Sblue´s Krankengeld-Aussteuerungs- und Renten-Story

  • .
    Hallo Krankengeld-Bezieher !


    Die Praxis der Krankengeld-Bewilligung ist bei den ca. 130 Krankenkassen sehr unterschiedlich. Das Bundesversicherungsamt, die Rechtsaufsichtsbehörde der bundesunmittelbaren Krankenkassen, ist mit dem Versuch, da eine einheitliche Linie rein zu bekommen vor über zwei Jahren kläglich gescheitert. Kein Wunder, denn mit – formal rechtswidrigen – Krankengeld-Bewilligungen schafft so manche Krankenkasse die Voraussetzungen für später einfachere – wieder rechtswidrige – Krankengeld-Beendigungen.


    Also Leute: nicht nur freuen, wenn das Krankengeld tatsächlich kommt, sondern schon in diesem Stadium genau hinschauen und ggf. Widerspruch einlegen!


    Wer davon bisher keine Ahnung hatte, sollte mal seine Krankengeldbewilligung herauskramen und prüfen, ob da noch was zu machen ist, denn da gibt es mehrere Möglichkeiten – insbesondere innerhalb eines Jahres.


    Aber dazu später.


    Gruß!
    Machts Sinn

    Einmal editiert, zuletzt von Machts Sinn () aus folgendem Grund: Überschrift ergänzt

  • Hallo Machts Sinn,


    wie meinst Du das genau mit "mehrere Möglichkeiten" ? Nach 78 Wochen ist doch Schluss oder doch nicht ? In meinem Bescheid steht " Krankengeldanspruch ab "

    Freundliche Grüße


    Sblue56 :huhu:

  • Hallo Sblue,


    nach 78 Wochen ist zwar die gesetzliche Anspruchsdauer abgelaufen -
    aber ob die Krankenkasse dann die Zahlungen einfach einstellen kann, ist
    eine ganz andere Frage. Nach meiner Einschätzung geht das bei weitem
    nicht in jedem Fall, insbesondere nicht ohne weiteres, wenn "Krankengeld
    ab ... "
    bewilligt aber kein Ablaufdatum angegeben wurde.


    Die damit zusammenhängenden Rechtsfragen werden derzeit geklärt - aber
    das kann dauern. Und solange die Krankenkassen etwas nicht müssen, tun sie
    es auch nicht freiwillig. Wer da auf der sicheren Seite sein will, beachte den Spruch
    "Holzauge sei wachsam"!


    Das gilt aber nicht nur im Zusammenhang mit der Beendigung des Krankengeldes
    am Ende der Höchstbezugsdauer, sondern auch in jedem anderen Fall, in dem die
    Krankenkasse trotz weiterer AUB kein Krankengeld mehr zahlen will.


    Wenn du deinen letzten (Bewilligungs-) Bescheid und den Krankenkassenbrief
    zur "Aussteuerung" - anonymisiert - hier einstellst, schreibe ich dazu, wie ich
    das meine.


    Gruß!
    Machts Sinn

  • Hallo @ all,
    ich kann MachtsSinn da nur Recht geben...Krankengeld kann schneller eingestellt werden, als man denkt. Und nichts mit 78 Wochen.
    Und bei mir stand im Krankengeld -Bewilligungsbescheid: Wir zahlen ihnen KG ab 09.08.2011 ohne Erwähnung einer Vorerkrankung. Am 07.07.2012 wurde eingestellt, auf Grund einer Vorerkrankung.
    Viele von euch kennen meine Geschichte aus dem Krankenkassenforum wo die Antwort erst einmal lapidar lautete: Die dürfen das.
    Mein Rechtsanwalt (über DGB Rechtsschutz) knabbert noch an MachtsSinn's Klageentwurf und hat sich aus Überlastungsgründen leider bisher noch nicht bei mir gemeldet. Ich wünschte, ich könnte mehr dazu sagen, aber leider herrscht da " :cursing: :cursing: :cursing: Schweigen."
    LG
    ReallyAngry

  • Hallo Machts Sinn,


    hier mal die beiden Bescheide.

    Dateien

    Freundliche Grüße


    Sblue56 :huhu:

    5 Mal editiert, zuletzt von sblue56 ()

  • Hallo Sblue,


    ja da steht "Krankengeld ab ..." ohne Enddatum - auch wenn das nach meiner Überzeugung kein
    Krankengeld-Bewilligungsbescheid ist.


    Wenn du nichts anderes hast, kannst du parallel zum Arbeitslosengeld ab Ende März - quasi spielerisch -
    auch den weiteren Krankengeld-Anspruch geltend machen und im Widerspruchs- / Klageverfahren verfolgen.
    Lass dir ggf. von deiner Rechtsvertretung weiterhin helfen und mache geltend, dass es sich in deinem Fall
    um eine unbefristete Krankengeld-Bewilligung durch einen unbefristeten Verwaltungsakt mit Dauerwirkung
    handelt. Die Bewilligung mit Dauerwirkung könne zwar bei Änderung der tatsächlichen oder rechtlichen
    Verhältnisse durch Aufhebungsbescheid beendet werden. Da aber bereits bei der Bewilligung des Kranken-
    geldes festgestanden habe, wann die 78 Wochen (1 1/2 Jahre) spätestens vorbei sind, sei später keine
    derartige Änderung eingetreten und deshalb auch keine Aufhebungsentscheidung (nach § 48 SGB X) möglich.


    Du kannst das gelassen und cool durchziehen, denn du hast "Netz und doppelten Boden" - und nicht zu
    vergessen: schon 3 Widersprüche erfolgreich eingelegt. Und falls du diesmal auch zum Sozialgericht müsstest,
    empfehlen sich Hinweise auf verfassungsrechtliche Gesichtspunkte.


