auf? Ich finde das Schreiben einfach unverschämt, besonders im Hinblick auf eine drohende EM-Rente. Der Gutachter vom MDK hat ja anscheinend bestätigt, dass meine Erwerbsfähigkeit gefährdet ist. Und die Rente wird nicht gerade hoch ausfallen, da ich "erst" 52 bin. Das würde mich finanziell schon arg in Bedrängnis bringen.

      Vielen Dank für eure Hilfe im voraus. :beerdrink:
      LG und noch einen schönen Abend.
      Hallo,
      das ist keine Aufforderung zu Stellung eines Reha-Antrages, die gesetzeskonform ist. Du hast es schon selbst festgestellt - es wurde die 10-Wochenfrist nicht eingehalten und es fehlt der Hinweis auf den § 51 SGB V. - des weiteren hält nur die Kasse die Reha-Massnahme für ratsam, also gibt es dazu keine medizinische Aussage des MDK - was schon gar nicht geht. Außerdem bedeutet ratsam (wie das Wort schon sagt) es wird geraten, es ist nicht erforderlich, weil z.B. die Voraussetzungen des § 51 SGB nicht erfüllt sind, bzw. weil es der MDK nicht festgestellt hat. Demzufolge ist die Androhung der Krankengeldsperrung natürlich auch purer Unsinn - dazu fehlt die rechtliche Grundlage für die Kasse. Mein Rat - natürlich Widerspruch einlegen und ich persönlich würde der Kasse signalisieren, dass ich schon grundsätzlich bereit wäre eine Reha zu machen. aber erwarten würde, dass die Kasse sich an die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Aufforderung zur Stellung eines Reha-Antrags hält, d.h. Aufforderung gemäß den Vorgaben incl. einer Kopie des MDK-Gutachtens aus dem die medizinischen Gründe hervorgehen. einer solchen Aufforderung würde ich natürlich innerhalb der 10-Wochen-Frist Folge leisten - keine Frage.
      Gruss
      Czauderna
      Vielen Dank für eure schnellen Antworten.
      Also das Problem ist erkannt und ich denke, ich werde am 20. November einen Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein senden, in dem ich die o.g. Punkte anspreche. Ich stelle den Text dann hier ein. Bin mal gespannt, was dann kommt.
      Nochmals vielen Dank
      noch ein schönes Wochenende.
      LG Manu
      Hallo,
      ich denke du bist grundsätzlich mit einer Reha einverstanden - was gibt es da auszureizen, es geht schließlich auch irgendwo um deine Gesundheit. Wenn es in dieser Sache vielleicht irgendetwas gibt, was man ausreizen könnte, dann die 10-Wochenfrist
      Wenn die Kasse gleich die Regeln eingehalten hätte, wäre das auch nur deine einzige Moeglichkeit gewesen, denn wie gesagt, du willst ja eine Reha machen.
      Gruss
      Czauderna
      ^^ Da hast du Recht, deswegen ja die Überlegung, nach jeder "Heilung" die nächste zu monieren. Aber ich will das nicht übertreiben, Gesundung ist ja auch angesagt. Und Reha auch sicherlich gut für mich. Aber mal ganz ehrlich: Als ich zum ersten Mal "gesundgeschrieben" wurde nach Aktenlage, dachte ich, ich falle hier vom Stuhl. Dass es sowas überhaupt gibt, das wußte ich nicht. Habe ja vorher immer gearbeitet, war eigentlich auch immer gesund, bis auf ein paar kleine Zipperlein. Und dann funktioniert man auf einmal nicht mehr und dann kommt sowas. Und dann hab ich mich im Netz informiert und festgestellt, dass diese Praktik Gang und Gäbe ist, was mir ja auch der Gutachter beim MDK bestätigte, wo ich nach der zweiten Gesundschreibung ja hin musste. Dass die wenigsten Widerspruch dagegen einlegen. Und alles mit sich machen lassen.
      Und dass einen dann auch noch die Agentur für Arbeit verarscht und bei der ersten Aussage meinte, dass ich mich beim Jobcenter für Hartz IV melden muss, da ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe. Sie musste sich das nach meinen Ausführungen und Rücksprache bei einer Kollegin entschuldigen, sie hätte da wohl falsche Infos und hat mich brav als arbeitslos gemeldet, damit ich meine Ansprüche bis zur Entscheidung des Widerspruchs gesichert habe. Und mich in dieser Zeit auch nicht mit Maßnahmen belästigt. Ich darf gar nicht an die armen Menschen denken, die wegen psychischer Probleme wirklich krank sind. Wenn mich das schon vom Stuhl haut, was müssen die dann erleiden. Das hab ich auch dem Menschen vom MDK gesagt...ich bin froh, dass es mir wenigstens im Kopf gut geht und nicht alles mit mir machen lasse. Er meinte, ich solle das nicht persönlich nehmen, das werde halt so gemacht. Ich habe ihm gesagt, da ich jetzt hier persönlich vor ihm sitzen würde, nehme ich das sehr wohl persönlich und fühle mich da schon recht angepisst über solche Maßnahmen.
      Allein die Formulierung, sie sind gesund, sie können wieder arbeiten gehen oder sich bei der Agentur für Arbeit melden...kann man da nicht schreiben, sehr geehrte Frau....wir haben bemerkt, dass sie bereits über einen Zeitraum krank geschrieben sind, der das übliche Maß übersteigt, Wir möchten Sie bitten, sich bei uns zu melden um ein weiteres Vorgehen mit Ihnen zu besprechen ....und dann auch mit Hilfe kommen und nicht mit der Absicht, dich aus dem Krankengeld zu streichen, damit die Bilanz verbessert wird. Drecks Geld, es geht mal wieder nur um Kohle und das kotzt mich sowas von an. Der kranke Mensch bleibt auf der Strecke und darf sich weiter allen möglichen Giften im Essen, in der Umwelt, im Wasser usw. aussetzen. Und aus diesem Grund will ich mich wehren. Auch dieses o.a. Schreiben hat mir mal wieder gezeigt, dass hier willkürlich gehandelt wird und das geht einfach nicht. Zumal dieser Verwaltungsakt ja wirklich Auswirkungen auf deine Zukunft haben kann.
      So, tut mir leid, aber ich musste das mal los werden. Ich bin froh, dass es diese Foren gibt und wäre wahrscheinlich auch auf diese Praxis reingefallen.
      Liebe Grüße
      Manu
      Guten Morgen,
      gestern eingegangen:
      eine 4 Seiten lange Aufforderung zum Antrag auf Reha =O

      Obwohl ich keine Begründung eingereicht habe zu meinem Widerspruch, wurden alle von mir hier aufgeschriebenen Mängel beseitigt:
      Die 10 Wochen Frist, Aufforderung nach § 51, Hinweis auf eingeschränktes Dispositionsrecht, u.a. ....das ist doch echt unglaublich, dass die sich für diesen Kleckerbetrag, den ich da monatlich als Krankengeld bekomme, so zum Willi machen. Und nicht nur das, sondern einen auch sowas von unter Druck setzen.
      Also werde ich nun in Ruhe den Antrag ausfüllen, mich aber vorher erkundigen, was ich da überhaupt angeben muss.
      Also vielen Dank, ich halte euch auf dem Laufenden, was hier so passiert.
      LG Manu
      Das ärztliche Gutachten war in der Form dabei, dass ich die 4. Seite in Kopie erhalten habe, auf der die Diagnose steht, also dass eine erhebliche Gefährdung der EF vor liegt.
      Das soll mir eigentlich reichen, oder ist das wieder irgendein Kniff von denen, den ich noch nicht kenne?
      LG Manu