KK stellt Zahlung rückwirkend ein

      Ja, ich habe Widerspruch eingelegt, ohne das MDK - Gutachten zu kennen.

      Zeitgleich hat meine Ärztin Post von der KK bekommen und sollte meine gesundheitliche
      Situation darlegen. Das hat sie getan und auch die Befunde von den konsultierten Fachärzten
      an die KK geschickt. Es haben 3 Ärzte unabhängig voneinander die gleiche Diagnose gestellt.
      Den Widerspruch habe ich erst auf Anraten meiner Ärztin geschrieben und darin auf ihre
      Stellungnahme verwiesen.
      Hallo Sunshines,

      erfolgversprechender Widerspruch wäre gewesen, Du hättest
      eine Kopie des Mdk Gutachtens vorliegen.

      Dein behandelten Arzt muss unter
      Darlegung der Gründe ein Zweitgutachten beantragen.

      Wirst Du vom Hausarzt oder vom Facharzt arbeitsunfähig geschrieben?
      Bei deinem Krankheitsbild wäre eine AU von einem Facharzt besser.

      Alles Gute für deinen Termin beim Fachanwalt für Sozialrecht.

      Freundlicher Gruß
      Ancyst

      Zur Grenze der Willkür bei ...

      .
      ... MDK-Aktenlage-Feststellung der Arbeitsfähigkeit (bei Depression dreieinhalb im Voraus)

      Leitsatz zum Urteil des LSG Hessen vom 24.10.2013, L 8 KR 114/12


      Die Richtigkeit einer ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit eines Versicherten wird durch ein auf Aktenbasis und ohne persönliche Untersuchung des Versicherten erstelltes MDK-Gutachten nicht in Zweifel gesetzt, wenn auf Grund des Krankheitsbildes und fehlender aussagekräftiger medizinischer Unterlagen eine zeitnahe persönliche Untersuchung angezeigt ist. Die Krankenkassen sind an die MDK-Beurteilung nicht gebunden. Der MDK ist als sachverständiges Beratungsorgan konzipiert. Seine gutachtlichen Stellungnahmen sollen nur als Entscheidungshilfen für die Krankenkassen wirken.


      lareda.hessenrecht.hessen.de/l…lareda.html#docid:5891568

      außerdem: dejure.org/dienste/vernetzung/…ktenzeichen=L 8 KR 228/06
      .

      In dieser #Krankengeld-MeToo-Debatte …

      .
      … sind weitere Gesichtspunkte relevant:


      Bewertungsmaßstab für die Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit:

      Die IKK classic schrieb im Bescheid vom 01.11.2017 über die Beratung mit dem MDK


      Dieser kommt nach Begutachtung nach Aktenlage zu dem Ergebnis, dass
      sich Ihr Gesundheitszustand* gebessert hat und Sie in Kürze** zumindest für
      leichte Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelbar sind.

      * Depressionen, ** 3 ½ Wochen

      Ob leichte Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich wären, ist unerheblich,
      weil die Arbeitsunfähigkeit während des Beschäftigungsverhältnisses eingetreten ist.


      Verwaltungsakt mit Dauerwirkung und dessen Folgen:

      Obwohl die sog. Krankengeld-„Recht“sprechung der Sozialgerichtsbarkeit die Rechtslage der
      Sozialgesetzbücher (SGB) I, V und X seit 10 Jahren durch beliebige #Inhouse-Konstruktionen er-
      setzt und alles andere unisono ignoriert, stellt die Krankengeld-Bewilligung einen Verwaltungs-
      akt mit Dauerwirkung dar. Dazu wird auf die Außenseiter-Entscheidungen der Sozialgerichte
      Speyer und Mainz sei 03.03.2015, verwiesen. Zuletzt Sozialgericht Speyer vom

      27.10.2017, S 16 KR 440/16
      landesrecht.rlp.de/jportal/por…=JURE170041770&doc.part=L

      13.10.2017, S 13 KR 85/16
      landesrecht.rlp.de/jportal/por…=JURE170041728&doc.part=L

      Inzwischen ist das kleine 1 x 1 des Sozialrechts konkret Gegenstand eines Verfahrens
      beim BSG

      „VERWALTUNGSAKT MIT DAUERWIRKUNG“ auf dem Weg zum BSG


      Hier bleibt es spannend!
      .
      So ich geb euch mal ein kleines Update:
      War heute ja beim Anwalt und bei meiner Ärztin.

