Unrichtiges Gesundheitszeugnis

  • Hallo,


    ich hatte vor geraumer Zeit einen Verkehrsunfall. Dazu gibt es ein chirurgisches Gutachten.


    Mein Problem:
    in diesem Gutachten wurde eine Diagnose gestellt, die nicht in den Fachbereich Chirurgie fällt sondern in den der Psychologie. Für diese Diagnose gibt es auch keinen Befund. Zudem befinde ich mich im Klageverfahren mit der BG.


    Der letzte BG-Bescheid enthielt u.a. die falsche Diagnose des Gutachters. Im Vorfeld (nach Eingang des GA) hatte ich diesen FA für Chirurgie bereits telefonisch auf seine falsche Aussage angesprochen. Er meinte, dass dies seinem E m p f i n d e n entsprochen hätte.....


    Der Anwalt, der meinem Fall erst vertreten wollte, hat aufgrund dieser falschen Diagnose sein Mandat niedergelegt. Er begründete seinen Schritt mit meinen angeblichen Ängsten vor Schmerzen (war die Diagnose). Und dass mir ja Psychotherapie angeboten worden wäre, die ich ablehnte.



    Momentan ist der Gutachter im Urlaub. Ich habe vor, diesen nochmals zu kontaktieren, Gegebenenfalls eine Korrektur des Gutachtens zu erreichen oder aber Klage einzureichen.



    Könnte mir bitte jemand etwas zu meiner Vorgehensweise sagen?


    Vielen herzlichen Dank im Voraus!


    Mit freundlichen Grüßen
    Jani 11

  • Hallo Jani11,


    "unrichtiges Gesundheitszeugnis" ist ein Begriff aus dem StGB:


    https://dejure.org/gesetze/StGB/278.html
    https://dejure.org/gesetze/StGB/279.html


    Hinsichtlich eines evtl. Straftatbestandes wären Polizei / Staatsanwaltschaft
    zuständig.


    Vielleicht ist auch im Patientenrechte-Gesetz dazu etwas zu finden.


    Jedenfalls wäre es wichtig, eine auf einem "unrichtigen Gesundheitszeugnis"
    beruhende - falsche - Entscheidung der BG nicht bestandskräftig werden zu
    lassen. Aber du bist ja bereits im Klageverfahren und wirst das eingebracht
    haben?!


    Schönen Gruß
    Machts Sinn

  • Hallo Machts Sinn,


    nein, das Gutachten ist nicht Bestandteil der Klageeröffnung. Momentan fehlt noch die Begründung.


    Der Anwalt hat sein Mandat nach Lesen des Gutachtens > bzgl. Ängste vor < niedergelegt und mir mitgeteilt, dass ich ihn falsch informiert hätte. Ich solle meine angeblich falsche Schmerzverarbeitung in den Griff bekommen und dabei die angebotene Hilfe (Psychotherapie) nutzen.
    Ich habe nicht einmal im Traum daran gedacht, dass mir diese Äußerung eines Chirurgen, die klar ersichtlich völlig aus der Luft gegriffen ist, auf die Füße fallen könnte.


    Gestern im BG-Büro der Klinik angerufen, wollte den FA, bzgl. Revidierung des Gutachtens, sprechen. Der - im Urlaub. Die Dame sagte mir nun, ich solle es schriftlich machen.


    ???
    LG Jani

  • Hallo Machts Sinn,


    das Gutachten ist nicht direkt Teil der Klage. Da geht es um Diagnosen / Unfallfolgen.


    Ich würde jetzt gern das Gutachten revidiert haben. Deshalb wollte ich den Gutachter sprechen. Ich habe nicht wirklich Lust auf noch eine Klage wegen der Erstellung eines unrichtigen Gesundheitszeugnis.


    Deshalb meine Frage.... Wie vorgehen?


    LG Christiane