Sondergutachten Krankengeld - 17.12.15

  • Zur Feier seines 30-jährigen Bestehens
    und zur Vorstellung des Sondergutachtens Krankengeld veranstaltet der
    Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im
    Gesundheitswesen (SVR) zusammen mit dem Bundesministerium für
    Gesundheit am Donnerstag, den 17. Dezember 2015 ein
    Symposium, das von 10:00 bis 16:00 Uhr im Langenbeck-Virchow-Haus,
    Luisenstraße 58, 10117 Berlin, stattfinden wird.

    Programm unter:


    http://www.svr-gesundheit.de/index.php?id=562

  • Bei diesem Symposium vom Sachverständigenrat
    geht es sicherlich nicht in erster Linie um die Belange der Versicherten.
    Unter dem Deckmäntelchen der Fürsorge für Langzeitkranke Menschen
    wir darüber diskutiert, wie mit Hilfe der Krankenkassen ( Krankengeld Fallmanagement)
    die Versicherten so schnell wie möglich wieder aus dem Bezug von Krankengeld herausfallen
    um wieder als arbeitsfähig gelten zu können.


    Interessant ist der Beitrag von
    • Prof. Dr. Wolfgang Greiner
    Steuerungsmöglichkeiten der Krankengeldausgaben
    für den 25 Minuten eingeplant sind.

    Gruss
    daggi58 :rolleyes:

  • Grüne: Krankenkassen dürfen nicht beim
    Krankengeld sparen

    Mehr als acht Milliarden Euro gaben die Krankenkassen allein in
    den ersten drei Quartalen für Krankengeld aus - obwohl sie zum Ärger
    von Patienten immer wieder versuchen, hier zu sparen. Was ist zu tun?


    Berlin (dpa) - Vor der Veröffentlichung eines offiziellen
    Berichts zum Krankengeld haben die Grünen die gesetzlichen
    Krankenkassen aufgefordert, bei dieser Leistung nicht unzumutbar zu
    sparen . «Die Aufgabe der Krankenkassen ist, ihre Versicherten in
    schwierigen Zeiten zu unterstützen», sagte die
    Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink der Deutschen
    Presse-Agentur in Berlin. An diesem Montag legen unabhängige
    Regierungsberater einen Bericht über die seit Jahren steigenden
    Krankengeldausgaben der Kassen vor.


    In den vergangenen zehn Jahren hatten sich die
    Krankengeldausgaben der Kassen fast verdoppelt. Im vergangenen Jahr
    gaben die Versicherungen dafür 10,6 Milliarden Euro aus. Um zu
    sparen, haben Krankenkassen laut Patientenberatern in der
    Vergangenheit Versicherten immer wieder Krankengeld verweigert.

    Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im
    Gesundheitswesen übergibt seinen Bericht zum Thema an diesem Montag
    an Gesundheitsministerin Hermann Gröhe (CDU). Gröhe hatte das
    Gutachten 2014 in Auftrag gegeben.


    Klein-Schmeink sagte, wenn schwarze Schafe unter den Kassen
    versuchten, Patienten mit Krankengeldbezug zu bedrängen, seien die
    Aufsichten und der Gesundheitsminister aufgefordert gegenzusteuern.

    Die stetig steigenden Ausgaben für Arzneimittel, Klinik- und
    Arztbehandlungen dürften einzelne Kassen nicht dazu verleiten, im
    Gegenzug bei den Patienten zu sparen.


    Das Gutachten des Sachverständigenrats werde hoffentlich zeigen,
    welche Regelung beim Krankengeld die Kassen darin bestärke, ihre
    Versicherten nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen, so
    die Politikerin.

    Die Ausgaben der Kassen fürs Krankengeld sind seit mehreren
    Jahren deutlich, zum Teil zweistellig gestiegen. In den ersten drei
    Quartalen 2015 stiegen sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um
    fünf Prozent auf 8,4 Milliarden Euro.




    https://www.krankenkassen.de/dpa/263613.html

  • Sachverständigenrat will Reform
    25 prozentige Arbeitsunfähigkeit
    soll möglich sein!
    Der Sachverständigenrat will eine Reform der Krankschreibung:
    Möglich soll werden, dass Arbeitnehmer zu 25 Prozent oder 50 Prozent
    krank geschrieben werden, schlagen die Experten vor. Doch das sind
    nicht ihre einzigen Empfehlungen.


