Nach Aussteuerung LTA - LTA Abbruch aus gesundheitlichen Gründen - Krankenkasse zahlt kein Krankengeld

  • Hallo,


    Meine Krankenkasse, die DAK, weigert sich derzeit mir Krankengeld zu zahlen. Als Mutter von zwei Kindern, bin ich auf das Krankengeld angewiesen.
    Am 12.02.2018 waren die 6 Wochen Lohnfortzahlung zu Ende und meine Ausbildung wurde seitens des DRVB (LTA-Maßnahme-Umschulung) wegen meiner andauernden Krankmeldung erst einmal beendet mit der Option, sie umgehend nach meiner Genesung wieder aufnehmen oder neustarten zu können.


    Da ich derzeit krank geschrieben bin und ich die Ausbildung nach meiner Genesung wieder aufnehmen möchte stehe ich dem Arbeitsmarkt momentan auch nicht zur Verfügung. Daher kann ich mich weder bei der Agentur für Arbeit noch beim Jobcenter melden. Dies würde auch die Wiederaufnahme meiner Ausbildung gefährden.
    Aufgrund dessen, dass die Krankenkasse nicht ihre Leistung antritt, kämpfe ich finanziell mit meinen beiden Kindern täglich darum, etwas zu essen auf den Tisch zu bringen. Jeden Tag, den ich länger ohne Krankengeld auskommen muss, ist eine regelrechte Zumutung.


    Seit dem 02.01.2018 bin ich von meiner Hausärztin (akuten Belastungsstörung, ICD: F43.0) krank geschrieben. In Folge dessen habe ich zu dem auch Probleme mit meinem Rücken bekommen. Eine Begleiterscheinung, die alleinig (zumindest momentan) nicht zur Arbeitsunfähigkeit führen würde. Die Orthopädin hat mich seither allerdings eine Weile nur auf den Rücken krank geschrieben. Die letzten 2 AU's hat wieder meine Hausärztin mit der Belastungsstörung ausgestellt. Eine Übersicht über meine Krankmeldungen aus diesem Jahr gäbe es auch als Tabelle. Der Rücken ist ein bekanntes Leiden (Bandscheiben Vorfall), weswegen ich am 10.01.2017 bereits einmal mit Krankengeld nach 18 Monaten ausgesteuert wurde.


    Im März 2017 nach der Aussteuerung habe ich über die DRVB eine Umschulungsmaßnahme zur KBM begonnen. Zwischen Aussteuerung und Umschulung war ich arbeitslos gemeldet und bezog ALG1. Meine Krankenkasse, die DAK, hat bislang die Zahlung von Krankengeld verweigert (seit 02.01.2018 krank geschrieben, 6 Wochen zahlt ja der Arbeitgeber, seit 12.02.2018 vom Berufsförderungswerk Michaelshoven abgemeldet).
    Begründung der DAK: Das sie die aktuelle AU (also seit 02.01.2018) nur aufgrund der Rückenerkrankung berechnen und dafür eine Blockfrist bis Juli 2018 existiert. und die Belastungsstörung eine sogenannte hinzu getretene Erkrankung sei. So wie ich das verstehe, sieht die Krankenkasse die Sachlage falsch und behauptet, dass die akute Belastungsstörung eine zusätzliche Folgeerkrankung des Rückens ist.


    Es verhält sich aber genau anders herum, was ein Attest meiner Orthopädin bestätigt. Ich habe auch eine Behandlungsbestätigung von meiner Therapeutin, die eine akute Belastungsstörung und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ICD F33.1 bestätigt.
    In der Ablehnung der DAK lässt sich sogar herauslesen, dass die Krankenkasse der Meinung ist, dass ich seit Januar 2017 durchgehend bis heute mit meinen Rückenbeschwerden krank geschrieben bin. Das ist definitiv nicht der Fall, da ich mich ja zwischendrin in der Umschulungsmaßnahme befand.


    Einen Widerspruch dazu habe ich bereits eingelegt.


    Heute habe ich schon vorab per Telefon von der Krankenkasse mitgeteilt bekommen, dass sie bei der Ablehnung verbleiben und den Widerspruch ablehnen, denn die LTA/Umschulung sei gleichzusetzen mit einer AU.
    Und da ich wegen meinem Rücken die Umschulung begonnen habe gilt dafür die Blockfrist und die Belastungsstörung wäre ja dann hinzu getreten. Ich hoffe sehr, dass ihr mir in meiner sehr angespannten Situation helfen könnt.