      Der Anwalt hat zunächst Akteneinsicht und die MDK Gutachten beantragt und teilt der KK mit, das de Widerspruch nicht zurück genommen wird.
      Diese Vorgehensweise der KK ist ihm gut vertraut. Das Problem bei mir könnte sein, das "nur" der Hausarzt die AU mit
      der Diagnose ausgestellt hat. Deshalb zweifeln die KK´s die Diagnosen öfter an. In meinem Fall haben allerdings ein Neurologe
      und ein Endokriniloge die gleiche Diagnose gestellt...

      Meine Ärztin unterstützt mich auch weiterhin. Sie hat mir eine weitere AU ausgestellt und auch mit meinem Anwalt telefoniert.
      Ich muss jetzt dringend zu einem FA und habe die entsprechende Überweisung bekommen.

      Morgen fahre ich nochmal zur Agentur für Arbeit. Mal sehen wie sie auf die email der KK reagieren...

      die Schwächen des MDK

      .
      Ja, so sagt man allgemein, aber schlüssig ist es nicht,
      jedenfalls solange wir nicht wissen, aus welchem Teil-
      gebiet der Medizin der MDK-Gutachter kommt. Vielleicht
      war früher Chirurg und kann kein Blut mehr sehen oder
      Pathologe …

      Das ist genau so "witzig" wie die Handhabung von § 4 Abs. 1 AU-RL:
      g-ba.de/downloads/62-492-1300/…6-10-20_iK-2016-12-24.pdf

      "Bei der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit sind körperlicher,
      geistiger und seelischer Gesundheitszustand der oder des Ver-
      sicherten gleichermaßen zu berücksichtigen. Deshalb dürfen
      die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit … nur auf Grund ärzt-
      licher Untersuchungen
      erfolgen."

      Die Arbeitsfähigkeit wird trotz der gegenteiliger Feststellungen
      aufgrund ärztlicher Untersuchungen vom MDK aber regelmäßig
      ohne eigene Untersuchung und über die Köpfe der AU fest-
      stellenden Ärzte hinweg per Ferndiagnose und Glaskugel
      - jedenfalls ohne weitergehende Erkenntnisse - nach
      Aktenlage behauptet.

      P.S: Die vom Krankengeld-Teamleiter angebotene Möglichkeit
      eines Telefonats mit dem Rechtsanwalt war nicht Gegenstand
      des Gesprächs?
      .
      Ein Telefonat gab es nicht, der Anwalt denkt nicht, das das was an den Fakten ändert.
      Ich muss dringend zu einem Facharzt, hoffe ich bekomme zeitnah einen Termin.

      Gibt es einen gesetzlichen Anspruch für das Arbeitslosengeld das ich morgen beantragen will ?

      Wie in der email von der KK formuliert:
      "Da das Widerspruchsverfahren noch anhängig ist, muss die Agentur für Arbeit
      Ihnen vorläufig das Arbeitslosengeld zahlen und kann dann einen Erstattungs-
      anspruch für den Fall einer Nachzahlung des Krankengeldes bei uns anmelden."

      Das würde zumindest den finanziellen Druck von mir nehmen. Ich bin auch so schon am Ende meiner Kräfte...

      Sunshines12345 schrieb:


      Ein Telefonat gab es nicht, der Anwalt denkt nicht, dass das was an den Fakten ändert.