    Von Anno Fricke


    BERLIN. In Deutschland gilt bei Krankschreibungen eine
    Alles-oder-nichts Regel. Entweder ist man zu 100 Prozent krank oder
    zu 100 Prozent arbeitsfähig. Der Sachverständigenrat zur
    Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen schlägt nun vor,
    diese eherne Regel aufzubrechen.


    In Deutschland solle es möglich werden, die im Rahmen einer
    Krankschreibung festgestellte Arbeitsunfähigkeit prozentual zu
    differenzieren, heißt es im Sondergutachten des Rats "Krankengeld
    - Entwicklung, Ursachen und Steuerungsmöglichkeiten".


    Das Gutachten haben die Gesundheitsweisen vor wenigen Minuten an
    Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) übergeben.


    Die wichtigsten Empfehlungen der Gesundheitsweisen für eine
    Reform des Krankengelds:


    Einführung einer Teilarbeitsunfähigkeit und Teilkrankengeld:
    Nicht jede Verletzung oder Krankheit führe gleich zum Totalausfall
    eines Arbeitnehmers, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats,
    Professor Ferdinand Gerlach, im Vorfeld der Veröffentlichung der
    "Ärzte Zeitung".


    Im Konsens zwischen Arzt und Patient solle die Arbeitsunfähigkeit
    graduell festgelegt werden können. Dies solle in Schritten zwischen
    25 und 100 Prozent möglich sein, sagte Gerlach.


    Das trotz Krankheit möglicherweise vorhandene
    Restleistungsvermögen zu nutzen, erleichtere die sozialen und
    finanziell negativen Folgen einer unnötig verzögerten
    Wiedereingliederung ins Erwerbsleben, heißt es dazu in der
    entsprechenden Empfehlung der Gesundheitsweisen an den Gesetzgeber.


    Die Zahlung eines Teilkrankengelds solle bereits während der
    ersten sechs Wochen der Krankheit, also während der Phase der
    Entgeltfortzahlung, möglich sein.


    Ab der siebten Woche sollten Arbeitnehmer bei einer graduellen
    Teilarbeitsunfähigkeit von zum Beispiel 50 Prozent zusätzlich zu
    dem ihnen zustehenden anteilig berechneten Arbeitsentgelt auch die
    Hälfte des Krankengelds erhalten.


    Präzisierung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen: Der
    Rat schlägt vor, nur noch die Angabe einer einzigen
    arbeitsunfähigkeitsbegründenden Hauptdiagnose zu ermöglichen.
    Bisher können Ärzte mehrere Diagnosen ohne Gewichtung auf dem
    Formular angeben.


    Realistische Bedarfsplanung für die Versorgung psychischer
    Erkrankungen: Das Gutachten setzt bei den Ursachen an. Am
    zweithäufigsten schreiben Ärzte aufgrund seelischer Leiden krank.
    Zudem dauert die Genesung von psychischen Störungen oft länger als
    die Heilung von
    Rückenschmerzen. Das geht aus den
    Versorgungsreports der Krankenkassen hervor.


    Der Sachverständigenrat empfiehlt eine kritische Prüfung der
    tatsächlich vorhandenen psychotherapeutischen Kapazitäten.
    Wartezeiten auf Therapien verlängerten möglicherweise die
    Krankheitsdauern und somit die Krankengeldzahlungen.


    Beispielsweise könne geprüft werden, ob die Bedarfsplanung die
    tatsächlich erbrachten Psychotherapiestunden der gegenwärtigen
    Kassensitze abbilde, um verdeckter Unterversorgung auf die Spur zu
    kommen.


    Selektivverträge mit garantierten Zugangsgarantien zu
    Behandlungen könnten ein geeignetes Mittel sein, Wartezeiten auf
    psychotherapeutische Behandlungen zu reduzieren.


    Einrichtung eines gemeinsamen medizinischen Dienstes der
    Renten- und Krankenversicherung: Komplexe Fälle landen oft auf
    "Verschiebebahnhöfen", sagt Gerlach. Renten-, Kranken- und
    Arbeitslosenversicherung versuchten dann jeweils Zuständigkeiten von
    sich wegzuschieben.


