Krankengeld eingestellt ohne schriftliches Schreiben

  • Hallo,


    ich bin ganz neu in dem Forum.. den Leitfaden habe ich schon gefunden und gelesen, leider kann ich doch nicht wirklich das Ganze verstehen bzw. durchblicken. Könntet ihr mir helfen?


    Kurz zu meinem Fall: Ich bin unter 30 und kriege seit Anfang des Jahres Krankengeld wegen Sehnenscheidenentzündungen an beiden Händen. Ich habe mehrere Ärzte und Therapeuten gewechselt bis ich endlich seit 2 Monaten gute Behandlung habe. Ich wurde auch 3-4 Mal zu früh/schnell zur Arbeit geschickt und musste von vorne anfangen. Zusätzliche 2-3 Wochen dauernde Krankheiten, Vitaminmangel etc. haben das Ganze (inkl. Ursachensuche) weiter verschlimmert. Nun kümmere ich mich (bzw. ein Osteopath) um die Nackenverspannungen, die wohl die Heilung der Hände verhindern. Danach muss ich die Hände kräftigen und hoffe in 1-2 Monaten endlich wieder mit Wiedereingliederung anzufangen. Ich habe meinen Traumjob und will den keinesfalls kündigen. Mein Chef würde auch alles (Sinnvolles) tun um mich zu behalten.


    Gestern wurde mir telefonisch von der Krankenkasse mitgeteilt dass ich wegen MDK Entscheidung vom 26.06. ab heute (05.07.) kein Krankengeld mehr bekomme. Weder ich noch die Ärztin (Handchirurg) hat etwas Schriftliches bisher bekommen (obwohl es mir von der Kasse versprochen wurde). Sollte nicht zuerst ein Schreiben kommen und dann das Geld eingestellt?! Ich kann ja so nichts widersprechen? Und Zustelltag kann ich echt schlecht nachweisen. Heute habe ich nochmal die aktuelle AU Bescheinigung mit heutigem Datum gekriegt und noch eine AU von anderem Arzt für andere Krankheit (die ich seit gestern habe und hoffentlich übers WE abklingt).


    Ich wurde nie vom MDK kontaktiert und meine Ärztin auch nicht. Gesund bin ich keinesfalls... Was mache ich denn ohne Schreiben? Mit Schreiben soll ich, soweit ich verstanden habe, Widerspruch einlegen und Antrag beim Sozialgericht stellen. Leider verstehe ich diesen Satz gar nicht (bin auch kein Muttersprachler :( ) :

    Zitat

    Instrumente des einstweiligen Rechtsschutzes sind die aufschiebenden Wirkung und die einstweilige Anordnung, weswegen sinnvoller Weise beides in dieser Reihenfolge, die einstweilige Anordnung per Hilfsantrag, begehrt wird.


    Gibt es einen Anwalt den ihr mir empfehlen würdet? Oder eine Liste irgendwo... Krankheitsbedingt schadet mir jede Minute am Rechner. :( Und ich habe Rechtschutzversicherung (mit außergerichtlichen Verhandlungen), die hoffentlich den Fall zustimmt.


    Kann ich irgendwelche Ersatzleistungen beantragen oder müsste ich dafür meine Arbeit kündigen? Ich kann zwar einige Monate ohne Geldzugang leben und hoffe dann wieder arbeiten zu können, aber immerhin...


    Solange ich krankgeschrieben bin darf ich auch daheim bleiben und kriege schlimmstenfalls kein Geld, stimmt das?


    Ich wäre echt dankbar für Unterstützung...

  • Hallo, willkommen im Forum

    so, wie geschildert bleibt erst einmal festzuhalten - mündlich am 04.07. mitzuteilen, dass ab 05.07.2018 kein Krankengeld mehr gezahlt wird, geht gar nicht, auch wenn es ein MDK-Gutachten geben sollte, was ich allerdings stark bezweifle. Auch wenn es (noch) keinen schriftlichen Bescheid gibt, rate ich auf jeden Fall, sofort schriftlich Widerspruch einzulegen. Zur Widerspruchsbegründung ist Akteneinsicht, in diesem Falle in das MDK-Gutachten erforderlich, also einfordern. Das mit der aufschiebenden Wirkung solltest du vergessen - ich kenne nur einen oder zwei Fälle, wo sich eine Krankenkasse darauf eingelassen hat. Wichtig ist, dass du deinen behandelnden Arzt mit ins Boot holst, denn eine Widerspruchsbegründung, die nur von dir selbst verfasst würde, die bringt dir gar nichts - grundsaetzlich könntest du auch jetzt schon zum Sozialgericht gehen, allerdings, solange das Widerspruchsverfahren bei der Krankenkasse nicht abgeschlossen ist, hast du, meiner Erfahrung nach, keine Chance auf Erfolg.

