Wie viel verdient ein Abgeordneter?

      Wie viel verdient ein Abgeordneter?

      Streiten Sie gerne? Dann ist Bundestagsabgeordneter
      vielleicht der richtige Job für Sie. Gut, Sie müssen eine Wahl
      gewinnen. Aber danach ist die Arbeit auch gut bezahlt.



      Abgeordnetenentschädigung:


      Parlamentarier haben für ihre Arbeit im Bundestag nach dem
      Grundgesetz Anspruch auf eine Entschädigung - die sogenannte Diät.
      Seit dem 1. Juli 2017 beträgt sie monatlich 9541,74 Euro und wird
      jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Diese Zahlung ist
      einkommenssteuerpflichtig, es gibt kein gesondertes Weihnachts- oder
      Urlaubsgeld. Der Bund zahlt als Arbeitgeber Zuschüsse oder Beihilfen
      zu Kranken- und Pflegeversicherung.



      Aufwandspauschale:


      Mit derzeit monatlich 4318,38 Euro bestreiten die Parlamentarier
      alle Ausgaben, die bei der Ausübung des Mandats anfallen: wie Kosten
      für Mitarbeiter in den Wahlkreisbüros zu Hause oder für den
      Zweitwohnsitz in Berlin. Die steuerfreie Pauschale wird jährlich an
      die Lebenshaltungskosten angepasst. Sie kann gekürzt werden, wenn
      ein Abgeordneter nachweislich nicht an Sitzungen teilnimmt. Der Bund
      der Steuerzahler kritisiert: Wer nicht die gesamte Pauschale ausgebe,
      erhalte die Differenz als steuerfreies Zusatzeinkommen.



      Kosten der Mitarbeiter im Bundestag:


      Im Bundestagsbüro in Berlin können Abgeordnete derzeit bis zu
      20.870 Euro monatlich für ihre Büroleiter, Referenten,
      Wissenschaftler, Sekretäre, Sachbearbeiter oder Hilfskräfte
      ausgeben. Das Geld geht direkt von der Bundestagsverwaltung an die
      Mitarbeiter.



      Weitere Kosten:



      Abgeordnete haben einen Anspruch auf ein komplett eingerichtetes
      Büro im Bundestag - für Material, Telefone, Laptops und andere
      Geräte gibt es jährlich noch einmal bis zu 12.000 Euro extra,
      Neu-Parlamentarier erhalten im ersten Jahr zusätzlich 255,65 Euro.
      Zudem können die Volksvertreter Dienstfahrzeuge nutzen, haben freie
      Fahrt bei der Deutschen Bahn und bekommen Inlandsflüge zur Ausübung
      ihres Mandats bezahlt.



      Amtszulagen:

      Der Bundestagspräsident verdient doppelt so viel, seine Vertreter
      bekommen 50 Prozent ihrer Diät als Zuschlag. Ausschussvorsitzende
      erhalten 15 Prozent obendrauf.



      Übergangsgeld:


      Wenn Abgeordnete den Bundestag verlassen, sollen sie nicht gleich
      ohne Einkommen dastehen. Für jedes Jahr im Parlament erhalten sie
      einen Monat lang ein steuerpflichtiges Übergangsgeld in Höhe der
      Aufwandsentschädigung - höchstens für 18 Monate. Wer also nach nur
      einer Wahlperiode von vier Jahren abgewählt wird, kann nach
      derzeitigem Stand mehr als 38.000 Euro erhalten. Allerdings werden ab
      dem zweiten Monat nach dem Ausstieg aus dem Bundestag mögliche
      andere Einkünfte auf das Übergangsgeld angerechnet.



      Altersentschädigung:


      Da Parlamentarier nicht in die Beamtenversorgung oder gesetzliche
      Rentenversicherung einzahlen, erhalten sie nach ihrem Renteneintritt
      neben der herkömmlichen Rente Geld für die Zeit im Bundestag - pro
      Parlamentsjahr 2,5 Prozent der Diät, maximal 67,5 Prozent (derzeit
      rund 6440 Euro). Darauf wird Einkommenssteuer gezahlt.



      Nebentätigkeiten:


      Parlamentarier dürfen neben ihrem Mandat auch anderweitig Geld
      verdienen. Einkünfte von mehr als 1000 Euro monatlich (oder 10.000
      Euro pro Jahr) werden unter anderem in den einzelnen Biografien auf
      der Bundestags-Homepage veröffentlicht.

      spiegel.de/karriere/wie-viel-v…geordneter-a-1169773.html