    Wenn du damit wieder (auch nur teilweise) Erfolg hast, verschiebt sich der Arbeitslosengeld-Anspruch, womit du
    länger abgesichert bist. Die Einzelheiten dazu aber erst später, wenn es soweit ist oder bevor das Alg endet.


    Gruß!
    Machts Sinn

  • Hallo Machts Sinn,


    kannst Du mir so einen Widerspruch formulieren, dann könnte ich den Widerspruch meinem Rechtsbeistand vorlegen und alle weiteren Schritte einleiten. Einen anderen Bewilligungsbescheid habe ich nicht!

    Freundliche Grüße


    Sblue56 :huhu:

  • Hallo Sblue,


    wie wäre es mit einem Deal? Im beiderseitigen Interesse – mal ein Vorschlag:


    Ich formuliere demnächst so einen Widerspruch, wenn auch nicht speziell „dir“, sondern für das Forum und seine Zwecke hier rein – aber natürlich ausgehend von deinem konkreten Beispiel. Wenn ich das richtig sehe, ist der „Aussteuerungsbescheid“ vom 07.02. so dass die Widerspruchs-Frist bis zum 10.03. läuft und Stress nicht entstehen sollte?


    Und du legst (durch deinen Rechtsvertreter) den Widerspruch rechtzeitig bei der Krankenkasse ein und beantragst dort ausdrücklich, dir innerhalb einer Woche die Berücksichtigung der aufschiebenden Wirkung schriftlich zuzusagen. Falls die Zusage nicht fristgemäß kommt, stellst du einen Antrag beim zuständigen Sozialgericht auf Feststellung, dass der Widerspruch aufschiebende Wirkung hat. Auch dafür gibt´s von mir hier im Forum einen (dir wohl nicht mehr ganz neuen) Textvorschlag. Und wenn die erste Instanz nicht helfen will, sehen wir unter Berücksichtigung ihrer Gründe hier weiter.


    Was meinst du dazu – insbesondere wenn du auch die unerfreulich bis schlimmen Erfahrungen von Wurmie und Jamihost mit ihren Sozialgerichten und die Kritik der Kassenfraktion in diesem Zusammenhang an mir in deine Überlegungen einbeziehst?


    Wenn du das angehen willst, brauchst du natürlich weiterhin überschneidende bzw. unbefristete AUB´s (am besten bis a. w. = bis auf weiteres). Und keinesfalls darfst du vernachlässigen, die Weichen mit der Arbeitsagentur rechtzeitig und richtig zu stellen, denn die Krankenkasse wird deinem Widerspruch diesmal aller Voraussicht nach nicht abhelfen bzw. erst die rechtliche Klärung in bereits laufenden Fällen abwarten und auch keine aufschiebende Wirkung des Widerspruchs berücksichtigen.


    Du musst also Alg beziehen. Deswegen wird es wohl keinen Grund geben, beim Sozialgericht eine einstweilige Anordnung zu beantragen.


    Gruß!
    Machts Sinn

  • Hallo Machts Sinn,




    den Deal nehme ich an.



    Seit August 2012 erhalte ich ALG I, nach dem ersten erfolgreichen Widerspruch hat die KK mit der AfA verrechnet, das wird jetzt auch so werden hoffe ich doch. Ob das so Üblich ist weiß ich leider nicht. Da frage ich sicherheitshalber nochmal bei der KK nach. Das wäre Eigentlich die beste Lösung zumal mir der AfA Sachbearbeiter im Dezember nahegelegt hat ich solle doch einen Rentenantrag stellen.


    Meine AU sind immer a.w. und seit 29. September 2011 durchgehend.


    Jetzt habe ich doch noch eine Frage: Wie läuft das mit den Krankmeldungen nach der Aussteuerung, was für eine Krankmeldung kann mir der Arzt dann ausstellen?


    Anmerkung: Meine KK hat mich geärgert, das kann ich auch!

    Freundliche Grüße


    Sblue56 :huhu:

  • Gut Sblue,


    ich bin dann mal am Forumulieren ...


    Achte darauf, dass die Arbeitsagentur für Arbeitslosengeld verbrauchte
    Anspruchsdauer
    wieder gut schreibt, denn du hast letztlich ja Krankengeld
    bezogen, nicht Arbeitslosengeld. Im Übrigen hast du durch den weiteren Kranken-
    geld-Bezug beim Arbeitslosengeld eine längere Anfangs-Anspruchsdauer ...


    Was die Rente anbelangt, kannst du das wohl selbst gestalten (ob und wann du
    einen Antrag stellst), solange du von der KK oder AA keine offizielle Aufforderung
    hast, je nachdem, was da günstiger für dich wäre, nicht zuletzt von der Höhe her …
    Auch da dürfte eine Beratung erforderlich sein.


    Dabei spielt auch die Höhe des Arbeitslosengeldes eine Rolle und die kann
    anders (niedriger) sein, wenn du länger Krankengeld beziehst und der Arbeitslosen-
    geld-Anspruch eigentlich erst später beginnt. Auch bei der AA hast du das Recht
    auf Beratung.


    Dieses Recht auf Beratung gegenüber Sozialversicherungsträgern sollte übrigens viel, viel
    häufiger in Anspruch genommen werden – am besten unter Zeugen! Wenn durch die Beratung
    Nachteile entstehen, müssen die Behörden dafür einstehen.


    Zur Frage mit den weiteren AUB´s: du lässt dir wie bisher Auszahlscheine geben. An
    deinem Gesundheitszustand ändert sich allein wegen des Datums der Aussteuerung
    Ende März ja gar nichts.


    Gruß!
    Machts Sinn

  • Dieses Thema enthält 776 weitere Beiträge die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registrieren Sie sich oder melden Sie sich an um diese lesen zu können.