    Abhilfe könne ein Runder Tisch für Fallkonferenzen und ein
    gemeinsamer Medizinischer Dienst von Renten- und Krankenversicherung
    bieten. So könne eine Verkürzung der Wartefrist zwischen
    Antragstellung und Bewilligung von Rehaleistungen erreicht werden.
    Zudem ließe sich Doppelarbeit vermeiden.


    Abgeschaut hat sich der Sachverständigenrat dieses Modell in
    Skandinavien.



    Krankengeld-Ausgaben steigen
    Die überproportional steigenden Ausgaben für das Krankengeld
    hatten den Ausschlag dafür gegeben, den Sachverständigenrat mit der
    Erstellung eines Sondergutachtens zu Ursachen und
    Steuerungsmöglichkeiten zu beauftragen.


    Diese Entwicklung sieht Gerlach nicht kritisch. Etwa die Hälfte
    des Anstiegs sei auf politisch erwünschte Faktoren zurückzuführen
    wie höhere Beschäftigung, längere Lebensarbeitszeiten und
    steigende Erwerbseinkommen sowie eine steigende Grundlohnsumme.


    Die Entwicklung der Ausgaben für Krankengeld verläuft nicht
    einheitlich. 1995 gaben die Kostenträger umgerechnet 9,4 Milliarden
    Euro dafür aus. Der Anteil an den Leistungsausgaben der GKV lag bei
    8,1 Prozent.


    Erst 2014 wurde dieser Wert mit 10,6 Milliarden Euro wieder
    übertroffen. Relativ lag er mit einem Anteil von 5,5 Prozent
    niedriger als 1995.


    Allerdings übertraf der durchschnittliche Anstieg der Ausgaben
    für das Krankengeld in den Jahren von 2006 bis 2014 von rund 8,1
    Prozent den der Gesamtausgaben, die lediglich um 4,3 Prozent im
    Schnitt anstiegen.


    Diese Entwicklung hatte die große Koalition zum Anlass genommen,
    den Sachverständigenrat zu beauftragen ein Sondergutachten zu
    erstellen.


    http://www.aerztezeitung.de/po…igkeit-soll-moeglich.html

  • Sondergutachten 2015 "Krankengeld –
    Entwicklung, Ursachen und Steuerungsmöglichkeiten"
    Am 7.12.2015 hat der Sachverständigenrat sein aktuelles Gutachten
    mit dem Titel "Krankengeld – Entwicklung, Ursachen und
    Steuerungsmöglichkeiten" an den Bundesminister für Gesundheit
    Hermann Gröhe übergeben.

    Den Volltext des Gutachtens sowie die Pressemitteilung des Rates
    finden Sie hier als PDF-Dokumente:

    Sondergutachten 2015



    Auszug aus dem Sondergutachten 2015 (Einleitungs- und Schlusskapitel)



    Anlage Individualdatenanalyse der Barmer GEK-Krankengelddaten


    Pressemitteilung des Rates



    http://www.svr-gesundheit.de/index.php?id=567

  • Die Vorschläge:
    1.Abstufungen bei Arbeitsunfähigkeit:
    Arbeitsunfähigkeit zu 25 , 50, 75, 100 %


    Wie soll dies umgesetzt werden??????


    2. Vorschlag: gemeinsamer medizinischer Dienst!!!!!

  • Richtig Ancyst,
    das bereit mir auch Bauchschmerzen.....


    Mit Sicherheit wäre solch eine "Lösung" nicht Versicherten-freundlich...
    Die Krankenkassen würden doch in den seltensten Fällen eine 100 prozentige
    AU akzeptieren.
    Ein anderes Beispiel:
    Ein Versicherter ist arbeitslos und hat Anspruch auf ALG I.
    Er bezieht Krankengeld - auf einmal nur noch 75 %, da er nach Meinung der
    Krankenkassen noch zu 25 % arbeitsfähig wäre.
    Ergo bekommt er weiterhin 25 % ALG I neben dem Krankengeld. Wie schnell wird da
    der Anspruch auf ALG I verbraucht und der Versicherte landet nach kurzer Zeit beim Jobcenter.

    Gruss
    daggi58 :rolleyes:

  • Im Jahr 2014 - Krankengeld 10,6 Milliarden - gemessen an den gesamten Leistungsausgaben 5,5 %


    im Jahr 1995 - Krankengeld 9.4 Milliarden - gemessen an den gesamten Leistungsausgaben 8 %


    dazwischen gab es im Krankengeldbereich Reformen.


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