Krankenversicherung: Die Kassen schlagen zu. Geht’s noch?

  • Eigentlich müssten die Krankenkassenbeiträge gesenkt werden, stattdessen steigen sie. Merke:
    Wenn es um einen Gesundheitsminister so ruhig ist wie um Hermann Gröhe, dann sollte der Versicherte skeptisch sein
    .



    Post von der Krankenkasse, das bedeutete zuletzt selten Gutes. In der Regel kündigte die gesetzliche Krankenversicherung in einem freundlichen Brief an, dass man von nun an mehr zahlen müsse. Zwei von drei Versicherungen haben zum Jahreswechsel den Beitragssatz erhöht, der bestimmt, wie viel Geld direkt vom Gehalt abgezogen wird. Der durchschnittliche Beitragssatz liegt nun bei 15,7 Prozent. Gleichzeitig steigt die Grenze, bis zu der man Beiträge bezahlen muss, deutlich.
    Für Menschen, die im Monat mehr als 4237,50 Euro brutto verdienen, bedeutet das, dass sie von nun an monatlich mehr als 650 Euro für ihre Krankenversicherung bezahlen (wovon freilich einen Teil die Arbeitgeber übernehmen). Diese Summe lässt sogar manchen Amerikaner – in Sachen Gesundheit Schmerz gewohnt – baff erstaunt zurück.


    Doch nicht nur die Summe an sich ist enorm. Dass der Beitragssatz
    überhaupt steigt, sollte jeden verwundern, der die Wirtschaftslage kennt
    sowie das Einmaleins beherrscht. Wolfgang Schäuble,
    der Finanzminister, schwimmt im Geld, das die Deutschen im vergangenen
    Jahr an ihn abgeführt haben. Denn die Wirtschaft läuft gut, die
    Beschäftigung ist hoch wie nie, es kommen ordentlich Steuergelder rein.
    Da die Krankenversicherungen ihre Beiträge ähnlich wie die Finanzämter
    proportional zum Einkommen erheben, müsste hier das Gleiche gelten:
    Eigentlich müssten die Krankenkassen gerade im Geld schwimmen. Es müsste
    die Zeit sein, in der die Beiträge gesenkt werden. Das Gegenteil
    passiert.



    Ein Eisberg an Kosten, dessen Spitze wir jetzt sehen.
    Das liegt daran, dass die Gesundheit ein Feld ist, in dem man sehr schnell
    sehr viel mehr Geld ausgeben kann. Außerdem ist die Gesundheit kein
    Markt, in dem Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Hier werden die
    meisten Preise politisch festgelegt. Wenn mehr Geld da ist, wachsen
    Begehrlichkeiten bei Ärzten, Krankenhäusern, Psychotherapeuten,
    Apotheken, Pharmafirmen. So sind in den vergangenen Jahren diverse Dinge
    beschlossen worden, die die Kosten in die Höhe treiben. Oftmals eher
    still und heimlich, denn die großen weltbewegenden Themen in der
    Öffentlichkeit waren andere. Zum Beispiel erkämpften sich die
    niedergelassenen Ärzte deutliche Honorarerhöhungen sowie regionale
    Ausnahmen, die Geld kosten, ohne mehr Leistung zu bringen. Auch die
    Ausgaben für Krankenhäuser stiegen enorm, weniger Kostendruck bedeutete
    auch hier mehr Gnade für Kliniken, die nah an der Pleite sind.


    http://www.faz.net/aktuell/wir…geht-s-noch-14005811.html

    Mit freundlichen Grüßen Idefix -------------------------------------------------------------------

    Ich bin nicht die Signatur, ich putze hier nur.

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