AOK Neckar Alb stellt Krankengeld durch MDK nach Aktenlage ein.

  • Hallo,
    seit dem 16.10.2017 bin ich wegen COPD 3 mit einer akuten verschlechterung krankgeschrieben.
    Seit dem 30.11.2017 habe ich Anspruch auf Krankengeld (bin freischaffender Künstler und über die Künstlersozialkasse gesetzlich Kranken und Rentenversichert mit einem Sondertarif Krankengeld ab der 3. Woche) welches auch ohne Probleme bewilligt wurde.
    Im weiteren Verlauf der Krankheit wurde eine Wirbelsäulenverkrümmung und eine Brustwirbelblockade festgestellt und ich habe eine Angststörung welche sich in schweren Panikattaken äußert entwickelt. Wegen aller dieser Leiden befinde ich mich in Fachärztlicher Behandlung und werde vom Hausarzt auf Grund deren Befunde weiter Krankgeschrieben.
    Momentan läuft meine Krankmeldung noch bis einschließlich 26.01.18 wird aber morgen weiter verlängert.


    Am 17.01.18 teilte die KK telefonisch mit das der MDK nach Aktenlage eine Arbeitsfähigkeit zum 20.01.18 festgestellt habe und somit ab dem 20.01.18 kein Krankengeld mehr bezahlt werden kann. Der Bescheid ging schriftlich am 20.01.18 per Post bei mir ein.
    Auf Rückfrage und sofortigem Wiederspruch wurde mir gesagt das die zugrunde gelegten Akten einzig ein erster Befund des Lungenfacharztes aus dem November sind.
    Offensichtlich hat die KK sich nicht bemüht aktuelle Informationen über den Gesundheitszustand einzuholen.
    Aufgrund dessen habe ich alle aktuellen Befunde am 19.01.18 selbst in Kopie mit meinem Wiederspruch zusammen bei der AOK persönlich eingereicht/abgegeben.
    Die Sachbearbeiterin meinte so könne sie diese am Dienstag den 23.01 zum MDK mitnehmen und somit eine schnelle Entscheidung über den Wiederspruch treffen.


    Wie sich Heute herausstellte eine Lüge, denn nach telefonischer Anfrage teilte mir die Sachbearbeiterin mit das der MDK mich zu einem Termin laden wird um mich zu untersuchen und dann zu entscheiden. Wann dieser Termin stattfinden wird ist noch offen und solange ist mein Wiederspruch noch in der Schwebe.


    Das hat bei mir so wie schon der Bescheid über die Einstellung des Krankengeldes eine amtliche Panikattake ausgelöst.
    Am 22.01 wurde ich beim AA vorstellig da ich freiwillig Arbeitslosenversichert bin und somit einen Anspruch auf ALG I habe. Die haben mich jedoch gleich an das Jobcenter verwiesen da ja noch eine bestehende AU vom Hausarzt vorliege und ich somit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe. Also habe ich dann auf deren Weisung einen Antrag auf Harz4 gestellt.
    Nach den Berichten hier im Forum bin ich jedoch nicht mehr sicher ob ich alles richtig gemacht habe oder noch nachzubessern ist. Den Aussagen der KK und des AA kann man ja offensichtlich kein Vertrauen schenken.
    Es wäre toll die Meinung der Erfahreneren hier im Forum zu hören.
    Für Tipps der weiteren Vorgehensweise wäre ich super dankbar.
    Liebe Grüße Mobowski

  • .
    Hallo Mobowski,


    schuld daran sind SPD und CDU, genauer: Andrea Nahles und Hermann Gröhe. Sie haben in
    ihrer Amtszeit als sog. „Sozialministerin“ und Gesundheitsminister - trotz mehrfacher Intervention -
    beharrlich darüber hinweg gesehen, dass beim Krankengeld – anders als beim Arbeitslosengeld –
    die Sozialgesetzbücher I und X ignoriert werden. Die darin enthaltenen Regelungen zum Ver-
    waltungsakt, zur Anhörung und zur Änderung von Entscheidungen verbieten solche
    Praktiken der Krankenkassen nämlich ausdrücklich.


    Aber auch wer nicht gesetzeskundig ist, kann hier Schwachsinn erkennen. Die Kranken-
    kassen und ihre MDK-Helferlein halten sich für legitimiert, das Krankengeld „ins Blaue hinein“
    einzustellen, sind aber sichtlich nicht in der Lage, dies zu korrigieren, wenn sie bemerken, dass
    die Krankengeld-Einstellung keine ausreichende Basis hat. Dass dies so ist ergibt sich aus dem
    nun erkannten Erfordernis einer persönlichen Begutachtung.


    Das Ganze lässt darauf schließen, dass der MDK und die Krankenkasse ihre Rolle missbrauchten.
    Ihre Aufgabe ist es nämlich nicht, die Arbeitsunfähigkeit zu bezweifeln, sondern die Arbeitsfähigkeit
    festzustellen, bevor das Krankengeld eingestellt wird. Auch dazu gibt es in den genannten Gesetzen
    konkret Vorgaben (Untersuchungsgrundsatz, Beweismittel).