      Da hat er natürlich recht. Aber mehr Gespür für die Sache kann er nicht bekommen, als wenn er
      von Anfang an beide Seiten hört und lösungsorientiert fingerlang handelt statt formal armlang ar-
      beitet. Aber o. K., den Genuss, die Anfragen der IKK classic an den MDK und dessen Antworten
      sowie alle anderen Unterlagen in diesem Zusammenhang auf den Tisch zu bekommen, würde
      ich mir auch ungerne entgehen lassen.


      Zum Alg 1 – das hatten wir schon:
      a. KK stellt Zahlung rückwirkend ein, b. KK stellt Zahlung rückwirkend ein

      Zusätzlich relevant wäre, wenn du bis September keine „leichte“, sondern eine „anspruchsvollere
      oder schwerere Arbeit“ ausgeübt hast.

      Wichtig ist bei der AA, das objektive Leistungsvermögen nicht selbst zu bestimmen oder gar einzu-
      schränken. Insoweit haben MDK und KK schon vorgegeben, dass du gesundheitlich für „leichte Tätig-
      keiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelbar“ bist. Ob dies stimmt oder nicht, kann dir im
      Verhältnis zur Arbeitsagentur derzeit völlig egal sein. Das müssen Fachdienste (Arzt, Psychologe)
      beurteilen, falls es noch darauf ankommen sollte. Entweder sie sehen das auch so wie der MDK
      dann hast du zumindest Alg 1 zu beanspruchen. Halten sie eine Tätigkeit gar nicht für möglich,
      hast du Verbündete gegen die Krankenkasse. Kommen sie aber zum Ergebnis, dass du eine Tätigkeit
      wie die letzte nicht ausüben kannst, sondern nur eine leichte Tätigkeit, dann kannst du theoretisch
      zwischen Krankengeld und Arbeitslosengeld wählen. Auf die AU-Bescheinigung deiner Ärzte kommt
      es dabei nicht an. Sie ist weiterhin lückenlos !!! erforderlich.

      Auch zur subjektiven Verfügbarkeit darfst du dich keinesfalls einschränken. Du musst dich der
      Arbeitsvermittlung im Rahmen deines Leistungsvermögens – wie auch immer diese von den Ärzten
      oder in einem Sozialgerichtsverfahren letztlich beurteilt wird – zur Verfügung stellen.

      Unter günstigen Umständen kann sich das Arbeitslosengeld – rückwirkend – direkt an das Kranken-
      geld anschließen, jedenfalls spätestens ab dem Zeitpunkt als die AA von der Entscheidung des MDK
      und der Krankenkasse erfuhr.

      Falls die AA morgen „zickt“ (nochmals "Stuss" erzählt), zeige dort einfach diesen Text hier und die
      Links mit den Bildchen der IKK classic-Geschäftsführung / Selbstverwaltung und lade die AA eben-
      falls ein, aktiv an der Diskussion hier teilzunehmen.

      Viel Erfolg!
      .

      Machts Sinn schrieb:

      jedenfalls solange wir nicht wissen, aus welchem Teil-
      gebiet der Medizin der MDK-Gutachter kommt. Vielleicht
      war früher Chirurg und kann kein Blut mehr sehen oder
      Pathologe …


      Als ich damals beim MDK war, hatte ich nur >Facharztberichte < dabei, dann fragte ich sie aus welchen Fachgebiet sie kommt, sie sagte > Allgemeinmedizin <

      Wie sie sehen, habe ich hier nur Facharztberichte, dass Urteil war dann >DU< und die Fallmanagerin von der Kk war sauer.
      :rauchen:

      Darum immer viele Facharztberichte
      Mit freundlichen Grüßen Idefix -------------------------------------------------------------------
      Ich bin nicht die Signatur, ich putze hier nur. :putzen:
      Hallo Idefix,

      ja, genau! Aber Sunshines war ab Mitte 9/2017
      bis zum bösen Brief der Krankenkasse erst 6 Wochen
      arbeitsunfähig. Und trotzdem gab es schon Fach-
      arztberichte eines Neurologen und eines Endo-
      krinologen.

