Eine Reinigungskraft kritisiert Angela Merkel scharf in Bezug auf die Rente in der ZDF Sendung "klartext Frau Merkel"

  • Im ZDF stellte sich Angela Merkel den Fragen
    des Publikums. Und geriet schnell in die Kritik. Vor allem eine
    Gebäudereinigerin aus Bochum ließ die Kanzlerin ganz schlecht
    aussehen.


    Petra Vogel arbeitet in Bochum als
    Reinigungskraft im Krankenhaus. Dass sie als Betriebsrätin arbeitet
    und Mitglied der Linkspartei ist, merkte man ihr an – und dass sie
    wütend war. "Da arbeitest du 40 Jahre lang hart, verdienst
    wenig und bekommst dann eine Rente, von der man nicht leben und nicht
    sterben kann", beschwerte sich Vogel, die in wenigen Jahren rund
    650 Euro Rente beziehen wird: weniger als die Grundsicherung.


    In Österreich gebe es die Bürgerversicherung, in die jeder
    einzahle, und da bekäme eine Putzkraft rund 1000 Euro Rente. Warum
    Deutschland nicht in der Lage sei, das einzuführen? Merkels Antwort
    spulte fast eins zu eins ihre Antwort in der Sendung vom Montag
    herunter: Man habe die Grundsicherung eingeführt und es gebe ja
    Riester.


    Das brachte eine andere Zuschauerin auf: "Das
    ist ein Witz, was Sie erzählen!" Eine "Unverschämtheit".
    Auch Vogel war nicht zufrieden: Wie man von 1050 Euro im Monat
    riestern solle? Derart unter Beschuss bekam Merkel wenig zusammen.
    Zur Grundsicherung gebe es noch Wohngeld, falls die Miete zu teuer
    sei.


    Und in Österreich seien vielleicht andere Dinge im System nicht so gut wie bei uns,
    "das kann ich jetzt nicht so genau sagen". Und: "Wir
    müssten vielleicht diese Arbeiten besser bezahlen." Lösungen
    nannte sie keine. Sie offenbarte auch die soziale Kälte ihrer Partei.
    Hauptsache, es kostet nichts. Das war die grundlegende
    Argumentation Merkels an diesem Abend.


    Bessere Löhne für Polizisten? Dafür sollen die Länder
    sorgen. Für Putzfrauen? Die Tarifpartner. Eine auskömmliche
    Rente nach 40 Jahren Arbeit? Gibt’s längst nicht für jeden,
    aber wichtig sei ja erst mal, dass man Arbeit habe, und ansonsten
    bliebe ja die Grundsicherung.


    Sie hätte auch sagen können: Sozial ist, was Arbeit schafft.
    Aber das hätte in den Ohren der ihr gegenübersitzenden Putzfrau
    dann doch zu zynisch geklungen.