Wie reagiert die Welt auf unser Wahl-Beben?

  • Die AfD zieht mit 12,6 Prozent als drittstärkste Fraktion
    in den Bundestag ein – und sorgt damit gleichzeitig für einen
    Rechts-Ruck und das Ende der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD.



    Der Platz der Kanzlerin in den Geschichtsbüchern ist befleckt vom
    historischen Ergebnis der Populisten von der AfD. Ihre
    Migrationspolitik verbunden mit der Allianz mit der SPD hat der
    extremen Rechten dieses Ergebnis geschenkt (...). „Mutti“ ist zur
    „Mutter der AfD“ geworden.“



    „Eine weit rechts stehende Partei
    hat erstmals seit mehr als 50 Jahren das deutsche Parlament
    erstürmt, weil sie von den Ängsten vor dem Migranten-Zustrom
    unter Angela Merkel profitierte.“




    „Der Aufstieg der AfD ist ohne
    Zweifel besorgniserregend. Und es ist ein Zeichen wachsender
    politischer Fragmentierung. Es bringt in Deutschlands föderale
    Politik ein Element von Gift und Polarisierung, das jedem, der
    einer liberalen Demokratie anhängt, nur zu denken geben muss.“




    „Angela Merkel mag die Wahl
    gewonnen haben, aber es fühlt sie nicht wie ein Sieg an ... Was
    die Regel in vielen anderen europäischen Ländern ist, war im
    Nachkriegs-Deutschland für unmöglich gehalten worden.“




    Die AfD wird die erste
    nationalistische Partei, die nach dem Zweiten Weltkrieg in das
    deutsche Parlament einzieht. (...) Doch die Befürchtungen mancher
    Experten, dass sich die Partei weiter radikalisieren könnte, sind
    unbegründet: In Deutschland wird jeder aufkommende Extremismus und
    Nationalismus streng überwacht.“




    „Wenn die Wählerbefragungen (...)
    mehr oder weniger akkurat sind, wird die einzige
    Regierungskoalition, die Merkel bilden kann, mit den Freien
    Demokraten und den Grünen sein. Dies sind zwei Parteien mit ganz
    verschiedenen Programmen, was es fast unmöglich machen wird, viele
    der radikalen neuen Grundsätze einzuführen, die Deutschland und
    Europa braucht.“




    „Die AfD ist eine
    konservativ-nationale Protestpartei, welche erfolgreich den
    ansteigenden Ärger und die Empörung in verschiedenen Teilen der
    Gesellschaft in Deutschland für sich genutzt hat, die durch
    Masseneinwanderung ausgelöst wurden; durch Terrorismus,
    Kriminalität und Gewalt, die mit der Ankunft der muslimischen
    „Flüchtlinge“ verbunden wurde; durch das zunehmende Gefühl
    des Mangels persönlicher Sicherheit und durch ihren Unwillen,
    weiter die Rechnung für scheiternde europäische Volkswirtschaften
    zu bezahlen, um diese zu stützen.“




    „Trotz ihres Sieges können Frau
    Merkel und die Konservativen nicht alleine regieren, was es
    wahrscheinlich macht, dass das politische Leben der Kanzlerin
    komplizierter wird. Die Form und die Inhalte einer neuen
    Regierungskoalition werden Wochen mühsamer Verhandlungen
    beanspruchen.“



    „Berlin hat trotz der Bestätigung von Angela Merkel seine
    politische Stabilität verloren. Die katastrophale Niederlage der SPD
    (die schlimmste ihrer Geschichte) ist ein Warnsignal für die gesamte
    europäische Linke (...). Zu guter Letzt muss der Erfolg der
    Alternative für Deutschland dazu führen, die Argumentation der
    sogenannten Populisten – abgesehen von ihren rassistischen Impulsen
    – stärker zu berücksichtigen.“



    „Erstmals zieht (so eine Partei) nach dem Ende des Zweiten
    Weltkriegs, als der Nationalsozialismus überwunden wurde, in das
    deutsche Parlament. (...) Das Tabu, das die Geschichte scheinbar
    auferlegt hatte, ist gebrochen worden. Es verwirrt die deutsche
    Demokratie und wird Europa nicht gleichgültig lassen.“



