Bürgerversicherung einzig solidarische Versicherung

      Bürgerversicherung einzig solidarische Versicherung

      Die verstärkte Forderung nach der einzig solidarischen
      Sozialversicherung, der Bürgerversicherung, ruft die Lobbyisten auf
      den Plan. Nach dem Beamtenbund zeichnet nun auch die Ärzteschaft ein
      Horrorszenario über eine Bürgerversicherung im Gesundheitswesen an
      die Wand. Nur um abzulenken wird sogar die völlig ungerechte
      Kopfpauschale als Ausweg bemüht. Der Verbandschef der Privaten
      Krankenversicherungen (PKV) schlägt gar die Senkung der
      Versicherungspflichtgrenze vor, um mehr gesetzlich Versicherten den
      Weg in die PKV zu öffnen.

      Warum diese Aktivitäten?

      In den Genuß der Alterungsrückstellung ihrer
      Krankenversicherung kommen sie ohnehin nicht. Sie ist trotz
      Demografie von 59,6 Mrd. Euro im Jahre 2001 auf 145,4 Mrd. Euro im
      Jahre 2011 gestiegen. Dennoch werden die Beiträge in der Privaten
      Krankenversicherung stets dann z. T. erheblich erhöht, wenn die
      eigene Krankheitsrate, z. B. im Alter, steigt.

      Haben privat Versicherte Vorteile?
      Scheinbar schon, denn sonst
      gäbe es ja nichts zu verteidigen. Das so vehement befürchtete
      Zwei-Klassensystem im Gesundheitswesen ist also schon existent und es
      ist höchste Zeit, es zu beenden.
      Die „Kooperation Soziale Sicherheit in Deutschland“ fordert deshalb eine solidarische
      Bürgerversicherung, in die alle gleichberechtigt einzahlen und
      Leistungen empfangen. Auch Politiker, Beamte, Selbstständige usw.

      Dies gilt sowohl für das Gesundheitswesen als auch für die
      Altersversorgung. Damit wird auch die Lastenverteilung an dem Teil
      der Versicherungsfremden Leistungen, der nicht durch den
      Bundeszuschuss gedeckt ist, gerechter.

      Durch generelle Sozialabgabenpflicht, auch für den Staat als Arbeitgeber, und der
      Einführung einer Besoldung, die auch in niedrigen Besoldungsgruppen
      (z. B. bei den Polizisten) entsprechende Abgaben zulässt, würde
      sich das privilegierende Beihilfekonstrukt für Staatsbedienstete
      erübrigen, dessen Kosten über Steuern jetzt auch von denjenigen
      mitgetragen werden, die bereits für sich Abgaben zur gesetzlichen
      Sozialversicherung geleistet haben. Die Kosten für den Staat würden
      nicht höher, sie entstünden nur früher.

      Ähnlich verhält es sich bei der Beamtenversorgung. Die finanzielle Handlungsfähigkeit
      von Bund und Ländern darf nicht weiter dadurch eingeschränkt
      werden, dass die überbordenden Kosten für die Altersversorgung von
      Beamten Anteile in den Haushalten erreichen, welche die Bundes- und
      Landesentwicklungen erheblich behindern. Dazu ist es u. a.
      erforderlich, dass Besoldungserhöhungen inkl. Einmalzahlungen nicht
      mehr automatisch 1:1 auf die Versorgungsempfänger übertragen
      werden. Die gesetzlich Versicherten unter den Steuerzahlern, die
      diese Last mittragen, werden doppelt belastet.

      In einem solidarischen Altersversorgungssystem müssen zudem im Hinblick auf
      die Beitragszahlungspflicht der Bund und die Länder sowie deren
      Bedienstete mit den übrigen Arbeitgebern und Beschäftigten dringend
      gleichgestellt werden. Einzig die solidarische Bürgerversicherung
      kann die derzeit verkrusteten Strukturen aufbrechen und gerechte
      Lösungen für alle bieten!

      altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=5695