      Schönen Gruß
      Anton (und danke ;) )
      Hallo Sunshines,

      Wenn dein Hausarzt nicht mit einem Facharzt zusammenarbeitet,
      kannst Du es über die Servicestelle probieren.


      Terminservicestellen unter:

      Die Terminservicestellen sollen den Versicherten innerhalb einer
      Woche einen Facharzttermin in zumutbarer Entfernung vorschlagen. Die
      Wartezeit auf den Termin darf dabei 4 Wochen nicht überschreiten. Es
      gibt keinen Anspruch auf einen bestimmten Arzt.

      bundesgesundheitsministerium.d…terminservicestellen.html

      Gruß
      Ancyst
      .
      Unter diesen Umständen kann dir die IKK classic
      jedenfalls nicht vorhalten, dass du nach 6-wöchiger
      AU zum Zeitpunkt des Bescheides vom 01.11.2017
      noch nicht in fachärztlicher Behandlung warst.
      Oder hat dich die Krankenkasse irgendwann
      dazu aufgefordert?

      Sunshines12345 schrieb:

      Die IKK hat mich nicht dazu aufgefordert. Das war auch gar nicht gewollt, denke ich.
      Dann hätte ich jetzt noch Krankengeld...


      Ich verstehe die IKK nicht, auf der einen Seite streichen sie Geld, und auf der anderen Seite schmeisen sie das Geld raus.

      ikk.jpg

      obwohl ich jetzt einmal im Jahr zum Kardiologe muss, und ich täglich selbst Blutdruck dokumentiere, wir jetzt alle 3 Monate das Programm durchgeführt, welches auch Geld kostet und nichts bringt, ich machs halt, habe ja Zeit.

      EKG - Lungenfunktion - Blutkontrolle
      Mit freundlichen Grüßen Idefix -------------------------------------------------------------------
      Ich bin nicht die Signatur, ich putze hier nur. :putzen:
      Es geht vorwärts...

      Habe bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf ALG1 gestellt, rückwirkend ab 15.1.2018.
      Dank Eurer Argumentation und der email von meiner KK war das problemlos möglich.
      Muss aber alles neu beantragen, obwohl mein alter Antrag ja noch vorliegt...
      Sie benötigen unter anderem noch die Bescheinigung wegen Bezugs von Krankengeld,
      die ich von meiner KK ausfüllen lassen muss. Den Rest der Unterlagen habe ich ja schon fertig.

      Meine Ärztin hat mich auch angerufen. Dank ihr habe ich einen Facharzttermin am Montag !!!!!
      Hallo Machts Sinn,

      krank seit 12.9.17 - lt. Aktenlagegutachten endet die Arbeitsunfähigkeit 23.11.17
      weitere AU-Meldungen eingereicht.
      Hinweis auf Rehamaßnahme, aber kein Antrag gestellt.
      Keine fachärztliche Weiterleitung an Psychiater mit diesem Krankheitsbild.
      Ein Hausarzt hat keine Kompetenz bei diesem Krankheitsbild eine längere AU über Monaten
      gegenüber dem MdK zu vertreten.
      Monate vergehen und keine Behandlung und das in der heutigen Zeit, wo man weiß,
      dass die Krankenkassen nur auf so eine Steilvorlage warten.
      Der behandelte Arzt auch eine Verantwortung.

      Gruß
      Ancyst
      .
      "Alg-Antrag ab 15.01.2018" - das ist das Datum der letzten Vorsprache.

      Bis 14.01.2018 wirkt der frühere Antrag. Inwieweit du bis zu diesem Tag
      Alg bekommst bzw. zu beanspruchen hast, hängt von den Details ab,
      über die wir hier zu wenig wissen.

      P.S.:
      war da mal ein "Hinweis auf Rehamaßnahme, aber kein Antrag gestellt."?