    :(:(:(

  • .
    Hallo DoriCologne,


    direkt helfen können wir hier wohl nicht, aber vielleicht darüber diskutieren.
    Interessant wäre dabei, den Bescheid der Krankenkasse und deinen Widerspruch
    samt Begründung zu kennen. Kannst du die Texte anonymisiert hier einstellen?


    Schönen Gruß
    Machts Sinn

  • Auf die Ablehnung gegen meinen Widerspruch warte ich noch, ist noch auf dem Postweg.
    Sollte Montag bei mir im Briefkasten sein.
    Wie die Ablehnung inhaltlich ausfallen wird steht im letzten Absatz meines Beitrages.


    Zitat

    Zitat

    Heute habe ich schon vorab per Telefon von der Krankenkasse mitgeteilt bekommen, dass sie bei der Ablehnung verbleiben und den Widerspruch ablehnen, denn die LTA/Umschulung sei gleichzusetzen mit einer AU.Und da ich wegen meinem Rücken die Umschulung begonnen habe gilt dafür die Blockfrist und die Belastungsstörung wäre ja dann hinzu getreten. Ich hoffe sehr, dass ihr mir in meiner sehr angespannten Situation helfen könnt.



    Leider habe ich im Internet auch nichts dazu gefunden "LTA/Umschulung sei gleichzusetzen mit einer AU"
    Montag habe ich einen Termin bei einem Anwalt, mal sehen was er dazu meint.
    :whistling: :/
    Trotzdem Danke für Deine Teilnahme"Machts Sinn"
    :thumbup:

  • Hallo DoriCologne,


    dein Fall passt prima zur derzeitigen Krankengeld-Anspruchsdauer-Kampagne
    in verschiedenen Foren. Danke für diese Bereicherung!


    Du hast gegen den Ablehnungsbescheid vom 12.04.2018 bereits am 12.04.2018
    Widerspruch eingelegt und dazu soll bereits der Widerspruchsbescheid des Wider-
    spruchsausschusses auf dem Postweg sein? Unglaublich!!! Vermutlich sieht das
    am Montag schon ganz anders aus ….


    Und weil sich die Sache hinziehen könnte: du hast doch schon mal übergangsweise
    Alg 1 bezogen (über die Verfügbarkeit oder über die Nahtlosigkeits-Regelung?). Dies
    ist auch jetzt nicht unbedingt ausgeschlossen. Du bist zwar für die Umschulung nicht
    arbeitsfähig - aber gilt das auch für einfachste Arbeiten auf dem Arbeitsmarkt? Im
    Übrigen käme auch Alg 2 in Betracht. Ich an deiner Stelle würde dazu am Montag
    - vorsorglich - aktiv werden.


    Zum Krankengeld fangen wir mal ganz vorne an: Klar, der Rücken ist ein bekanntes
    Leiden (Bandscheiben-Vorfall), wenn du deswegen am 10.01.2017 ausgesteuert wur-
    dest und im März 2017 über die DRVB eine Umschulungsmaßnahme begonnen hast
    (was heißt „KBM“?). Aber wann war der Bandscheiben-Vorfall? Warst du wegen Rücken
    / Bandscheibe ab 15.07.2015 erstmals arbeitsunfähig, nie vorher? Und wann endete
    diese AU?


    Eine LTA / Umschulung ist wohl kaum gleichzusetzen mit einer AU. Im Gegenteil: für
    die LTA / Umschulung ist Voraussetzung, dass gesundheitliche Gründe nicht entgegen-
    stehen. Im Übrigen hat sich der Bewertungsmaßstab für die Beurteilung der Arbeits-
    unfähigkeit wohl geändert, nachdem dein früheares Arbeitsverhältnis (welche Tätig-
    keit war das?) endete und erneut, nachdem du Anfang 2017 Alg bezogen hast,
    wahrscheinlich inzwischen nochmals.


    Damit dürfte es um die Argumentation der DAK bereits ziemlich schlecht stehen.
    Ich jedenfalls kann da bisher keine Hinderungsgründe gegen einen Krankengeld-
    Anspruch sehen. Stattdessen erscheint mir der Ablehnungsbescheid ziemlich
    konstruiert und bin gespannt, was der Rechtsanwalt am Montag dazu meint.