    Gruss

    Czauderna

  • Danke sehr! Ich habe inzwischen beim UPD angerufen und dort haben sie mir gesagt, dass ich dann wohl ab heute als arbeitsfähig gelte, auch wenn ich kein Bescheid habe und diesen lt. Telefonat heute mit der Kasse erst morgen kriegen sollte. Es klingt echt seltsam, bei den Fällen hier im Forum hat es schon eine Woche Zeit gegeben... Und bei mir hat sich der MDK nicht mal die Mühe gemacht bei der Ärztin anzurufen und ich kriege den Bescheid trotzdem praktisch rückwirkend.


    Ich habe über die App Kopie vom Gutachten und von den Unterlagen angefordert, hoffentlich kriege ich sie bald. Termin bei der Ärztin habe ich erst nächste Woche, hoffentlich unterstützt sie mich... wenn nicht, wüsste ich ehe nicht was ich mache. Ich warte aber erstmal ab, der Stress ist mir auch ohne zusätzlichen Ängsten zu viel. Da ich für den Widerspruch 4 Wochen Zeit habe, werde ich den erst stellen wenn ich Bescheid und Meinung von der Ärztin habe. Ich kriege auch nächste Woche Berichte von Osteopath und Handtherapeutin, aber mit denen alleine habe ich auch keine Chance. :/ Oder soll ich trotzdem gleich Widerspruch stellen und erst später Begründung?


    Während dieses Widerspruchs-/Gerichtsverfahrens kann ich auch keine Wiedereingliederung machen, oder? Die muss ja von der Kasse zugestimmt werden und das wird nicht der Fall sein wenn sie keine AU akzeptiert. :(


    Vom UPD wurde es mir auch gesagt sobald ich den Bescheid habe Antrag bei der Arbeitsagentur zu stellen...


    Das alles ist so belastend für die Hände und bringt mich Wochen zurück. :(

  • Oh, sorry, ich habe es vergessen. TK.. da läuft alles über Hamburg. Ansonsten bin ich in Baden, den genauen Ort würde ich ungerne öffentlich schreiben, gerne aber per PN.

  • Ich wurde nie vom MDK kontaktiert und meine Ärztin auch nicht. Gesund bin ich keinesfalls...


    Miesem Satz würde ich innerhalb der Krankenkassen-Hierarchie der Techniker Krankenkasse Rabatz machen und darauf hinweisen, dass der Fall an der Grenze zur Willkür oder darüber hier im Forum diskutiert wird .

  • Über die Suche habe ich irgendwie nur das gefunden: Unrichtiges Gesundheitszeugnis des MDK – Strafanzeige ....


    Ich habe keine Ahnung wie ich auf die Hierarchie der TK komme, ich kann ja nicht einfach dem CEO (oder wie auch immer sich die entsprechende Person nennt) Brief schicken. Und eigentlich habe ich keine Ahnung, was ich den Leuten da schreiben sollte. Erfahrungsgemäß werden sie ehe nur sagen, dass es nicht ihre Entscheidung ist sondern dem MDK.


    Gibt es ein Thema mit Erklärungen diesbezüglich?

  • Nun habe ich es auch schriftlich... am Freitagnachmittag... allerdings nur Standardschreiben, ohne Gutachten o.a. Das habe ich angefordert gestern Abend bei der Kasse, hoffentlich kommt es bald.


    Also... Montag muss ich zur Arbeitsagentur gehen, Dienstag bin ich bei der Ärztin und hoffe Unterstützung mit dem Widerspruch zu kriegen. Von den Therapeuten und evtl auch von einem anderen Arzt hole ich mir auch Berichte... Ich setze mich auch mit der Rechtschutzversicherung in Verbindung und hoffe dass sie den Fall übernehmen bzw. mich zumindest erstmal am Telefon beraten. Anwalt zu finden ist wohl auch schwer, dieser der mir empfohlen wurde ist in Urlaub und hat erst Mitte August Termine. :/ Ich werde einen anderen suchen... Meinen Chef habe ich gestern schon informiert dass ich gesund geschrieben wurde und trotzdem weiterhin nicht zur Arbeit komme.


    Was muss ich noch tun?

  • Hallo,

    ich würde mir keine 4 Wochen Zeit lassen - sofort Widerspruch einlegen (schriftlich) - dort auf Rechtsanwalt (Rechtsschutzversicherung) hinweisen -erklären, dass medizinische Widerspruchsbegründung folgt und Einsichtnahme in Gutachten verlangen. Danach, mit Schreiben der TK. zum behandelnden Arzt, damit dieser schon mal vorbereitet ist - er/sie wird sich natürlich auch, ohne das Gutachten selbst gelesen zu haben schwer tun.

    Was hat denn dein Arbeitgeber gesagt ?.

    Ich persönlich habe ja für solche Fälle noch einen Plan B., den ich aber immer nur als Theorie sehe, der aber in meiner Praxis schon funktioniert hat.

    Gruss

    Czauderna

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