Gesetzliche Krankenversicherung für Beamte würde Bund und Länder um 60 Milliarden Euro entlasten

      Gesetzliche Krankenversicherung für Beamte würde Bund und Länder um 60 Milliarden Euro entlasten

      Geht es um Gesundheit, ist Deutschland zweigeteilt: Während alle
      Arbeitnehmer verpflichtet sind, sich gesetzlich krankenzuversichern,
      nutzen neben Selbstständigen vor allem Beamte die private
      Krankenversicherung. Wäre die gesetzliche Krankenversicherung auch
      für die Staatsbediensteten Pflicht, könnten Bund und Länder bis
      2030 rund 60 Milliarden Euro einsparen und die Beiträge für
      Versicherte sinken.

      bertelsmann-stiftung.de/de/the…illiarden-euro-entlasten/
      Die SPD will nach den Worten ihres Fraktionsvizes Karl Lauterbach
      eine Überleitung der Beamten- in die Bürgerversicherung in das
      SPD-Wahlprogramms aufnehmen. Dieser Plan könne neben einer gerechten
      Rente und gerechter Bildung eines der zentralen und positiven
      Vorhaben für Rot-Rot-Grün sein, sagte Lauterbach den Zeitungen des
      Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Mittwoch). SPD, Linke und Grüne
      setzen sich in verschiedenen Varianten für die Abschaffung der
      Privaten Krankenversicherung ein und streben eine so genannte
      Bürgerversicherung für jeden an.

      Selbst wenn die große Koalition fortgesetzt werden sollte, werde
      die SPD auf dem Wegfall der Beamten-Beihilfe pochen, sagte
      Gesundheitsökonom Lauterbach weiter. Er rechne fest damit, dass ein
      entsprechender Vorschlag der Bertelsmann Stiftung bald umgesetzt
      werde. «Wir könnten damit auf einen Schlag das Rentenniveau für
      die gesetzlich Versicherten stabilisieren», betonte Lauterbach. Es
      gäbe zudem für niemanden eine Leistungseinschränkung, da der
      Katalog in der Gesetzlichen und in der Privaten Krankenversicherung
      gleich sei.

      Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung könnte der Staat in
      den nächsten 15 Jahren rund 60 Milliarden Euro einsparen, wenn er
      die Beamten-Beihilfe zur privaten Krankenversicherung abschaffen
      würde.

      Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich
      Montgomery, erklärte zu der Studie: «Bei genauerer Betrachtung
      wird deutlich, dass sich die Autoren hier ein Szenario zurecht
      gezimmert haben, dass jeglichem rechtlichen, politischen und
      gesellschaftlichen Realitätssinn entbehrt.» Die Autoren achteten
      genau darauf, den Begriff «Bürgerversicherung» zu vermeiden. «Ihr
      Modell ist aber nichts anderes als der Totengräber des dualen
      Krankenversicherungssystems in Deutschland und der Wegbereiter der
      Einheitskasse.»

      krankenkassen.de/dpa/269471.html
      dbb
      kritisiert Bertelsmann-Studie zur Beihilfe

      Die von der Bertelsmann-Stiftung aufgestellte Forderung nach
      Abschaffung der Beihilfe für Beamte hat der dbb Bundesvorsitzende
      Klaus Dauderstädt am 10. Januar 2017 am Rande der dbb Jahrestagung
      in Kôln entschieden zurückgewiesen: "Ich kann nur allen
      dringend raten, den Beipackzettel einer solchen Reform gründlich zu
      lesen und auf die vielen Risiken und Nebenwirkungen zu achten!"

      dbb.de/teaserdetail/artikel/db…-studie-zur-beihilfe.html
      Die Zeche würden vor allem Ärzte zahlen
      Die Bertelsmann Stiftung hat die Finanzeffekte durchrechnen
      lassen, wenn Beamte nicht länger privat versichert wären. Bund und
      Länder würden bis zu 60 Milliarden Euro sparen – auch auf Kosten
      der Ärzte.
      Zu den Verlierern würden auch Ärzte
      gehören, die nicht mehr die höheren Vergütungen in der PKV
      abrechnen könnten
      . IGES beziffert die Umsatzeinbußen auf 5,7 bis
      6,4 Milliarden Euro. "Damit entfällt die ‚Gegenfinanzierung‘
      der Nettoentlastungen von GKV, öffentlichen Haushalten und
      Beamtenhaushalten zum Großteil (rund 85 Prozent) auf die
      Leistungserbringer in Form von Umsatzeinbußen."


      aerztezeitung.de/politik_gesel…-zahlen-aerzte-zeche.html