    „Instabil. So hat sich
    Deutschland, wider Erwarten, gestern Abend enthüllt. Das Land, das
    im vergangenen Krisenjahrzehnt der Anker war, der Europa vor dem
    Abdriften bewahrt hat, das Land, von dem man bis vor ein paar Tagen
    nicht glaubte, dass es Überraschungen bereithält, hat gewählt:
    und hat das traditionelle politische System auf den Kopf gestellt.“




    „Wenn (Bundeskanzlerin Angela)
    Merkel nun ein Abkommen mit Liberalen und Grünen erreicht, wird
    sie dazu gezwungen sein, bei Themen wie dem Brexit oder der
    Solidarität mit den Ländern des Südens nachzugeben. Und das wird
    den Konsens innerhalb der EU gefährden.“




    „Der Einzug der AfD mit fast
    einhundert Abgeordneten und als dritte politische Kraft des Landes
    in den Bundestag bestätigt die traurigen Zeiten, die die
    repräsentativen Demokratien in Europa und auch außerhalb des
    Kontinents durchmachen. Sie sind einem großen populistischen Druck
    ausgesetzt, sowohl von rechts als auch von links, und sie werden
    auch von einem äußerst unnachgiebigen und antieuropäischen
    Nationalismus bedrängt.“




    „Das starke Abschneiden der
    kleineren Parteien FDP und AfD erlaubt es der Wahlsiegerin Merkel
    nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Die beiden neuen Parteien
    im Bundestag können die Kanzlerin von rechts unter Druck setzen
    und die Politik der nächsten Bundesregierung beeinflussen – als
    Regierungspartner oder von der Oppositionsbank aus.“



    „Das ist die Strafe für die bisherige Regierungsarbeit und für
    das Experiment, die Grenzen zu öffnen und Deutschland zum „Licht
    für die Völker“ zu machen. Zugleich ist es eine Abstrafung für
    das Modell der großen Koalition, welche Kritiker und Gegner an den
    Rand drängte. Umso mehr die Kritiker als Populisten und Extremisten
    verschrien wurden, desto mehr konnten sie bei den Wählern zulegen.“



    „Deutschland ist kein normales Land. Seine politische Identität
    beruhte auf einem radikalen Bruch mit der Vergangenheit und dem
    weithin gehegten Wunsch, dass Deutschlands Macht in eine
    gesamteuropäische Politik einfließt. Angesichts dessen sind die
    rechtsextremen Äußerungen, die die AfD nicht immer zu unterdrücken
    vermag, nicht nur sehr unappetitlich, sondern auch beunruhigend. Die
    Folgen dieser deutschen „Normalisierung“ dürften auch in der EU
    zu spüren sein.“



    Wer jetzt noch glaubt, er könne
    weitermachen wie bisher, dem ist nicht mehr zu helfen. Das gilt für
    alle Parteien, insbesondere aber für Merkel und Martin Schulz,
    falls er denn an Bord bleibt nach diesem Desaster. Beide haben im
    Wahlkampf nicht hingesehen oder das Ausmaß des Frustes nicht
    begriffen.“




    Exakt 709 Abgeordnete werden dem neuen Bundestag angehören. Das
    ist der größte Bundestag in der Geschichte der Bundesrepublik. Der
    bisherige Rekord lag bei 672 Mandaten im Jahr 1994. Zuletzt waren es
    631 Abgeordnete. Für Kritiker ist fraglich, ob das Volk nun besser
    repräsentiert wird. Teurer werde es allemal, aber nicht unbedingt
    effizienter.


  • Hallo,
    kann sich noch jemand an die Zeit von NPD und Republikaner erinnern, beide hatten es zwar nicht in den Bundestag geschafft aber immerhin in einen Landtag und die Republikaner ins Europaparlament. Auch damals war der Aufruhr um diese "braune" Verbindungen sehr groß, aber damals wie heute, von der Mehrheit der Wähler, die damals ihr Kreuz bei denen gemacht hat, war die absolute Mehrheit Protestwähler und ist kein Zufall, dass in den neuen Bundesländern die Basis für die erreichten 12,6% gelegt wurde. Eine Demokratie muss das aushalten können, das wird auch diesmal der Fall sein und diese neue Oppositionspartei wird schon selbst dafür sorgen, dass das nur eine Legislaturperiode dauern wird - meine ich.
    Gruss
    Czauderna

  • wird mal richtig zur Kasse gebeten, denn so groß war der Bundestag noch nie.

    Mit freundlichen Grüßen Idefix -------------------------------------------------------------------

    Ich bin nicht die Signatur, ich putze hier nur.

    see1