    Aber vielleicht kann der Moderator dieses Forums – Krankenkassen-Experte –
    dazu etwas beitragen, nachdem sein Arbeitsverhältnis schon lange der Ver-
    gangenheit zuzurechnen ist.


    Nur am Rande: In diesem Zusammenhang gibt es übrigens ein tolles Urteil
    des LSG Baden-Württemberg vom 23.5.2017, L 11 KR 4075/16, an einen
    User dieses Forums:
    http://lrbw.juris.de/cgi-bin/l…nt.py?Gericht=bw&nr=22486


    Und hier die Rechtsgrundlagen mit weiteren 366 Gerichtsentscheidungen:
    https://dejure.org/gesetze/SGB_V/48.html


    Schönen Gruß
    Machts Sinn

  • Hallo "Machts Sinn",


    danke für deine ausführliche Antwort, hier noch ein paar Fakten um deine Fragezeichen zu beantworten:



    Zitat

    Du hast gegen den Ablehnungsbescheid vom 12.04.2018 bereits am 12.04.2018Widerspruch eingelegt und dazu soll bereits der Widerspruchsbescheid des Wider-spruchsausschusses auf dem Postweg sein? Unglaublich!!! Vermutlich sieht dasam Montag schon ganz anders aus ….


    :!: Also den Widerspruch hat die Sachbearbeiterin bei der DAK wohl falsch datiert, da ich am 18.04.2018 bei der DAK mit der Ablehnung in der DAK aufmaschiert bin. Den Widerspruch hat sie in meinem Beisein verfasst.



    Zitat

    Und weil sich die Sache hinziehen könnte: du hast doch schon mal übergangsweiseAlg 1 bezogen (über die Verfügbarkeit oder über die Nahtlosigkeits-Regelung?). Diesist auch jetzt nicht unbedingt ausgeschlossen. Du bist zwar für die Umschulung nichtarbeitsfähig - aber gilt das auch für einfachste Arbeiten auf dem Arbeitsmarkt? ImÜbrigen käme auch Alg 2 in Betracht. Ich an deiner Stelle würde dazu am Montag- vorsorglich - aktiv werden.


    :!: Das werde ich allerfrühestens Freitag tun können, da mein jüngster Sohn einer Herzkatheter-Untersuchung unterzogen wird. Ausserdem wollte ich den Anwaltstermin am 07.05.2018 nachmittags abwarten.



    Zitat

    ......(was heißt „KBM“?)........


    :!: KBM= Kauffrau für Büromanagement.



    Zitat

    .......Aber wann war der Bandscheiben-Vorfall? Warst du wegen Rücken / Bandscheibe ab 15.07.2015 erstmals arbeitsunfähig, nie vorher?......


    :!: Ja genau am 15.07.2017 das erste mal, davor noch nicht.



    Zitat

    ...Und wann endete diese AU?.....


    :!: Ausgesteuert am 10.01.2017, ab 11.01.2017 ALG1, AU endete am20.02.2017 und Beginn der LTA am 29.03.2017



    Zitat

    ....wohl geändert, nachdem dein früheares Arbeitsverhältnis (welche Tätig-keit war das?.....


    :!: Tätigkeit: Rettungssanitäter



    Zitat

    Eine LTA / Umschulung ist wohl kaum gleichzusetzen mit einer AU. Im Gegenteil: für die LTA / Umschulung ist Voraussetzung, dass gesundheitliche Gründe nicht entgegen-stehen. Im Übrigen hat sich der Bewertungsmaßstab für die Beurteilung der Arbeits-unfähigkeit wohl geändert, nachdem dein früheares Arbeitsverhältnis (welche Tätig-keit war das?) endete und erneut, nachdem du Anfang 2017 Alg bezogen hast, wahrscheinlich inzwischen nochmals.Damit dürfte es um die Argumentation der DAK bereits ziemlich schlecht stehen. Ich jedenfalls kann da bisher keine Hinderungsgründe gegen einen Krankengeld-Anspruch sehen. Stattdessen erscheint mir der Ablehnungsbescheid ziemlich konstruiert und bin gespannt, was der Rechtsanwalt am Montag dazu meint.