    Im Übrigen darf der behandelnde Arzt AU nur nach persönlicher Untersuchung feststellen. Es
    ist kaum anzunehmen, dass das MDK-Kassen-Helferlein, die AU ohne persönliche Untersuchung
    und ohne Kenntnis der dem AU-schreibenden Arzt vorliegenden Unterlagen (der Fachärzte) besser
    beurteilen und zum gegenteiligen Ergebnis kommen kann. Das gesamte Verfahren läuft ent-
    lang der „Grenze zur Willkür“.


    Nachdem du den Namen der Krankenkasse schon genannt hast, schlage ich vor, diese auf die
    Diskussion hier hinzuweisen und die sofortige Korrektur zu verlangen – und zwar verbindlich,
    morgen im Verlauf des frühen Vormittags. Wenn sich die Sachbearbeiterin dazu nicht in der
    Lage sieht, soll sie ihren Teamleiter fragen und der seinen Bereichsleiter (m/w) … - sonst
    schauen wir mal ins Internet, wer die eigentlich Verantwortlichen sind (Vorstand, Ver-
    waltungsrat, MDK).


    Melde dich anschließend wieder, dann schaun mer mal ...


    P.S.:
    ich verlinke schon mal zur Diskussion mit dem AOK-Bundesvorstand
    http://www.krankenkassenforum.…308.html?highlight=#87308
    und dort auch gleich mal hier her.


    P.S. 2:
    falls du 2017 schon mal arbeitsunfähig warst: vielleicht könnte dies
    für dich interessant sein?
    Krankengeld für hauptberuflich Selbständige mit Wahlerklärung: Die vorherige 6-wöchige AU muss nicht ununterbrochen sein


    Schönen Gruß
    Anton Butz
    Machts Sinn ???
    .

  • Hallo Anton,
    vielen Dank für die Information.
    Telefonisch hatte ich Heute schon Kontakt mit dem Vorgesetzten des Leiters der AOK hier in Hechingen,
    da die von dir erwähnten Anmerkungen von mir schon bei der Teamleiterin vorgebracht wurden und keinerlei Eindruck machten.
    Ich habe klar gemacht das ich sowohl Vorstand, Bundesministerium etc. einschalte mir sogar offenhalte eine Anzeige bei der Polizei zu machen und und und... Keinerlei Auswirkung.
    Auch dem Vorgesetzten der Filiale Namens Herr Weber welcher in Tübingen sitzt habe ich dies mitgeteilt. Eine für mich positive Entscheidung hat dies aber auch nicht erbracht.
    Herr Weber sagte nur er müsse den Vorfall erst mal einsehen und würde sich dann in ein paar Tagen zurückmelden.
    Meiner Meinung nach weitere Zeitschinderei der Kasse.


    Ich habe heute einen Antrag auf aufschiebebde Wirkung nach dem Musterschreiben aus diesem Forum an das Sozialgericht in Reutlingen geschickt.
    Auch dies habe ich gegenüber der KK bekanntgegeben. Die Antwort war, dass man dies gar nicht erwirken könne.


    Auch mit der unabhänigen Patientenberatung habe ich heute schon telefoniert, dort wurde mir gesagt das die KK so vorgehen dürfe und ich wenig Aussicht habe eine aufschiebende Wirkung durchzusetzen, oder die KK dazu zu bewegen ihre Entscheidung aufzuheben.


    Grüße Uwe Sünderhauf

  • Mit meinem Hausarzt habe ich Morgen um 14:00 einen Termin.
    HA ubd auch Psychologin wareb überzeugt das die KK aufgrund der neu virgelegten Akten meinem Wiederspruch stattgeben müsse.
    Was aber nun ja nicht der Fall war,
    Mit der Psychologin konnte ich heute schon telefonieren diese wird ihren Befund und ihre feststellung einer AU nochmals eindringlicher zu Papier bringen auch mit dem Hinweis, dass das Vorgehen der KK meinen psychischen Zustand noch weiter verschlechtere.


    Was ich als Akteneinsicht von der KK heute bekommen habe hänge ich mal an.
    [IMG:http://www,der-nexus.de/MDK_guta.pdf]

  • dass das mal wieder Team-Flickschusterei ist - "toll ein anderer machts"
    weil die Frage nach AU ja / nein gar nicht beantwortet sei und die Anmerkung
    unter Sonstiges die Krankengeld-Einstellung nicht rechtfertige
    er könne das relevante Dokument hier nachlesen, brauche
    sich also nichts schicken zu lassen


    verlange sofortige Korrektur, wie gesagt noch im Laufe des frühen Vormittags,
    denn sonst wäre ein erneuter Gang zur Arbeitsagentur erforderlich - was da
    im Parallel-Thread geschrieben steht, ist ziemlich deutlich


    (ich verstehe nicht, dass AA und JobCenter diesen Zirkus immer noch unterwürfig
    mitmachen)

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