    :!: Das ist eine sehr interessante Sichtweise und diese war mir bisher so noch gar nicht klar, dass werde ich der Anwältin am Montag auf jeden Fall vortragen. Du bist spitze :thumbsup: Das gibt mir Hoffnung :bauch:




    Vielen Dank für deine für mich sehr wichtige stütze, werde mich auf jeden Fall melden wenn ich vom Anwalt komme :thumbup:



    Liebe Grüße


    DoriCologne

  • Hallo,
    ich war 48 Jahre bei der DAK beschäftigt und u.a. auch für Krankengeldfallmanagement zuständig, aber das - Eine LTA / Umschulung ist wohl kaum gleichzusetzen mit einer AU. Im Gegenteil: für die LTA / Umschulung ist Voraussetzung, dass gesundheitliche Gründe nicht entgegen-stehen.
    wie es Anton formuliert hat, kenne ich auch nur so - während einer Umschulungsmassnahme ist man nicht arbeitsunfähig - das ist in meinen Augen purer Unsinn, was die Kasse da schreibt und meint.
    Gruss
    Czauderna

  • Hallo Guenter,


    freut mich, dass wir mal wieder derselben Meinung sind.


    Hast du eine Idee, wie das Problem möglichst ohne weiteren
    Kosten- und Zeitaufwand (Anwältin, Arbeitsagentur, Sozialgericht
    ... ) aus der Welt geschafft werden könnte? Dies würde mir auch
    ersparen, meine Krankenkasse hier weiter zu kritisieren (begin-
    nend zum 1. Satz im letzten Beitrag von DoriCologne und
    dem Unterschied zwischen einer Niederschrift vs einem
    Brief an sich selbst, § 84 Abs. 1 SGG, § 14 SGB I
    https://dejure.org/gesetze/SGG/84.html
    https://dejure.org/gesetze/SGB_I/14.html
    ... ).



    Und DoriCologne,


    du weißt, dass es Arbeitslosengeld frühestens ab dem Tag der
    persönlichen Arbeitslosmeldung geben kann? Dies gilt auch im
    Falle des § 146 Abs. 2 SGB III:
    https://dejure.org/gesetze/SGB_III/146.html


    Schönen Gruß!
    Anton Butz

  • Ich kann dir aus persönlicher Erfahrung sagen, die LTA bekommt man nur wenn man "Gesund" ist. Ich habe das selbst durch gemacht. War damals beim MDK der mich auf dem alten Beruf Arbeitsunfähig geschrieben hat. Die DRV Baden-Würtemberg hatte mich in eine "Schulung" geschickt, wo man schauen sollte was bei mir noch geht. Nach 8 Monaten hatte ich dann eben durch diese "Schulung" die Umschulung bekommen. Aber eben nur weil ich "Gesund" war um die Umchulung zum Fachinformatiker machen zu können.


    Hier könnte aber sein, das dir Übergangsgeld über die Rentenkasse zusteht, auch in der zwangspause.

  • Hallo Anton,
    Hast du eine Idee, wie das Problem möglichst ohne weiteren
    Kosten- und Zeitaufwand (Anwältin, Arbeitsagentur, Sozialgericht
    ... ) aus der Welt geschafft werden könnte? Dies würde mir auch
    ersparen, meine Krankenkasse hier weiter zu kritisieren (begin-
    nend zum 1. Satz im letzten Beitrag von DoriCologne und
    dem Unterschied zwischen einer Niederschrift vs einem
    Brief an sich selbst, § 84 Abs. 1 SGG, § 14 SGB I

    - nein, habe ich leider nicht, zumal ich mich mit dem Ablauf der Zeit (1.9.2016) eigentlich immer mehr von meinem Dasein als
    Mitarbeiter der DAK entferne - wie sich das dort alles so entwickelt, das entspricht insgesamt nicht mehr so meinen Vorstellungen, und dies nicht nur im personellen und organisatorischen Bereich sondern auch im Serviceverhalten - ich habe diverse Bekannte, Verwandte und Freunde, die beruflich mit dieser Kasse viel zu tun haben und wenn man hier eine Rangliste aufstellen würde, dann wäre da ein Abstiegsplatz reserviert - das schmerzt zwar noch immer ein wenig, aber wie gesagt, man muss auch loslassen können - am 01.08. bin ich dort 50 Jahre auch selbst krankenversichert und solange ich selbst mich nicht hier oder in einem anderen Forum als Betroffener melden muss, solange werde ich auch dort bleiben und wie ich lesen konnte, bist du ja auch noch dort versichert.
    Gruss
    Guenter

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